Bystronic Glass wird finnisch

Bützberg

Nun steht fest, wer die Glassparte des Mischkonzerns Conzzeta in Bützberg übernimmt: die Glaston-Gruppe mit Sitz in Helsinki.

Wird für 78 Millionen Franken an ein finnisches Unternehmen verkauft: Bystronic Glass in Bützberg.

Wird für 78 Millionen Franken an ein finnisches Unternehmen verkauft: Bystronic Glass in Bützberg.

(Bild: Thomas Peter)

Chantal Desbiolles

Kurz und knapp teilte Conzzeta im vergangenen November mit, man prüfe einen Verkauf der Glasbearbeitung. Und man sei in Kontakt mit potenziell interessierten Käufern. Seit Freitag ist klar, an wen Bystronic Glass geht: Der Mischkonzern ist sich einig geworden mit der finnischen Glaston Corporation. Das Firmenstück wechselt für 68 Millionen Euro (78 Millionen Franken) die Hand.

Die beiden Firmengruppen haben eine bindende Vereinbarung unterzeichnet. Abgeschlossen werden soll die Transaktion bis Ende des ersten Quartals. Glaston verfügt gemäss der Mitteilung über die nötige Finanzierung; eine ausserordentliche Generalversammlung hat den Deal abgesegnet.

Conzzeta, ein eigentlicher Gemischtwarenladen, begründete bereits die Käufersuche genau damit: der Reduktion des breit gefächerten Portefeuilles, das von Sportartikeln über Schaumstoffe, grafische Beschichtungen bis zu Glas- und Blechbearbeitung reicht. Glaston indes stellt Maschinen zur Glasverarbeitung her, was Bystronic Glass gut ergänzt. Mit innovativen Lösungen für die Bearbeitung von Architektur- und Fahrzeugglas erwirtschaftete die Firma, die ihren Sitz 2012 von Bützberg nach Deutschland verlegte, 2017 mit über 400 Mitarbeitenden einen Nettoumsatz von 119 Millionen Franken.

Glaston bietet Technologien und Dienstleistungen zur Glasverarbeitung für die Architektur-, Solar-, Haushaltsgeräte- sowie Automobilindustrie und erwirtschaftete 2017 einen Nettoumsatz von 110 Millionen Euro. Gemeinsam werden die beiden Unternehmen zu einem bedeutenden Akteur im Glasmaschinengeschäft, der vom Härten über das Laminieren bis hin zur Isolierglasherstellung und zum Glashandling sowie zu Servicedienstleistungen alles anbieten kann.

Wertschöpfung verlängern

Die Transaktion sei das Ergebnis einer «überzeugenden industriellen Logik», wird Conzzeta-CEO Michael Willome zitiert: Nur zunehmend integrierte und digitale Lösungen ermöglichten eine nachhaltige Steigerung der Produktivität im Prozess. Bei Conzzeta will man sich nun auf die drei verbleibenden Segmente konzentrieren: chemische Spezialitäten, Outdoor und Blechbearbeitung. Mit Letzterer ist die Bystronic Laser AG in Niederönz gemeint.

In den Chorus stimmen Arto Metsänen, Präsident und CEO von Glaston, sowie Burghard Schneider, CEO von Bystronic Glass, mit ein. «Mit unseren kombinierten Fähigkeiten und Kompetenzen sind wir in der Lage, Maschinen, Dienstleistungen und Lösungen aus einer Hand anzubieten, die den Betrieb unserer Kunden optimieren und produktiven Mehrwert schaffen», so Metsänen. (cd)

Berner Zeitung

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