Bewegung in der Beizenlandschaft

Langenthal

Das Hirschen-Bad geht bereits Mitte Dezember zu, der Turm öffnet wohl bald wieder – und die «Pöstli»-Wirtin will trotz Widrigkeiten weitermachen: Die städtische Gastro­szene macht aktuell über den Stammtisch hinaus von sich reden.

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Patrick Jordi@jordipatrick

Im Mai vor einem Jahr kaufte Stadtpräsident Thomas Rufener das eingangs Langenthal gelegene Hirschen-Bad. Mit den vormaligen Besitzern und langjährigen Wirtsleuten Christine und Rolf Stauffer schloss er einen Pachtvertrag bis zu deren Pensionierung ab.

Zwei Jahre: So lange, hiess es, würden Stauffers noch weiterwirten. Nun aber hören die beiden bereits Mitte Dezember auf. «Ich habe den Pachtvertrag mit Thomas Rufener per Ende Jahr aufgelöst», bestätigt Rolf Stauffer. Mit dem Entscheid geht eine Ära von 27 Jahren zu Ende. Die Pächter stehen vor der Pensionierung.

Wie es mit dem 1728 erbauten Gasthaus weitergeht, kann Stauffer nicht sagen. Thomas Rufener wüsste wohl mehr. Er weilt zurzeit jedoch in den Ferien und will die Geschehnisse im Hirschen-Bad zu einem späteren Zeitpunkt kommentieren.

Dass das Haus auch über die Ära Stauffer hinaus ein Gastrobetrieb bleiben soll, wurde anlässlich des damaligen Besitzerwechsels angedeutet. Zunächst dürften jedoch Bauarbeiten anstehen. Das als schützenswert eingestufte «Bedli» weist einen nicht unerheblichen Renovationsbedarf auf.

Hoffnung für den Turm

Mehr oder weniger von heute auf morgen übernommen werden könnte hingegen das Restaurant Zum Turm. Dazu soll es auch bald kommen: Aus gut unterrichteten Kreisen ist zu erfahren, dass ein Vertragsabschluss unmittelbar bevorsteht. Als neuer Pächter im Gespräch ist Hasan Ozan, der in Roggwil die Pizzeria da Gusto GmbH betreibt.

Er ist nach eigenen Angaben aber nicht derjenige, der zum Handkuss kommt. Wer es effektiv ist und ob es mit dem Konzept «frisch und anders» weitergeht, wird sich demnächst zeigen. Ende Juli schlossen die bisherigen Betreiber Anna und Hans-Peter Duss den Turm aus gesundheitlichen Gründen.

In eine düstere Zukunft blickt derweil die Betreiberin des Restaurants Zur alten Post, Nicole Inniger. Sie würde, wie sie sagt, das «Pöstli» eigentlich gerne weiterbetreiben. Nachdem das Tona-Haus aber in neue Hände übergegangen ist – die Immobilie gehörte bis vor kurzem noch Otto Tona –, sieht sich Inniger mit einem massiv höheren Mietzins konfrontiert. Einen, den sie angesichts des erzielten Umsatzes nicht bezahlen könne.

Ausserdem bestehen offenbar Unklarheiten hinsichtlich der Vertragssituation. Im stressigen Tages­geschäft mag die «Pöstli»-Wirtin die «verfahrene Situation» zwischen ihr und der neuen Besitzerin nicht gross kommentieren. Vorderhand laufe der Betrieb weiter. Sie könne auf die Unterstützung der Familie zählen. Verbindungen bestehen zur Bäckerei Inniger in Bützberg.

Shisha-Bar im Gespräch

Vor verschlossenen Türen steht indessen, wer das Restaurant La Perla im ersten Stock des Spatz-Gebäudes aufsucht. Dort war den ganzen Sommer über nichts mehr los. Das letzte Mal offen hatte das italienische Restaurant wohl irgendwann im Frühling. Der Besitzer des Stockwerks, Metin Kirmizitas, kann derzeit keine neue Lösung für das Lokal präsentieren.

Geht es nach ihm, sollen die Räume auch in Zukunft gastronomisch genutzt werden. Er wäre jedoch auch einem Verkauf des Stockwerkeigentums nicht abgeneigt. Gerüchteweise war zuletzt auch zu vernehmen, La Perla werde von einer Shisha-Bar abgelöst. Zu solchen Behauptungen will Kirmizitas jedoch keine Stellung beziehen.

Apropos Gerüchte: Verhandelt wird gelegentlich auch die Schliessung der Bar Barock 24. Das Lokal in der Kreuzpassage zieht vergleichsweise wenig Publikum an. Die benachbarten Lokale Style Bar und Kreuzhofbar werden wesentlich besser frequentiert. Von einem baldigen Ende will Betreiber Ümit Kalkan allerdings nichts wissen. Alles laufe normal, er mache weiter. «Die Bar braucht etwas Zeit», gibt er ein knappes Jahr nach der Eröffnung zu Protokoll.

Näher rückt derweil die Eröffnung des Cafés der Solothurner Confiseriefirma Suteria. Als Standort vorgesehen ist das Erdgeschoss der Bärenscheune, die sich aktuell noch im Umbau befindet. Die Renovation rückt jedoch flott voran – soeben wurden die Baugerüste entfernt.

Zu einem erneuten Wechsel kam es indessen in der ehemaligen Passhöchi. Aus dem American Restaurant Hot Food wurde zwischenzeitlich das 7 Days Food. Neu zeichnet Erkan Yilmaz verantwortlich für das Lokal. Nebst einem Restaurant vor Ort wird ein Lieferservice für Kebab, Pizza, Hamburger und dergleichen angeboten. Das Imbissrestaurant hat sieben Tage die Woche geöffnet.

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