Zum Hauptinhalt springen

Aus dem Konfettimeer aufgetaucht

Das Motto «Mir touche ab» hätte zum Auftakt nicht besser passen können. Immerhin: Der Umzug blieb von Schauern verschont. Und die Gassen füllten sich.

Montag, 19.2.2018: Den Kleinsten gebührt der letzte Langenthaler Fasnachtstag.
Montag, 19.2.2018: Den Kleinsten gebührt der letzte Langenthaler Fasnachtstag.
Marcel Bieri
Hunderte Schüler und Kindergärteler standen ein, um am Kinderumzug vom Markthallenplatz aus durch die Stadt zu ziehen...
Hunderte Schüler und Kindergärteler standen ein, um am Kinderumzug vom Markthallenplatz aus durch die Stadt zu ziehen...
Marcel Bieri
Alphorn trifft Cajon: Alles andere als ein «Alptroum».
Alphorn trifft Cajon: Alles andere als ein «Alptroum».
Marcel Bieri
1 / 54

Abgetaucht unter Regenschirmen und Kapuzen, verfolgten am Samstag rekordverdächtig wenige Fans die Eröffnung der Langenthaler Strassenfasnacht. Aber jene, die da waren, liessen sich von den starken Regenschauern die Stimmung nicht vermiesen. Sie jubelten bei der Schlüsselübergabe und Helena Morgenthaler zu, die das gemeinderät­liche Fasnachtsfischen für sich entschied. Die Konfettischlacht war ein durchschlagender Erfolg, blieben die Papierli doch unmittelbar kleben.

Saftete in der Nacht auf Sonntag noch feuchter Konfettibrei an den Schuhsohlen und dämpften Regenschauer die Stimmung in der Marktgasse, bleiben die Fasnächtler tags darauf von Wetterkapriolen verschont. Dafür pfeift ein kalter Wind durchs Stadtzentrum. Für eingefleischte Fasnächtler ist das aber kein Problem. In Scharen tauchen sie auf, zwar nicht so kostümiert wie beim Guggenspektakel, aber in ähnlicher Feierlaune.

Eine Hörprobe vom Guggenspektakel. Video: Béatrice Beyeler

Abgetaucht sind dann aber fast alle der 37 Umzugsgruppen – mottogerecht, versteht sich. Besonders einfallsreich zeigen sich heuer die 17 Wagenbauer, sie haben nebst einem riesigen Piratenschiff oder einem ebenso grossen U-Boot ein überdimensioniertes Fonduecaquelon gezimmert, mitsamt Chalet und Sicht aufs Matterhorn. «Mir touche uf u de muesäs chli stinkä!» heisst die Interpretation der Langenthaler Schläpperbande. Zwei riesige Fonduegabeln mit angestecktem Brot schwenken über die Zuschauer. Sie drehen sich und lassen statt Käsefäden Konfettiregen nieder.

Trump und Putin im Knast

Auch die einzelnen Guggenmusiken haben sich fast alle am Fasnachtsmotto orientiert. Die Langenthaler Akkordwürger tauchen ab in eine fantastische Welt wie bei Alice im Wunderland. Die Madiswiler Dorfbachschränzer watscheln als Pinguine verkleidet durch die Gassen und die heimischen Megadüdler machen die Stadt als Piraten aus der Langete unsicher. Andere Cliquen spinnen das Thema weiter und tauchen ein in die Vergangenheit. In die Zeit der ägyptischen Pharaonen etwa oder in die Steinzeit mit Fred Feuerstein.

Doch auch aktuelle Themen kommen am zweistündigen Umzug nicht zu kurz: Donald Trump und Wladimir Putin stecken beide im Langenthaler Gefängnis der Stäckhouzer Bluetgrätsche, die als Space-Cowboys unterwegs sind. Und nochmals Putin, diesmal mit Hackergrüssen aus Moskau, die berühmte Basilika vom Roten Platz inklusive.

Kaum Lokalgeschichten

Erstaunlich wenig thematisiert werden lokale Themen, etwa der Langenthaler Gemeinderat, die Baustellenthematik oder auch der SC Langenthal. Ob Lokalgeschichten heuer einfach zu wenig Fleisch am Knochen hergaben? Vielmehr waren alle möglichen Wassersujets allgegenwärtig. Fischköpfe, Krebse, Quallen oder Haifische – das ganze Spektrum des Ozeans. All das, was es bei einem richtigen Tauchgang nun einmal zu sehen gibt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch