Baubewilligungen sind erneut auf Rekordhoch

Oberaargau

223 Anträge für Aus- und Umbauten sind beim Regierungsstatthalteramt Oberaargau im vergangenen Jahr eingetroffen. Auch im Gastgewerbe scheint der Trend ungebrochen. 

Seinem «Gemischtwarenladen», wie Marc Häusler das Statthalteramt nennt, geht die Arbeit nicht aus.

Seinem «Gemischtwarenladen», wie Marc Häusler das Statthalteramt nennt, geht die Arbeit nicht aus.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Chantal Desbiolles

Der Bauboom in der Region hält an. Davon geht der Oberaargauer Regierungsstatthalter Marc Häusler (SVP) aus, wenn er seine Statistik des letzten Jahres näher betrachtet.

«Wir verzeichnen ein neues Rekordjahr in Sachen Bau», erklärte er vor seiner Chefin, Regierungsrätin Evi Allemann (SP), sowie den Oberaargauer Gemeindeexponenten und Behördenmitgliedern, die er am Freitag zum traditionellen Neujahrsapéro geladen hatte.

«Und das, obschon wir einen grossen Leerwohnungsbestand verzeichnen. Aber irgendwann steht kein Land mehr zur Verfügung», stellte Häusler fest. 223 Baubewilligungen sind im vergangenen Jahr beim Statthalteramt eingegangen, das sind 13 mehr als im Vorjahr.

Erledigt wurden 207 (2017: 209). Hängig per Ende Jahr waren deren 81, auch dieser Wert liegt deutlich höher als in den Vorjahren. Und das, so viel lässt sich erahnen, ist nur die Spitze des Eisbergs. Auch die Gemeinden wickeln kontinuierlich mehr Baugesuche ab.

«Aber irgendwann steht kein Land mehr zur Verfügung.»Marc Häusler

Grosse Vielfalt und reger Betrieb: Das attestiert die Statistik auch dem Gastgewerbe. 639 Betriebe fallen unter die Zuständigkeit des Oberaargauer Regierungsstatthalteramtes. Das sind tatsächlich 15 mehr als Ende 2017. «Die Zahl steigt, aus welchen Gründen auch immer», so Häusler. Gefestet werde ebenfalls sehr gerne, stellte er fest: 884 Einzelbewilligungen wurden ausgestellt. 

Kaum Beschwerden

Ein ganz und gar durchschnittliches Jahr sei 2018 mit Blick auf die Verwaltungsrechtspflege gewesen, bilanzierte Häusler. 38 Beschwerden sind beim Statthalteramt eingetroffen, 35 wurden erledigt. 16 Entscheide fällte die oberste kantonale Instanz im Verwaltungskreis Oberaargau, weitere 18 schrieb sie ab.

5 dieser Baubewilligungsentscheide wurden an das Verwaltungsgericht weitergezogen. Die nächsthöhere Instanz hiess jedoch nicht eine einzige dieser Beschwerden gut. Dasselbe gilt für Gastgewerbe und bäuerliches Bodenrecht, von 1011 Entscheiden wurde lediglich einer angefochten – ohne Erfolg. 

Neue Aufgaben 

Auf seinen «Gemischtwarenladen», wie ihn Häusler nannte, kommen neue Aufgaben zu: Ab diesem Jahr liegt die Verantwortung für sogenannte Exmissionen, also Zwangsräumungen, ebenfalls beim Statthalteramt. Dafür habe man 10 Prozent mehr Ressourcen erhalten, hielt Marc Häusler fest. Er betonte allerdings die Bedeutung der Unterstützung der Gemeinden, um diese Aufgabe bewältigen zu können.

Zu tun geben auch die Neuerungen der überarbeiteten Gastgewerbeverordnung. Alle Statthalterämter und das Beco Berner Wirtschaft arbeiten an einer Weisung für neue Übernachtungsformen wie etwa Airbnb. Bisher sind über diese Plattform vermietete Wohnungen vom Bewilligungsradar nicht erfasst worden. 

An Flughöhe gewonnen hat indes das Projekt zum Gefährdungsmanagement. Marc Häusler hat die Leitung eines Teilprojekts übernommen. Nun wolle der Bund die Fragestellung übernehmen. In diesem Projekt geht es darum, ein Vorgehen zu definieren, da bei Gefährdern heute ohne Vorgeschichte keine Intervention möglich ist. «Das ist der richtige Weg diese Lücke zu schliessen, bevor etwas passiert.» 

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...