Auf Dauer zu teuer

Langenthal

Nicht nur in Langenthal, auch in Burgdorf möchten die Verantwortlichen des Eishockeyclubs mehr Geld für ihren Nachwuchs. Ein Antrag an die Gemeinde steht in der Zähringerstadt aber noch aus.

Die Junioren fördern ist eine kostspielige Angelegenheit.

Die Junioren fördern ist eine kostspielige Angelegenheit.

(Bild: Christian Pfander)

Das Thema bewegt. Kein Wunder, geht es doch mitunter um die Zukunft des lokalen Eishockeysports. Ein Breitensport, der in der Ausübung hierzulande zu den teuersten gehört – wenn nicht gar der teuerste ist.

Das war mit ein Grund, weshalb der SC Langenthal Ende letzten Jahres bei der Stadt einen Antrag stellte. Der jährliche Unterstützungsbeitrag an den Verein soll von 125'000 auf 250'000 Franken verdoppelt werden.

Dieses Geld würde die Eismiete der 14 Mannschaften und der Hockeyschule finanzieren, die letzte Saison mit rund 253'000 Franken zu Buche schlug. Der SCL leide im Vergleich zu seinen Kontrahenten an einem «grossen Wettbewerbsnachteil», war den Sitzungsunterlagen des Stadtrats zu entnehmen. Denn dieser beschliesst diesen Monat darüber, ob die Stadt ab sofort mehr Geld zahlen wird.

Doch die Oberaargauer sind offenbar nicht die Einzigen, die ihre Nachwuchsarbeit finanziell nur schwer stemmen können. Recherchen dieser Zeitung zeigen: In Burgdorf sieht es ähnlich aus. «Unser Verein kämpft täglich dafür, den Breitensport Eishockey weiterhin dem Nachwuchs gegenüber zu ermöglichen», sagt Dieter Blaser, Vorstandspräsident des EHC.

Momentan gehören der Hockeyschule und dem U-20-Team total 245 Jugendliche an. Diese trainieren mehrmals wöchentlich. Die Eiskosten dafür belaufen sich auf 220000 Franken, also vergleichbar mit Langenthal. Die Stadt Burgdorf steuert mit dem Sportfonds jährlich einen Beitrag von 40000 Franken bei.

«Absolutes Missverhältnis»

Deshalb sagt Blaser mit Blick auf Langenthal: «Wir müssen in naher Zukunft einen ähnlichen Vorstoss zur Unterstützung lancieren.» Er erachte es als absolut rühmenswert, dass in Langenthal jemand aus der Exekutive feststelle, Breitensport mit hohen Infrastrukturkosten müsse durch die Gemeinde massiv unterstützt werden.

Im Gegensatz zum SCL funktioniere der EHCB als ausschliesslich ehrenamtlich agierender Club. Den Aufwand schätzt der Vorstandspräsident auf 17000 geleistete Stunden pro Jahr. «Dass wir trotzdem noch einen derart massiven Mietaufwand zu tragen haben, steht in einem absoluten Missverhältnis zu unserer ehrenamtlich geleisteten Jugend- und Sozialarbeit», sagt Blaser. Vor allem wenn man bedenke, dass der Grossteil der Burgdorfer Hallenvereine für die Ausübung ihrer Sportart einen marginalen Beitrag an die Miete zu bezahlen hätten.

Die Zähringerstadt habe bezüglich Eishockey grundsätzlich ein riesiges Potenzial. Allerdings, sagt Blaser, werde es mit der heutigen Kostensituation ohne entsprechende Unterstützung nicht möglich sein, diese Arbeit im aktuellen Umfang weiter zu leisten. Das Jahresbudget des EHCB beträgt 650'000 Franken, davon geht bereits ein Drittel an die Eiskosten.

Die jährlichen Mitgliederbeiträge liegen zwischen 1'000 und 1'500 Franken und seien für eine Familie mit Durchschnittseinkommen fast nicht tragbar. Denn darin sei noch kein Franken für die persönliche Ausrüstung, Reisekosten oder Trainingslager enthalten.

Könnte der Burgdorfer Eishockeyverein von der Stadt daher mehr Geld erhalten? Für die 80 örtlichen Vereine legt der Gemeinderat die Unterstützungsbeiträge fest. «Diese Beiträge werden derzeit im Rahmen der Legislaturziele 2019 überprüft», sagt Karin Schaad, Sportbeauftragte der Stadt Burgdorf.

Noch stehe man aber ganz am Anfang dieses Prozesses – mehr dazu sagen könne sie daher nicht. Nur so viel: Es sollen verbindliche Kriterien sein, nach denen die Stadtverwaltung künftig die Beiträge an die Sportvereine vergeben will.

Langenthaler Tagblatt

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