Für 4 von 1000 Kindern ist die Schule daheim

Seine Kinder selbst zu unterrichten, geht im Kanton Bern, sofern die Eltern eine pädagogisch ausgebildete Person finden, die sie anleitet. Von der Möglichkeit wird im Oberaargau und im Emmental kaum Gebrauch gemacht.

Steigerung, wenn auch auf tiefem Niveau: Immer mehr Kinder werden statt in der Schule zuhause unterrichtet (Symbolbild/Keystone)

Steigerung, wenn auch auf tiefem Niveau: Immer mehr Kinder werden statt in der Schule zuhause unterrichtet (Symbolbild/Keystone)

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In Madiswil würden vermehrt Kinder ganz privat unterrichtet, schrieb die Gemeinde kürzlich auf ihrer Website im Zusammenhang mit den Kosten für den schulärztlichen und den schulzahnärztlichen Dienst. 9 Kinder von fünf Familien sind es genau, wie eine Nachfrage bei der Schulleitung zeigt. Das sind gut drei Promille. Also ein sehr kleiner Anteil, wie Susanne Müller, Vorsteherin der Abteilung Schul­aufsicht in der kantonalen Er­ziehungsdirektion, festhält.

Kantonal beträgt dieser vier Promille. Auch in Madiswil waren es noch bis zum Neujahr mehr, wie Schulleiterin Kerstin Sommer festhält: nämlich 12 Kinder oder 4,4 Promille. Doch dann entschloss sich eine Familie, ihre Kinder wieder in die Volksschule zu schicken.

Zahlen steigen

Insgesamt nehmen die Werte jedoch auf diesem tiefen Niveau tatsächlich zu, wie Zahlen der Erziehungsdirektion für die Schuljahre 2014/2015 bis 2017/2018 belegen: von 252 auf 496 Kinder (+97 Prozent) im Kanton, von 61 auf 102 (+67 Prozent) im Gebiet des regionalen Schulinspektorats Emmental-Oberaargau. Diese Region weist damit laut Susanne Müller den kleinsten Anstieg im Kanton auf.

Doch wer darf seine Kinder überhaupt privat unterrichten? Ein Merkblatt der Erziehungs­direktion unterscheidet zwischen Privatunterricht und Privatschulen. Bei bis zu 5 Kindern spricht es von Privatunterricht, ab 10 Kindern von einer Privatschule, die strengere Anforderungen zu erfüllen hat. Dazwischen wird von Fall zu Fall entschieden.

Auch wer seine Kinder privat unterrichtet, muss die Vorschriften des Lehrplans einhalten, der für die Volksschule gilt. Er muss dafür eine pädagogisch ausgebildete Person finden, die ihn anleitet. Zudem hat er sich beim Schulinspektorat anzumelden. Dieses genehmigt den privaten Unterricht nicht nur, es überwacht auch den Betrieb.

Vorreiterrolle

Von einer Randerscheinung schreibt auch Stefan Schönenberger-Gmür* aus Sachseln 2010 in einer Masterarbeit der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz-Luzern. Seinen Tabellen kann entnommen werden, dass innerhalb dieser Randerscheinung der Kanton Bern jedoch eine Vorreiterrolle innehat. Hinter dem absoluten Spitzenreiter Appenzell Ausserrhoden mit einem Anteil der bekannten Home­schooler von 1,33 Prozent weist einzig der Kanton Bern mit damals 0,13 Prozent einen Wert von über einem Promille auf.

* Stefan Schönenberger-Gmür: Homeschooling auf dem Prüfstand. Wie gut erfüllen Homeschooler die schulischen Funktionen. Gesetzliche Bestimmungen und 5 Fallbeispiele aus der Schweiz. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 22.01.2018, 16:03 Uhr

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