Eine Briefmarke für den Huttwiler Bahnhof

Huttwil

Der Bau spaltet die Meinungen. Doch nun erhält der neue Bahnhof in Huttwil eine Würdigung aus der Fachwelt: Er wird von der Post in ihre Briefmarkenserie aufgenommen.

Das Original und sein Abbild: Ab dem 6. September kann die Marke mit dem Huttwiler Bahnhof verwendet werden.

Das Original und sein Abbild: Ab dem 6. September kann die Marke mit dem Huttwiler Bahnhof verwendet werden.

(Bild: Thomas Peter / zvg Die Schweizerische Post AG)

Oktober 2016: Diese Zeitung lässt sich von Claude Marbach erklären, welche Überlegungen sein Büro für den neuen Bahnhof in Huttwil mit seiner ungewohnten Hülle aus Biberschwanzziegeln angestellt hat.

Der Architekt aus Biel sagt, dass er und seine Mitarbeitenden von :mlzd (die Buchstaben stehen für «mit Liebe zum Detail») ein Gebäude entworfen hätten, dem man seine Entstehungszeit ansehe. Ob das ein Spleen bleibe oder damit etwas Langlebiges geschaffen worden sei, entscheide sich jedoch erst mit den Jahren oder Jahrzehnten.

Eine erste Anerkennung

Da die Post gleichzeitig eine neue Serie von Dauermarken mit Schweizer Bahnhöfen lancierte, fiel im Gespräch mit Claude Marbach und Ueli Rüegsegger die scherzhafte Bemerkung, eine erste Anerkennung könnte es sein, wenn es der neue Huttwiler Bahnhof in diese Serie schaffe. In diese hatten damals Brig, Luzern, Bellinzona und Genf Aufnahme gefunden.

Nun wird aus dem Scherz Wirklichkeit: Am 30. August ergänzt die Post die Serie mit weiteren vier Briefmarken, die neben den Stationen in Zweisimmen, Fleurier und Alp Grüm eben auch jene in Huttwil zeigt. Auf Postkarten und Couverts verwendet werden kann die neue Brief­marke ab dem 6. September. Im November schliesslich wird die Serie mit einer 15. Briefmarke abgeschlossen (siehe Kasten).

Regionale Abdeckung

Die Sujets wurden laut Antoinette Feh Widmer von der Post in Zusammenarbeit mit Vertretern von SBB Historic aus rund 3500 Bahnhöfen juriert und ausgewählt. Antoinette Feh ist Leiterin regionale Kommunikation Deutschschweiz der Post. Die Stiftung SBB Historic wurde 2001 von den Schweizerischen Bundesbahnen gegründet, um Zeitzeugen der Schweizer Bahngeschichte zu sammeln, zu erhalten, zu dokumentieren und zu archivieren.

«Der neue Bahnhof Huttwil wurde ­ausgewählt, weil dieser angelehnt an die ursprüngliche Baustruktur mit neuen Materialien nachgebaut worden ist.»Antoinette Feh WidmerPost AG

Zum Zug kommen laut Antoinette Feh erhaltene Bahnhöfe aus der Gründerzeit der Bahnen, aber auch typische Bauten aus verschiedenen Epochen sowie solche mit besonderen Merkmalen.

Der neue Bahnhof Huttwil wurde ausgewählt, weil dieser angelehnt an die ursprüngliche Baustruktur mit neuen Materialien nachgebaut worden ist. Er steht damit als «Sinnbild für eine architektonische Weiterentwicklung». Bei der Auswahl wurde aber auch auf die regionale Abdeckung geachtet. Der Bahnhof Huttwil vertritt laut Antoinette Feh die Achse Mittelland-Emmental.

Architekt Claude Marbach wusste bereits, dass «sein» Bahnhof Aufnahme in die Serie finden wird. Er freut sich über diese Anerkennung von berufener Seite. Allerdings sei es nicht so, dass das Büro:mlzd die Marke nun für ­ihre Geschäftskorrespondenz einsetzen werde: Diese wird mit einer Maschine frankiert.

85 Rappen ergänzen

Wie viele Briefmarken mit dem Bahnhof Huttwil gedruckt werden, gibt die Post nicht bekannt. Sie nennt aus philatelistischen Gründen keine Auflagegrössen, wie Antoinette Feh erklärt. Zudem seien Dauermarken unbeschränkt verkaufsgültig und würden laufend nachgedruckt.

Die «Huttwiler» Briefmarke hat einen Wert von 15 Rappen und ist damit die zweitgünstigste der Serie. In erster Linie ist sie dafür vorgesehen, eine 85-Rappen-Marke zu einer Frankatur für einen A-Post-Brief zu ergänzen.

Langenthaler Tagblatt

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