Neuer Versuch für schneesichere Loipen

Grindelwald

Der Grindelwaldner Gemeinderat schickt die überarbeitete Überbauungsordnung Langlaufloipen Lütschinezur Vorprüfung ans Amt für Gemeinden und Raumordnung.

Im Grindelwaldner Grund liegt eine Auenlandschaft von nationaler Bedeutung: Die ÜO nimmt nun weitgehend Rücksicht darauf. Foto: Anne-Marie Günter

Im Grindelwaldner Grund liegt eine Auenlandschaft von nationaler Bedeutung: Die ÜO nimmt nun weitgehend Rücksicht darauf. Foto: Anne-Marie Günter

Im März 2018 schickte Grindelwald die Überbauungsordnung (ÜO) Langlaufloipen Lütschine zur Vorprüfung nach Bern. Das Amt für Gemeinden und Raumordnung retournierte sie dann als nicht genehmigungsfähig. Es bestanden Altlasten, da Bäume ohne Bewilligung gefällt worden waren. Zudem führte ein Teil der Loipen, die nach der Annahme der Überbauungsordnung beschneit werden sollen, durch das Auengebiet von nationaler Bedeutung in Grindelwald Grund.

Im Mai 2019 fand eine Begehung mit den Fachstellen des Kantons statt – und es wurden Änderungen an der ÜO vorgenommen. «Auf die westliche Verbindung der beiden Loipen über die Lütschine wurde verzichtet», sagte Gemeindepräsident Christian Anderegg am Donnerstag an der Medienorientierung zur Gemeinderatssitzung. Verzichtet wurde auch auf eine Loipe bei der Wasserfassung Gryth.

5 Kilometer schneesicher

Gegenstand der Überbauungsordnung sind die Langlaufloipen östlich der Rollbahnbrücke entlang der Schwarzen und der Weissen Lütschine, die beschneit werden sollen. Die Loipen im gleichen Gebiet, die nicht für die Beschneiung vorgesehen sind, sind ebenfalls definiert. Zum Teil braucht es für sie noch eine Rodungsbewilligung.

Es soll nach der Annahme der Überbauungsordnung möglich werden, knapp 5 Kilometer Langlaufloipe auf einer Breite von 4 bis 4,5 Metern zu beschneien. Die Breite braucht es, um Spuren für beide Langlaufstile anlegen zu können. An drei Stellen werden mit mobilen Beschneiungsanlagen Schneedepots hergestellt, die dann verteilt werden. Maximal sind 6560 Kubikmeter Kunstschnee nötig.

Wasser aus Trinkwassernetz

«Der Ort ist für die Schneeerzeugung günstig, da es im Winter im Talgrund oft sehr kalt ist», sagt Anderegg. Nur bei einer Temperatur ab minus zwei Grad ist das künstliche Schneien möglich. Das nötige Wasser, 3280 Kubikmeter, wird unentgeltlich aus dem Trinkwassernetz der Gemeinde bezogen. Im November und bis zum Wintersaisonbeginn im Dezember können die Reservoirs der Gemeinde nicht alles anfallende Wasser aufnehmen und ins Netz einspeisen, sodass durch die Beschneiung kein Engpass entsteht. Bei guten Bedingungen dauert die Schneeproduktion 78 Stunden.

Betrieben wird die Anlage durch Grindelwald Tourismus. Wenn die Überbauungsordnung mit den Anpassungen die Vorprüfung durch den Kanton dieses Mal übersteht, ist vorgesehen, sie nach der öffentlichen Auflage im Frühling 2020 der Gemeindeversammlung vorzulegen. Mit der Annahme würde auch die Beschneiung bewilligt, da keine Anlagen gebaut und keine Geländeveränderungen vorgenommen werden müssen.

Weiter informierte der Gemeinderat, dass er zwei freie Stellen mit zwei einheimischen Frauen besetzt hat: Barbara Schmid arbeitet neu als Sachbearbeiterin Gemeindeschreiberei und Monika Tasic als Sachbearbeiterin Bauverwaltung.

Bewilligt wurden der Abbruch und der Wiederaufbau der sanierungsbedürftig gewordenen Terrasse beim Bergrestaurant Pfingstegg. Einen positiven Amtsbericht gab der Gemeinderat für eine Terrasse beim Jägerstübli ab. Die bestehende Terrasse ist im Winter sehr schattig, deshalb soll eine weitere und besser für den Winterbetrieb geeignete Terrasse gebaut werden. Arbeitsvergaben erfolgten für die Blitzschutzanlage beim Kongresssaal, für den Ersatz des Lifts in der Telefonzentrale und für die Transportleitung Teiffi–Egg. Berücksichtigt wurden so weit als möglich einheimische Firmen.

Gemeindepräsident Christian Anderegg orientierte, dass Grindelwald aus dem Berner Heimatschutz ausgetreten ist. Dies als Signal und aus Solidarität zu Berner Oberländer Gemeinden wie Wimmis. Kritisiert wird, dass sich der Verein zu stark in die Politik einmischt.

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