Schilthornbahn: Positive Signale des Kantons und Einsprachen

Mürren

Der Kanton stellt die Bewilligung des 90-Millionen-Franken-Projekts Schilthornbahn 20XX in Aussicht. Die entsprechende Überbauungsordnung soll im November den Stimmbürgern vorgelegt werden. Mehrere Einsprachen sind eingegangen.

So könnte die Station auf dem Schilthorn dereinst aussehen. Das Erneuerungsprojekt Schilthornbahn 20XX nahm eine erste Hürde.

So könnte die Station auf dem Schilthorn dereinst aussehen. Das Erneuerungsprojekt Schilthornbahn 20XX nahm eine erste Hürde.

(Bild: PD)

Das Projekt Schilthornbahn 20XX hat eine erste Hürde gemeistert: «Die kantonalen Fachstellen stellten die Genehmigung der Überbauungsordnung in Sicht», teilte die Schilthornbahn AG am Freitag mit. Es geht dabei um die UeO Nr. 49. Sie beinhaltet einen 30 Meter breiten Seilbahnkorridor zwischen Stechelberg und Mürren und zwischen Birg und Schilthorn.

Für das Teilstück von Mürren nach Birg beträgt die Breite 40 Meter. «Für den Ausbau der Stationen wird der Korridor stellenweise im nötigen Umfang vergrössert», hält das Bahnunternehmen weiter fest. «Innerhalb dieses Korridors dürfen die erforderlichen technischen Einrichtungen, Anlagen und Stationen gebaut werden.

Das Projekt 20XX wurde Ende letztes Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt. Die geplante Bahn umfasst drei Sektionen mit je zwei Kabinen auf der Strecke Stechelberg–Mürren–Birg–Schilthorn. Die grösste Neuerung: Die bisherige Transportbahn, die heute direkt von Stechelberg ohne Umweg über Gimmelwald nach Mürren fährt, wird zur Passagierbahn. Damit entfällt ein Umsteigevorgang, die Reisezeit verkürzt sich von heute 32 Minuten auf etwas mehr als 18 Minuten.

Es sei eine sanfte Modernisierung, wie die Verantwortlichen ausführten. Die Neubauten orientierten sich mehr oder weniger an bestehenden Gebäuden und Linienführungen der Bahn. In den Sektionen Mürren-Birg und Birg-Schilthorn kommt – erstmals in der Schweiz – das sogenannte Funifor-System zum Einsatz. Dieses sei aufgrund seiner breiten Tragseilführung sowie einem Gehänge von lediglich 2 bis 3 Metern sehr windstabil. Die Verantwortlichen rechnen mit Kosten von 90 Millionen Franken.

Mehrere Einsprachen

Das Amt für Gemeinden und Raumordnung habe nun in Aussicht gestellt, «unter Vorbehalt geringfügiger Bedingungen und Änderungswünschen» dem Seilbahnkorridor zuzustimmen.

Allerdings sind auch sieben Einsprachen von insgesamt 23 Parteien gegen das Projekt eingegangen, wie die Schilthornbahn schreibt. Bei den Einsprechenden handle es sich ausschliesslich um Besitzer von Zweitwohnungen, die in der Umgebung der geplanten Luftseilbahn Stechelberg-Mürren oder der Station Mürren wohnen. Man wolle in den kommenden Wochen «das konstruktive Gespräch mit den entsprechenden Personen» suchen.

18. November an der GV

Schon an der kommenden Gemeindeversammlung am 18. November sollen die Lauterbrunnerinnen und Lauterbrunner über die Überbauungsordnung abstimmen können. Das Ziel lautet derzeit, im ersten Quartal 2020 das Baugesuch beim Bundesamt für Verkehr einzureichen. Die Bauarbeiten beginnen frühestens im Jahr 2021.

sda/bey

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