«Das ist eine sehr teure Strasse»

Niederbipp

Das Doktorsträssli soll für 890'000 Franken erneuert werden. Zu viel, finden einige der Stimm­berechtigten.

Der Gemeinderat Daniel Gnägi (SP) verkündete, dass eine Steuersenkung von 1,35 auf 1,30 Einheiten geprüft werden könne.

Der Gemeinderat Daniel Gnägi (SP) verkündete, dass eine Steuersenkung von 1,35 auf 1,30 Einheiten geprüft werden könne.

(Bild: Thomas Peter)

«Die Sanierung des Doktor­strässli ist unumgänglich», betonte der zuständige Gemeinderat Peter Marti (FDP). Die Strasse verfüge über keine Fundationsschicht, der Belag sei in einem schlechten Zustand, und die Sicherheit für Fussgänger sei mangelhaft. Daher soll ein durchgehendes Trottoir erstellt werden. Kostenpunkt der umfassenden Sanierung: 890'000 Franken.

«Das ist aber eine sehr teure Strasse», bemerkte einer der 79 Anwesenden (von total 2916 Stimmberechtigten). Es handle sich beim Projekt nicht um eine Luxuslösung, betonten die Zuständigen des Planungsbüros. Da die heutige Strasse über keine Kofferung verfüge, koste es etwas mehr. Zudem müsse die Sanierung etappenweise durchgeführt werden, damit die Zufahrt zur Schulanlage stets möglich sei. Das schlage ebenfalls zu Buche.

Ein weiterer Votant kritisierte, dass er fürs Parkieren künftig über ein Trottoir fahren müsse. «Das wird für Fussgänger und vor allem für kleine Kinder kaum sicherer.» Mit einem Trottoir sei aber die Vortrittsberechtigung klar geregelt, was heute nicht der Fall sei, erklärte Bauingenieur Beat Messerli.

Trotz der kritischen Meldungen stimmten die anwesenden Stimmberechtigten dem Kredit mit 64 Ja- zu 12 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung deutlich zu. Mit der Sanierung soll noch diesen Herbst begonnen werden.

Antrag aus der Versammlung

Bauverwalterin Nadja Stauffiger stellte das überarbeitete Mehrwertabgabereglement vor. Der Bipper Gemeinderat sah ursprünglich einen Abgabesatz von 40 Prozent bei einer Einzonung und 30 Prozent bei einer Auf- und Umzonung vor.

Zwei Votanten waren sich indes einig, dass der zweite Punkt aus dem Reglement gestrichen werden sollte. Der Antrag aus der Versammlung fand eine deutliche Mehrheit, der Gemeinderat muss seinen Entwurf daher anpassen.

Die Jahresrechnung von Niederbipp schliesst im Gesamthaushalt mit einem Plus von gut 260'000 Franken ab. Eine deut­liche Besserstellung gegenüber dem Budget also, das ein Defizit von 446'000 Franken vorsah. Als Hauptgrund nannte Finanzverwalter Rolf Niederer die höheren Steuer­einnahmen bei den natürlichen Personen.

Gemeinderat Daniel Gnägi (SP) verkündete, dass gar eine Steuersenkung von 1,35 auf 1,30 Einheiten geprüft werden könne. Die Rechnung sowie das überarbeitete Abfallreglement genehmigte der Souverän einstimmig.

Langenthaler Tagblatt

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