Beim Theater wird erneut geholzt

Langenthal

Die Sanierer des Stadttheaters in Langenthal haben einer Winterlinde arg zugesetzt. Nun soll der Baum gefällt werden. Das passt den Grünen Langenthal überhaupt nicht in den Kram.

Zu nah am Gebäude: Dieser Winterlinde ist die laufende Theatersanierung nicht gut bekommen, das Wurzelwerk ist stark beschädigt worden. Nun soll der Baum gefällt werden.

Zu nah am Gebäude: Dieser Winterlinde ist die laufende Theatersanierung nicht gut bekommen, das Wurzelwerk ist stark beschädigt worden. Nun soll der Baum gefällt werden.

(Bild: Thomas Peter)

Patrick Jordi@jordipatrick

Bereits Anfang Jahr mussten vier Bäume – zwei stattliche Buchen und zwei Feldahorne – weichen. Die Baumfällaktion markierte quasi den Auftakt zur derzeit laufenden Sanierung des Langenthaler Stadttheaters. Immer noch ungewohnt ist die freie Sicht, die man seither aufs Kulturhaus ­zwischen Jura- und Aarwangenstrasse hat. Und die Sicht wird noch etwas freier: Ein weiterer Baum soll verschwinden – die Winterlinde bei der nordöst­lichen Ecke des Stadttheaters.

Deren Fällung war ursprünglich nicht vorgesehen. «In den verschiedenen Projektierungsphasen wurde immer mit dem Erhalt der Winterlinde geplant», bestätigt Stadtbaumeister Enrico Slongo. Dass es nun doch zum Eingriff kommen soll, hat mit der laufenden Sanierung zu tun: «Mit den Vorbereitungs- und Absenkungsarbeiten im nördlichen Park wurde das Wurzelwerk der Winterlinde stark verletzt», lässt Slongo wissen. Ausserdem habe der Baum wegen des notwendigen Baugerüsts «einseitig stark zurückgestutzt» werden müssen.

Fällung als «beste Lösung»

Weil die Wurzeln verletzt worden seien, sei fraglich, ob die Linde weiter bestehen könne. Der Baum müsste zudem neu in Form gebracht werden. «Die Aufwendungen zum Erhalt und zur ­Einbettung in die neue Plattform der Aussenraumgestaltung sind gross», nennt der Stadtbaumeister einen weiteren hindernden Faktor schriftlich.

Aus diesen Gründen kommen die Verantwortlichen zum Schluss: «Die beste Lösung ist die Fällung der Winterlinde.» Dem Entscheid ging eine Überprüfung der Situation voraus. Das Stadtbauamt beurteilte die Lage zusammen mit dem Generalplanerteam – und zwar in architektonischer, technischer sowie ökonomischer Hinsicht. Enrico Slongo beteuert, dass die Reduktion des Baumbestandes rund ums Theatergebäude mit der Fällung dieser Winterlinde abgeschlossen sei.

Sei diese weg, würden das Theatergebäude und insbesondere der neue Haupteingang noch sichtbarer, so Slongo.

Was das Volk genehmigt hat

Diese Argumentation dürfte die Grünen Langenthal kaum überzeugen. In einer gestern versandten Mitteilung bedauert die Partei «ausserordentlich», dass ein weiterer Baum der Sanierung des Stadttheaters zum Opfer fallen soll. Dass Altes manchmal Neuem weichen müsse, sei den Grünen bewusst, schreiben sie.

Was ihnen sauer aufstösst, ist jedoch die Tatsache, dass nun von dem Projekt, welches das Langenthaler Stimmvolk genehmigt hat, abgewichen werden soll. «Die Umgebungsgestaltung war Teil des Projektwettbewerbs. Daraus geht hervor, welche Bäume erhalten werden sollen und wie dies technisch gelöst werden muss», berufen sich die Grünen auf fixierte Tatsachen. Sie rufen die Projektverantwortlichen und das Stadtbauamt dazu auf, die im Bauprojekt genehmigten Umgebungsgestaltungspläne umzusetzen und auf die Fällung des Baumes zu verzichten. Die Partei möchte «alle noch bestehenden Bäume» rund ums Theater erhalten. Fraglich ist, ob der Aufruf nicht zu spät kommt. Der Termin für die Fällung steht: Passieren solls diesen Donnerstag.

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