Das Bauen geht weiter

Niederbipp

In Niederbipp ist zwar eine Verdichtung angestrebt, das Tempo freut jedoch nicht alle.

Die Profile für die geplanten Mehrfamilienhäuser stehen. Foto: Adrian Moser

Die Profile für die geplanten Mehrfamilienhäuser stehen. Foto: Adrian Moser

Giannis Mavris@MavrisGiannis

Man nehme eine gute Lage mit Autobahnanschluss, tiefe Gemeindesteuern und eine Planung, die eine Verdichtung des Ortskerns vorsieht: Das Resultat ist eine rege Bautätigkeit. In Niederbipp ist dies ein gut bekanntes Phänomen, herrscht doch seit einigen Jahren ein regelrechter Bauboom. Nun liegt auch für die Obere Dürrmühlestrasse 14 und 14a ein Baugesuch vor: zwei Neubauten mit total fünfzig Wohnungen, Gewerbefläche und einer unterirdischen Einstellhalle mit 109 Parkplätzen.

Mangelndes Wachstum kann also nicht beklagt werden im Dorf. Im Gegenteil. Manchen geht es zu schnell, wie der zuständige Gemeinderat Walter Jäissli (SVP) bestätigt: «Wir wollten nicht so schnell wachsen.» Was in den letzten fünf Jahren geschehen sei, habe man so nicht erwartet. Negativzinsen und Investitionsdruck führten aber nun einmal dazu, dass momentan viel gebaut werde.

Das habe man auch der 2012 bewilligten Ortsplanung zu verdanken, die explizit ein verdichtetes Bauen im Zentrum vorsah. «Wir haben grundsätzlich keine Freude an der immensen Bautätigkeit, aber so ist halt die Situation im Moment», sagt Jäissli. Immerhin sei aufgrund der verkehrstechnisch guten Lage von Niederbipp der Leerwohnungsbestand kein so grosses Problem wie andernorts.

Bei früheren Bauprojekten kamen regelmässig viele Einsprachen zusammen, etwa bei der Überbauung Oberfeldquartier. Von verschiedenen Seiten wurde eine «Zubetonierung» des Dorfes moniert und kam auch an Gemeindeversammlungen zur Sprache. Einer der Hauptkritikpunkte: die Höhe der geplanten Bauten.

Auch das neue Projekt wird höher sein als ein durchschnittliches Einfamilienhaus: Bei einer Gesamthöhe von circa 17 Metern sind vier oberirdische Geschosse mit Attika und zwei unterirdische Geschosse geplant. Auf der Gemeinde rechnet man wohl auch darum mit Einsprachen, wie Nadja Stauffiger, Leiterin Bau, sagt. Das Gesuch liegt noch bis zum 21. Januar auf.

Im Sinne des Einsprechers

Schon vor einem Jahr ist von denselben zwei Personen ein Baugesuch vorgelegen, das einen Teil des Areals betraf. Dieses wurde jedoch nach einer Einsprache zurückgezogen, da die Bauherrschaft sich mit einem Einsprecher einigen konnte und ein komplett neues Projekt einreichen wollte, wie Stauffiger sagt.

Nun hätten die Besitzer der zwei aneinandergrenzenden Liegenschaften ein gemeinsames Gesuch eingereicht, das zwei Neubauten vorsieht, eine mit 32 und eine mit 18 Wohnungen. Wann mit einem allfälligen Baubeginn zu rechnen ist, ist unklar. Zu begrüssen sei aus Sicht der Gemeinde die Einstellhalle, sagt Stauffiger: «Im Zentrum haben wir nämlich einen Mangel an Parkplätzen.»

Langenthaler Tagblatt

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