Abfluss ist möglich

Grasswil

Das Abwasser der ARA Herzogenbuchsee wird nun doch nicht nach Wangen gepumpt. Als Zwischenschritt kommt die vom Verband priorisierte Lösung mit direkter Ableitung in die Aare infrage.

«Meine Vision ist der Zusammenschluss von vier ARAs in eine Grossanlage», sagt Verbandspräsident Hans-Jörg Köchli.

«Meine Vision ist der Zusammenschluss von vier ARAs in eine Grossanlage», sagt Verbandspräsident Hans-Jörg Köchli.

«Um es gleich vorwegzunehmen: Die vom Kanton zuerst bestimmte Variante, die Abwasserreinigungsanlage Heimenhausen zurückzubauen und das Wasser nach Wangen zu pumpen, ist vom Tisch.» Hans-Jörg Köchli, Präsident des Gemeindeverbandes ARA Region Herzogenbuchsee, war an der Delegiertenversammlung in Grasswil sichtlich erleichtert: «Die von uns vorgeschlagene Ableitung in die Aare wird seitens des Amtes für Wasser und Abfall (AWA) als Zwischenschritt in Betracht gezogen.»

Was war passiert? Mit Inkrafttreten der revidierten Gewässerschutzverordnung per 2016 muss die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Herzogenbuchsee zum Schutz der Önz Massnahmen gegen die Mikroverunreinigungen ergreifen (wir berichteten). Gegen die vom AWA vorgeschlagene Variante, nämlich den Zusammenschluss mit der Kläranlage Wangen, wehrte sich Köchli vehement. «Wir haben sehr gut zur Anlage geschaut und wollen diese nicht einfach wegwerfen», begründete er damals die Ab­lehnung dieses Vorhabens. Die kantonale Behörde zeigte sich schliesslich gesprächsbereit.

Zusammenschluss als Vision

Die Grundlagen für das aktuelle Projekt wurden durch die von AWA eingesetzte Arbeitsgruppe «Regionalstudie Oberaargau» erarbeitet. «Nicht nur das Finanzielle stand bei der Überprüfung im Vordergrund, sondern auch weiche Faktoren wie Umweltverträglichkeit und Zonenkonformität», sagt Roland Althaus, als ­Geschäftsführer der EWK Herzogenbuchsee ebenfalls Mitglied der Gruppe.

In einer zweiten Phase werden für eine langfristige Lösung die Vereinigung zweier oder mehrerer ARAs, zum Beispiel der ARA Herzogenbuchsee mit der Zala, allenfalls mit oder ohne Standort Wangen, geprüft. «Meine Vision ist der Zusammenschluss von vier ARAs in eine Grossanlage», sagt Verbandspräsident Hans-Jörg Köchli, der in seine Überlegungen zusätzlich die ARA Murg miteinbezieht. Den Zeithorizont des Projekts sieht er bei 2045. «Wir werden euch auf dem Laufenden halten», versprach er den Versammlungsteilnehmern abschliessend.

Die Delegierten – sie waren mit 25 von total 26 Stimmen ver­treten – genehmigten das Budget einstimmig. Dieses sieht einen Aufwand sowie einen Ertrag von rund 1,25 Millionen Franken vor. Der Betriebskostenverteiler beträgt rund 845 000 Franken, wobei die grösste Gemeinde (Herzogenbuchsee) 45 Prozent, die kleinste (Ochlenberg) 1,9 Prozent übernimmt.

iba

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