«Neue Turnhalle ist nötig»

Grindelwald

Der Gemeinderat von Grindelwald informierte über die ­geplante Doppelturnhalle für die Schule, über die Zukunft der Gruppenunterkunft Tuftli und ein neues Hotelprojekt im Grund.

Hier soll die Doppelturnhalle entstehen.

Hier soll die Doppelturnhalle entstehen.

(Bild: Monika Frischknecht)

In Scharen strömten Interessierte am Mittwoch in den Kongresssaal – kein Wunder, ging es doch um eine neue Turnhalle. In Grindelwald gehen 310 Kinder zur Schule – ein Teil in den kleinen Schulhäusern Burglauenen, Buss­alp, Mühlebach und Wärgistal, die Mehrheit aber im Schulhaus Graben und im nahen Endweg. Das war mit ein Grund dafür, dass sich die Arbeitsgruppe, in der Gemeinde, Schule, Planer und Turnverein vertreten sind, nach einer Machbarkeitsstudie auf den Standort Graben konzentrierte.

«Zudem ist der Standort gut mit dem ÖV erreichbar, Aussenanlagen sind bereits vorhanden», zählte Gemeindepräsident Christian Anderegg weitere Vorteile auf.Im Graben, im Stockwerk unter dem Kongresssaal, ist auch die bisherige Turnhalle untergebracht. «Allerdings ist sie zu klein und entspricht auch sonst nicht mehr den Anforderungen des Sportunterrichts», erklärte Anderegg. «Eine neue Doppelturnhalle ist zwingend nötig.»

Es geht ohne Steuererhöhung

Die Arbeitsgruppe hat drei Varianten geprüft. Am meisten Vorteile bietet der Einbau der Doppelturnhalle in den Hang unter dem angrenzenden Parkplatz. «Die Fläche gehört der Gemeinde und ist bereits in der Bauzone», erläuterte der Gemeindepräsident.

Für die Doppelturnhalle wird mit Kosten von rund 12 Millionen Franken gerechnet, dazu dürfte eine Million Franken für Aushub und Baugrubensicherung kommen.

«Diese Variante könnte die Gemeinde ohne Steuererhöhung stemmen.» Viel zu teuer käme ein Ersatz des bestehenden Turnhallen- und Kongressgebäudes, der über 20 Millionen kosten würde. Zudem ist die Gemeinde froh, wenn die Schule die alte Turnhalle weiterhin für verschiedenste Zwecke nutzen kann.

Durch eine Vergrösserung des bestehenden Parkplatzes erwartet die Gemeinde zusätzliche Einnahmen von 60'000 Franken pro Jahr. Kein Thema ist ein zweites Parkplatzdeck, wie Christian Anderegg auf eine Frage aus der Versammlung erklärte. «Die Jungfraubahnen, zu denen die benachbarte Firstbahn gehört, haben auf Anfrage kein Interesse gezeigt.»

Damit die Schulkinder auch langfristig über genügend Aussenraum verfügen, versucht die Gemeinde unterhalb der Schule Land zu sichern. Diese ­Abklärungen laufen aber separat und sollen das Turnhallenprojekt nicht verzögern.

Angebote für junge Gäste

Im zweiten Teil des Abends wurde über zwei Projekte orientiert, mit denen vor allem junge Gäste nach Grindelwald geholt werden sollen. Die Gruppenunterkunft Tuftli in den ehemaligen Militärbaracken, die Dieter Aegerter als Downtown Lodge führt und die seit 2015 der Gemeinde gehört, soll durch ein modernes, aber ­weiterhin günstiges Angebot ersetzt werden.

Von auswärtigen ­Interessenten liegen Vorschläge für ein 3-Stern-Hotel oder ein ­Feriendorf vor; am meisten Pluspunkte bei der Gemeinde und bei Touristikern hat aber der Vorschlag des bisherigen Betreibers für ein Lager mit 4-Bett-Zimmern, das weiterhin für Schul- und Sportlager erschwinglich wäre.

Ein solches Angebot würde die Hotellerie nicht konkurrenzieren, sondern ganz im Gegenteil Kinder und Jugendliche nach Grindelwald bringen, die vielleicht als Erwachsene wieder kommen und in einem Hotel absteigen. Zu diesem Projekt führt die Gemeinde eine Umfrage durch; der Fragebogen ist auf der Website von Grindelwald aufgeschaltet.

Neues Hotelprojekt

Neue Gästesegmente möchten Hansueli Schläppi mit der Hotel Aves AG und die Hotelentwickler von Baulink ansprechen. Mit einem modernen, funktionalen 3-Stern-Hotel auf einem Parkplatz der Jungfraubahnen beim Bahnhof Grindelwald Grund peilen sie in erster Linie mobile junge Leute an, die ihre Ferien kurzfristig mit ihren mobilen elektronischen Geräten organisieren, aber auch Gruppenreisende, die bisher nicht in Grindelwald Station machten.

Berner Oberländer

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