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Auf Wachstum getrimmt

Die Woodwork AG ist als kleine Montage-Schreinerei entstanden. Inzwischen sind dort die drei Söhne des Gründers am Ruder.

Daniel Ruch (rechts) zeigt den Besuchern, wie in der Woodwork Profilleisten hergestellt werden.
Daniel Ruch (rechts) zeigt den Besuchern, wie in der Woodwork Profilleisten hergestellt werden.
Beat Mathys

Daniel Ruch führt seine Gruppe in einen kleinen Nebenraum der grossen Halle. Ganz an die Wurzeln der Woodwork zurück gelangt man dort zwar nicht. Aber einen Eindruck davon, wie Ruchs Vater anfing, erhält man trotzdem: Der Raum ist eine einfache Schreinerei.

Teile dieses Handwerks findet man auch im übrigen Betrieb immer wieder, einfach nicht mehr im handwerklichen Massstab, sondern mehrfach skaliert mit grossen Bearbeitungszentren und -strassen. Da wird gesägt, gehobelt, gebürstet und geschliffen. Oberflächen werden lackiert.

Genau dort, in der Oberflächenbehandlung, will die Woodwork AG künftig weiter expandieren. In den benachbarten Hallen der ehemaligen Schmitz Cargobull konnte sie im November ein neues Oberflächenzentrum in Betrieb nehmen. Dort können auch unebene Flächen geschliffen werden, Farben und Lacke können innerhalb einer Minute gewechselt werden.

Rund zwei Millionen Franken hat die Woodwork AG dafür investiert. Am Mittwochabend führten die Brüder Daniel, Christoph und Thomas Ruch sowie Vater Andreas Ruch die Teilnehmer des Kleinen Wirtschaftsgipfels des Wirtschaftsverbands Oberaargau (WVO) durch den Betrieb.

44 Mitarbeitende

Profilierte Leisten, Akustik-Paneele sowie viele andere Holzprodukte stellt das Huttwiler Unternehmen her, ist zudem Lohnfertiger für verschiedene Kunden. Es bezeichnet sich als eines der grössten Leistenwerke der Schweiz. Dafür braucht es rund 2500 Kubikmeter Massivholz pro Jahr; es beliefert die ganze Schweiz. Die Elemente für den Schallschutz verkauft es weltweit. Es beschäftigt 44 Mitarbeitende. Geschäftszahlen gibt es keine bekannt.

Muss es auch nicht, denn es ist auch in heutiger Grösse ein reiner Familienbetrieb geblieben. Die Brüder Thomas (Jg. 1978), Christoph (1980) und Daniel (1982) haben diesen kürzlich von ihrem Vater Andreas (Jg. 1954) gekauft, der aber immer noch der Geschäftsleitung angehört.

Der Betrieb sei genügend gross und genügend breit aufgestellt, damit jeder von ihnen einen besonderen Verantwortungsbereich betreuen könne, erklärt Thomas Ruch die Funktionsweise des Brüdertrios der zweiten Generation.

Schreinerei im Tubu

Vater Andreas Ruch gründete die Einzelfirma Schreinerei Ruch als Montage-Unternehmen 1980. Vier Jahre später konnte er im Tubu zwischen Huttwil und Eriswil eine Liegenschaft erwerben. Mit einem Partner stieg er 1998 in den Handel mit Holzprofilen ein, die er zunehmend selbst produzierte. Der Platz im Tubu reichte dafür nicht mehr aus. Das Hin und Her zwischen verschiedenen Produktionsstandorten verunmöglichte rationelle Betriebsabläufe.

Deshalb reifte die Idee eines Neubaus im Huttwiler Industriequartier, der im Jahr 2000 realisiert werden konnte. Die Woodwork AG war geboren. Rund 2700 Quadratmeter Fläche standen nun zur Verfügung. «Alles war ungewohnt gross dort», berichtete Daniel Ruch aus der Familiensaga, «und wir dachten, dass das nun für ewig reichen wird.» Es kam anders: Im Fünfjahresturnus stiess das Unternehmen an räumliche Grenzen und musste eine neue Halle anbauen.

Damit hat sich die Fläche bis heute auf 7800 Quadratmeter fast verdreifacht. Die handwerklichen Fertigkeiten, die sich die Woodwork AG mit der Lohnfertigung bewahrt hat, erweisen sich als Trumpf des Unternehmens. Denn damit habe es sich eine grosse Flexibilität bewahrt, erfuhren die Wirtschaftsvertreter aus der Region Huttwil. «Wir können nicht nur Aufträge für grosse Produzenten übernehmen, sondern auch für lokale Handwerksbetriebe, ja für Hausbesitzer, die Türen, Fenster, Treppen oder Möbel auffrischen wollen», hielt Daniel Ruch fest.

Solarstrom und Fernwärme

Grossen Wert legt die Woodwork auf eine nachhaltige und ökologische Produktion. Eine grosse Solaranlage auf den Dächern liefert ein Drittel mehr Strom, als die Firma selbst für ihre vielen Maschinen braucht. Und die Holzabfälle liefern nicht nur die Energie für einen Wärmeverbund im Industriegebiet und eine benachbarte Produktionsstätte. Damit betreibt die Woodwork AG einen weiteren Wärmeverbund in der Walke in Huttwil. Und sorgt so dafür, dass dort im Gesundheitszentrum, im Spitex-Stützpunkt und in weiteren Liegenschaften auch an kalten Tagen wie derzeit niemand frieren muss.

Das Interesse am Anlass des WVO war gross: Rund 50 Personen liessen sich durch den Betrieb führen. Der Kleine Wirtschaftsgipfel geht zurück auf die eigenständige Huttwiler Sektion des Handels- und Industrievereins und wurde beibehalten, als dieser im WVO aufging.

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