300-Meter-Anlage wurde frühzeitig aufgehoben

Nach der Auflösung der Vereins Bergschützen ist der Schiessbetrieb in der Anlage Oschwand eingestellt.

Bis Ende 2020 müssen Schiessanlagen mit einem Kugelfang ausgerüstet sein (im Bild die Anlage Lehn in Worb).

Bis Ende 2020 müssen Schiessanlagen mit einem Kugelfang ausgerüstet sein (im Bild die Anlage Lehn in Worb).

(Bild: Urs Baumann)

Dass die Tage der Schiessanlage Oschwand gezählt sind, das war bekannt. Gemäss Umweltschutzgesetzgebung müssen in Betrieb stehende Schiessanlagen bis spätestens Ende 2020 mit einem künstlichen Kugelfangsystem ausgerüstet sein. In Oschwand fanden bereits 2014 mit allen Beteiligten die erforderlichen Abklärungen zur Zukunft der Schiessanlage auf Gemeindegebiet Seeberg statt.

Dabei wurde festgestellt, dass sich grössere Investitionen in die Schiessanlage nicht lohnen und in Seeberg eine Anlage zur Verfügung steht, die bereits mit einem künstlichen Kugelfangsystem ausgerüstet ist. Deshalb wurde damals entschieden, den Schiessbetrieb auf der 300-Meter-Schiessanlage Oschwand spätestens am 31. Dezember 2020 einzustellen und den Bergschützen Oschwand ab diesem Zeitpunkt die Benützung der Schiessanlage Seeberg zu ermöglichen.

Dem wurde nun vorgegriffen: Wie die Gemeinderäte Ochlenberg und Seeberg mitteilen, hat der Verein Bergschützen Oschwand als Betreiber der Schiessanlage letzten Oktober über seine Auflösung per 31. Dezember 2018 informiert. Gestützt darauf, sei der Gemeinde Seeberg durch das Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär des Kantons Bern die Betriebsbewilligung vom 14. September 1996 zur Schiessanlage entzogen und diese aufgehoben worden. Der Schiessbetrieb sei somit eingestellt, heisst es. Konrad Bögli, bis zuletzt Präsident des Vereins, bestätigt die Auslösung des Bergschützenvereins. Der Entscheid sei zum einen auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Schiessanlage sowieso bald hätte aufgehoben werden müssen, sagt er. «Für uns war klar: Wir wollen nicht fusionieren.» Zum anderen hätten die Bergschützen aber auch mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen gehabt.

Abklärungen nötig

Die Gemeinden Ochlenberg und Seeberg treffen nun in Zusammenarbeit mit Grundeigentümern und Kanton die nötigen Abklärungen und Entscheide zu der Aufhebung, der Untersuchung und der allfälligen Sanierung der Schiessanlage. Zur Erklärung: Sobald eine Schiessanlage eingestellt ist, wird die Gemeinde aufgefordert, die Untersuchung der betroffenen Anlage vorzunehmen. Gestützt auf diese Untersuchung, legt das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern den Terminplan zur altlastenrechtlichen Sanierung der Anlage fest.

Die Kosten für Untersuchung und Sanierung tragen Bund, Kanton und die betroffenen Gemeinden sowie die Schützenvereine, wobei durch die betroffenen Gemeinden von Gesetzes wegen 20 Prozent der Restkosten zu übernehmen sind.

Langenthaler Tagblatt

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