Zum Hauptinhalt springen

Buntspecht ist Vogel des Jahres

Ihn zu beobachten, ist nicht immer möglich, aber man hört ihn weitum: Der Buntspecht wurde zum Vogel des Jahres 2016 gewählt – mit gutem Grund.

Der Buntspecht ist der häufigste Specht in der Schweiz.
Der Buntspecht ist der häufigste Specht in der Schweiz.
Hans Wüthrich

Er lebt auch im Oberaargau, der häufigste Specht in der Schweiz. Etwa in den Wäldern um Aarwangen, wo Vogelschützerin Elsbeth Amstutz den Buntspecht in diesem Frühjahr mehrmals beobachten konnte. Dort wollen wir den Vogel des Jahres 2016 aufspüren. Die Vogelkennerin führt durch den Banwald.

Eine starke Bise bringt die Baumwipfel in Bewegung. Es knackt im Holz, doch da ist kein Specht. Links und rechts des Weges hört man viele Vögel singen. «Buchfink, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke», identifiziert sie Elsbeth Amtstutz rasch und sicher. Doch der Specht scheint heute nicht in Laune zu sein, sich eine Höhle zu zimmern. Er lässt sich weder hören noch sehen.

Auskunft über den gesuchten Vogel gibt die Fachliteratur: Der Buntspecht hat die Grösse einer Amsel; seine Federn sind schwarz-weiss gefärbt, nur am Steiss sind sie rot. Männchen haben einen roten Fleck am Hinterkopf, Jungvögel eine rote Kappe. Im Frühjahr verkünden die Buntspechte mit lautem Trommeln auf morschen Ästen ihre Suche nach einem Partner, sowohl die Männchen wie auch die Weibchen tun dies. Hat sich ein Paar gefunden, beginnt es mit dem Bau einer Höhle in einem Stamm – harte Arbeit. Das Weibchen legt durchschnittlich sechs Eier in die Bruthöhle, beide Eltern beteiligen sich am Brutgeschäft.

Beim Trommeln wie beim Höhlenbau sind Schnabel und Kopf der Spechte einer grossen Belastung ausgesetzt. Doch sie sind dafür perfekt ausgerüstet: Der verknöcherte untere Teil des Schnabels leitet die Wucht des Schlages auf den ganzen Körper ab. Die schwammartige Knochenstruktur zwischen Schnabel und Schädel wirkt als Stossdämpfer, und die Schädeldecke ist dicker als bei anderen Vögeln.

Auf Totholz angewiesen

Der Buntspecht bevorzugt dicke Larven von Totholzkäfern, die in alten und morschen Bäumen leben. Er ist in der Lage, die Fressgeräusche der Larven im Holz zu hören. Gezielt hackt er das Holz auf und zieht mit seiner langen Zunge die Larven heraus. Die Spechtzunge hat eigens dafür an der Spitze kleine Widerhaken.

Buntspechte bauen öfters neue Höhlen. Die alten werden sofort von Nachmietern besetzt: Meisen, Kleibern und Fledermäusen, Siebenschläfern oder Insekten. Daher ist es wichtig, Höhlenbäume stehen zu lassen. Der Bunt- und alle anderen Spechte sind auf alte Bäume und Totholz angewiesen. Deshalb hat ihn der Schweizer Vogelschutz zum Vogel des Jahres und zum Botschafter für dieses Anliegen ernannt.

bag

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch