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Nur einer schien sich nicht so recht zu freuen

Die sogenannte Nacht der langen Messer war für Simonetta Sommaruga sehr kurz: Schon früh verliess sie das Restaurant Ringgenberg. Die SP hatte das Lokal fürs Abendessen reserviert. Aussenstehende hatten keinen Zutritt. Damit blieb die Berner Ständerätin sich auch am Vorabend der Wahl treu: Sommaruga feiert die Feste nicht, wie sie fallen, und ist nicht bis zu später Stunde mit Genossinnen und Genossen auf Beizentour anzutreffen. Einzelne politische Beobachter befürchteten gar, dies könnte ihr bei der Bundesratswahl zum Verhängnis werden, denn geselliges Beisammensein kann wichtige Netzwerke stärken. Obwohl Sommaruga früh nach Hause ging, schlief sie wenig, wie sie selber einräumte. Nicht nur das, auch die Nervosität war ihr am Morgen kurz vor der Wahl anzusehen. Dabei gab es dafür eigentlich gar keinen Grund, wie sich schliesslich herausstellte: Schon nach dem dritten Wahlgang war alles klar, und die Bernerin wurde am Ende mit einem glänzenden Resultat in die Landesregierung gewählt. Es gab keine Störmanöver gegen Sommaruga, die schon früh als Kronfavoritin ins Rennen gegangen war. Es kam also genau genommen gar nicht zu einer Nacht der langen Messer – ein Begriff, der für kurzfristig eingefädelte Verschwörungen steht. Der sich rasch abzeichnende Wahlsieg Sommarugas widerspiegelte sich in ihrem Gesicht: Die Anspannung wich lockerer Freude. Als nach dem dritten Wahlgang alles klar war, umarmte die parteiinterne Konkurrentin Jacqueline Fehr die Bernerin. Nur einer schien sich nicht so recht zu freuen, als Parlament und Publikum schliesslich die Wahl mit stehenden Ovationen feierten. Sommarugas Ehemann Lukas Hartmann jubelte seiner Frau zwar kurz zu, machte dann aber einen nachdenklichen Eindruck – als Bundesrätin wird Sommaruga nun weniger Zeit fürs Privatleben bleiben. ki>

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