Bald hindernisfrei in die Züge

Rohrbach/Lotzwil

In Rohrbach und Lotzwil will die BLS die Bahnhöfe sanieren. Betroffen sind vor allem die Perrons, die behindertengerecht werden. Geplant sind die Arbeiten 2018 bis 2020.

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Jürg Rettenmund

Kaum ist der Bahnhof Huttwil eingeweiht, stehen an der Linie von Langenthal ins Städtchen bereits die nächsten Bauarbeiten an. Von Mitte 2018 bis Frühjahr 2020 werden bei den Bahnhöfen Rohrbach und Lotzwil die Gleis- und Sicherungsanlagen modernisiert und insbesondere an die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes angepasst.

An ein neues Bahnhofgebäude werden sich allerdings weder Rohrbacher noch Lotzwiler gewöhnen müssen, wie Mediensprecherin Helene Soltermann erklärt: Dasjenige von Rohrbach ist denkmalgeschützt, in Lotzwil entspricht das Gebäude den heutigen Anforderungen.

Je 15 Millionen Franken

Insgesamt sieht das Bahnunternehmen für die beiden Ortschaften Investitionen von je 15 Millionen Franken vor. Wie in Huttwil bedingen gewisse Bauten eine Totalsperrung der Bahnhöfe mit Busersatz. Diese ist im Herbst 2019 während dreier Wochen geplant.

Die neuen Gleisanlagen werden nicht mehr einfach zu Fuss überquert werden können, weil die Perronkanten zu hoch sind. «Zudem ist dies gefährlich», betont Helene Soltermann. Unterschiedlich sind jedoch die Lösungen, wie die Züge erreicht werden: Weil in Rohrbach keine Personenzüge kreuzen werden, wird es dort künftig nur noch einen Perron geben. Zwei Gleise braucht es aber nach wie vor, damit durchfahrende Güterzüge mit haltenden Personenzügen kreuzen können.

In Lotzwil hingegen braucht es weiterhin zwei Gleise mit zwei Perrons, denn dorthin wird im Verspätungsfall die Kreuzungsstelle Madiswil verlegt. Anders als in Madiswil wird in Lotzwil jedoch keine Unterführung gebaut. Der zweite Perron wird bloss über das Trottoir des Bahnübergangs Richtung Bleienbach und Rütschelen zugänglich sein.

Transparente Lösungen

Der denkmalgeschützte Bahnhof von Rohrbach wird saniert. Der Wartsaal wird jedoch nicht wieder eröffnet. Im Erdgeschoss wird laut Helene Soltermann die Bahntechnik eingebaut. Neu erstellt wird hingegen ein gläserner Warteraum, der weniger anfällig für Vandalenakte ist als ein geschlossener Raum. Auch in Lotzwil entsteht ein neuer Unterstand – auf dem zweiten Perron.

Zu einem Bahnhof gehört heute zudem die Parkierungsanlage. In Lotzwil wird die Zahl der PW-Parkplätze zugunsten zusätzlicher Zweiradunterstände leicht von 26 auf 22 verkleinert. Aufgrund der aktuellen Belegung sei das verantwortbar, hält Helene Soltermann fest.

In Rohrbach bleiben die zehn Parkplätze bestehen – und sie bleiben weiterhin gratis. Die Bahn bewirtschafte ihre Parkplätze dort nicht, weil der angrenzende Parkplatz beim Gemeindehaus auch gratis sei, begründet Helene Soltermann diese Ausnahme zwischen Langenthal und Wolhusen.

Nicht mehr Aufgabe der Bahn sind gemäss neuer Finanzierung des öffentlichen Verkehrs WC-Anlagen – die Posse um dasjenige in Huttwil lässt grüssen. Das gilt auch für Rohrbach und Lotzwil.

Infoveranstaltungen, Lotzwil: Montag, 16. Januar 2017, 19.30 Uhr, Turnhalle Dorf. Rohrbach: Donnerstag, 19. Januar 2017, 19.30 Uhr, Kirchgemeindesaal.

Langenthaler Tagblatt

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