Notfall im Chäligang

Adelboden

Drei Rettungsstationen übten den Ernstfall im Gelände. Mit von der Partie war auch die Armee mit einem Helikopter.

Einsatz am Abgrund: Bergretter sichern im Klettersteig Chäligang eine verletzte Person auf einer Bahre.

Einsatz am Abgrund: Bergretter sichern im Klettersteig Chäligang eine verletzte Person auf einer Bahre.

(Bild: pd)

Ein Tag in den Bergen, sommerliche Temperaturen, blauer Himmel unterwegs auf dem Chäligang, einem eher einfachen Klettersteig oberhalb von Adelboden. Doch plötzlich ein Notfall: Wetterumsturz oder ein verdrehter Fuss, schnell wird aus der Genusstour eine Tortur.

Jetzt sind Bergretter gefragt. Das geschilderte Szenario war nur ein Übungsfall, mit dem sich die alpinen Rettungsstationen Adelboden, Kandersteg und Kiental am vergangenen Sams­tag auseinandersetzen mussten.

Rund 50 Bergretter standen im Einsatz, wie Christian Sommer, Chef der Rettungsstation Adelboden, erklärt. «Zudem waren Hundeführerinnen mit Geländesuchhunden ebenfalls beteiligt. Die ­Armee flog mit einem Transporthelikopter die Teilnehmer zu den Einsatzorten.»

Rettung erfordert viel Kraft

Auf den Wanderwegen nach Hinterengstligen, dem normalen Sommerweg auf Engstligenalp und am Klettersteig Chäligang galt eine Person als vermisst. «An jedem dieser drei Einsatzorte mussten Personen gesucht, gesichert und medizinisch erstversorgt werden. Anschliessend musste man die Figuranten bergen und abtransportieren», erklärt Sommer.

Die schwierigste Aufgabe war sicher das Szenario im Chäligang, so Sommer. Denn der Patient auf der Bahre musste aus dem Klettersteig abgeseilt und hinausgetragen werden, «das hat doch den Teilnehmern einiges an Kraft abverlangt».

Am Morgen des Übungstages wurden verschiedene Postenarbeiten gemacht. Von medizinischer Grundversorgung, Handhabung von allerlei Rettungsgerät wie Bahren, Erdankern oder Flaschenzügen bis hin zum Ein- und Aussteigen beim Helikopter wurde vieles geübt, was nachmittags gleich umgesetzt werden konnte.

Sommers Bilanz: «Alle Übungs­ziele wurden erreicht. Eines wurde vielen Teilnehmern wieder klar: Die eigene Sicherheit darf nicht vernachlässigt werden, wenn man Menschen retten will.»

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