Demenzzentrum bereits massiv verspätet

Langenthal

Das neue Lindenhof-Demenzzentrum hängt weiter in der Schwebe. Doch jetzt tut sich etwas. 

Die Stimmung dürfte nach wie vor unterkühlt sein: Noch kann das Altersheim nicht bauen. Foto: Thomas Peter

Die Stimmung dürfte nach wie vor unterkühlt sein: Noch kann das Altersheim nicht bauen. Foto: Thomas Peter

Vielleicht ist es ja diesen Januar endlich so weit. Vielleicht aber auch nicht. Sicher ist nur, dass die Baubewilligung für das geplante Demenzzentrum der Stiftung Lindenhof nach wie vor aussteht. «Es mussten leider weitere Anpassungen an das Baugesuch gemacht werden», bestätigt Heimleiterin Bernadette Eichmüller auf Anfrage.

Diese seien vom Stadtbauamt im Dezember nicht mehr behandelt worden. Eichmüller weiss nicht, ob das Gesuch an der ersten Sitzung der Verwaltung traktandiert ist. Bei der Stadt Langenthal heisst es, das Bauinspektorat sei daran, einen Entscheid für die aktualisierten Unterlagen zu schreiben. Das Gesuch solle in Kürze der Bau- und Planungskommission sowie dem Gemeinderat vorgelegt werden.

Nach dem Geschmack des Stiftungsrats hätte alles viel schneller gehen sollen: Am 15. September 2017 reichte er für sein Projekt ein Baugesuch ein. Die Bewilligung erwartete der Lindenhof bis Ende jenen Jahres. Im Frühling 2018 hätte ein provisorischer Pavillon im Park die alte Villa ersetzen sollen. Der Neubau, so der Plan, stünde dann im Herbst 2019 bereit. Ein dreigeschossiges Gebäude mit 20 Betten verteilt auf Einzelzimmer.

Die Kosten wurden auf 13,5 Millionen Franken geschätzt. Bereits vor einem Jahr war aber klar: Dieser Plan würde nicht aufgehen. Denn seit der Eingabe waren vier Monate verstrichen und das Baugesuch nie publiziert worden. «Die Situation macht uns ohnmächtig», sagte Eichmüller damals.

Das Stadtbauamt teilte mit, die Gesuchsunterlagen könnten «mangels baupolizeilicher Vorschriften» vorerst nicht behandelt werden. Stadtpräsident Reto Müller wies darauf hin, dass im Zonenplan «S4 – Altersheim Lindenhof» keine konkreten Masse angegeben seien. Damit bleibe unklar, ob der Neubau überhaupt zonenkonform wäre. Die Heimleitung rechnete daher damit, frühestens im Oktober 2018 in den Pavillon einzuziehen.

Schleppendes Verfahren

Eine kleine Chronik, was ab Juli 2018 geschah: Laut beiden Parteien fanden in der Zwischenzeit verschiedene Sitzungen statt. Noch vor den Sommerferien reicht der Lindenhof das überarbeitete Projekt erneut ein. «Leider haben wir erfahren, dass die Stadt wieder viele Wenn und Aber hat», sagt Eichmüller.

August 2018: Das Baugesuch sei nun so weit vorbereitet, dass es aufgelegt werden könne, bestätigt Stadtbaumeister Enrico Slongo. Was kurz darauf tatsächlich auch geschieht. 

Oktober 2018: Die Frist ist abgelaufen, Einsprachen gegen das Demenzzentrum mit dem Namen Lichthof gibt es keine. Der Stiftungsrat beruft eine Sitzung ein, um den weiteren Projektverlauf zu besprechen. «Dann kann es endlich losgehen», zeigt sich Eichmüller optimistisch.

November 2018: Die Zonenordnung steht nun, doch noch fehlt die Baubewilligung. Die Heimleitung sieht trotzdem Lichtblicke. Man hoffe, dass es im nächsten Monat so weit sei. Der Stiftungsrat habe zwischenzeitlich einer Firma den Auftrag erteilt, die Pavillonteile zu produzieren. Der Zeitplan sieht nun wie folgt aus: ab Ende April 2019 Umzug in das Provisorium. Mitte Mai Abbruch der Villa, September 2020 Bezug des Neubaus – ein Jahr später als geplant. 

Dezember 2018: Gemäss Stadtbauamt muss die Bauherrschaft noch gewisse Teile des Projekts anpassen. Die überarbeiteten Unterlagen würden jedoch in Bälde erwartet. «Mehr kann ich zurzeit nicht sagen», teilt Slongo auf Anfrage mit.

Nun geht das Projekt, das in diesem Jahr eigentlich hätte vollendet werden sollen, in die nächste Runde. Bleibt abzuwarten, ob das Baugesuch in Kürze tatsächlich bewilligt wird. 

Langenthaler Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt