Noch fehlen 100 Millionen Franken

Gstaad

Der Kulturbau Les Arts Gstaad nimmt immer konkretere Formen an. Inzwischen spricht man von einem «baureifen Projekt». Bevor die Gemeindeversammlung darüber befindet, muss die Finanzierung sichergestellt sein.

Im Innern?des geplanten «Les Arts Gstaad»: Laut Stiftungsrat befindet sich das Projekt auf Kurs.

Im Innern?des geplanten «Les Arts Gstaad»: Laut Stiftungsrat befindet sich das Projekt auf Kurs.

(Bild: zvg/Marietta Kaeser)

Bekommt Gstaad dereinst seinen hochmodernen Konzertsaal im Stil einer Kristallgrotte? Noch immer gibt es einige Hürden zu nehmen. Doch der Stiftungsrat gibt sich optimistisch. Man freue sich, wie das Projekt vorankomme, steht in einer Medienmitteilung. «Der Gemeinderat hat das Dossier mit den Baugesuchsplänen einstimmig genehmigt und dieses nun dem Kanton zur Vorprüfung übergeben.» Die zweite öffentliche Auflage könne stattfinden, sobald der Kanton grünes Licht erteile. Und dann entscheidet die Saaner Gemeindeversammlung über Les Arts Gstaad.

Wie so oft bei grossen Bauprojekten verzögert sich der Zeitplan. Im letzten November war davon die Rede, im Frühjahr 2016 das Projekt nochmals öffentlich aufzulegen. «Gewisse Änderungen am Bauprojekt sind auf Wunsch der Gemeindebehörden erfolgt», begründet Stiftungsratspräsident Jacques Markus Kappeler die Verzögerung.

In den letzten Monaten sei ­jedoch ein baureifes Projekt entwickelt worden, das auch sämtlichen Vorschriften in Sachen Brandschutz, Evakuation und Akustik Beachtung schenke. Nach aktuellem Stand, so Kappeler, würden beispielsweise auch Logen im Saal gebaut.

Die öffentliche Auflage beinhaltet nicht nur den Kulturbau, sondern wird mit dem Umbau des Bahnhofs Saanen sowie einem Erschliessungstunnel kombiniert. Für den Bahnhofumbau tritt die Montreux-Oberland-Bahn, für den Erschliessungs­tunnel die Gemeinde Saanen als Bauherrin auf. «Die anschliessende Gemeindeversammlung wird komplex», sagt Kappeler. Einerseits entscheide das Volk über die Überbauungsordnung, andererseits aber auch über Verträge bezüglich Landverkauf und Stockwerkeigentum sowie über das Erschliessungsprojekt.

Finanzierung sicherstellen

Die Gemeindeversammlung entscheidet allerdings erst, wenn die Finanzierung des Projekts ­sichergestellt ist. Hier gibt es noch immer erhebliche Lücken. 105 Millionen Franken betragen alleine die Investitionen in den Kulturbau. 45 Millionen Franken sind von Donatoren zugesichert, 10 Millionen vom schweizerischen Lotteriefonds in Aussicht gestellt. Derzeit fehlen also noch Mittel im Umfang von 50 Millionen Franken für die Investition, ganz zu schweigen von weiteren 50 Millionen, die benötigt werden, um den langfristigen Betrieb zu sichern.

Die ausstehenden Beträge sollen gemäss Finanzierungskonzept von privaten Persönlichkeiten oder Unternehmen stammen. Jacques Markus Kappeler: «Die Mittelbeschaffung war und ist unsere grösste Herausforderung.» Er ist jedoch überzeugt davon, dass die Finanzierung in den nächsten Monaten sichergestellt wird. «Wir führen momentan sehr gute Gespräche mit potenziellen Donatoren. Denn jetzt wissen wir ganz konkret, was wir bauen wollen.» Bereits zugesichert sind unter anderem Beiträge von der Milliardärsgattin Aline Forel-Destezet sowie vom Unternehmer Stephan Schmidheiny.

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