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Der Gasthof liegt ihnen am Herzen

Seit über 300 Jahren ist der Bären im Besitz der Familie Grütter. Nun muss sich die Erben­gemeinschaft auf die Suche nach neuen Pächtern machen.

Bald sollen neue Wirtsleute den Bären übernehmen.
Bald sollen neue Wirtsleute den Bären übernehmen.
Andreas Marbot

«Ich kann mich noch sehr gut ans Futterrübenputzen und Kartoffelnernten erinnern.» Heidi Kuhn blickt gern in ihre Kindheit zurück. Gemeinsam mit fünf Schwestern in Rothrist aufgewachsen, verbrachte sie während der Schulferien immer viel Zeit auf dem Gutsbetrieb ihrer Gotte in Roggwil. Auf dem Bänkli vor dem Haus sei sie oft gesessen, erzählt sie, und habe zum Bären auf der anderen Seite der Strasse geschaut. Dieser gehörte ihrem Vater Jakob Grütter, der in Rothrist eine Drogerie führte und den Gasthof verpachtet hatte.

Wo früher der Gutsbetrieb war, stehen heute die Gebäude der Firma Schneeberger Lineartechnik. Und auch der Gasthof Bären hat Besitzer gewechselt: Die Schwestern übernahmen die Liegenschaft an der St.-Urban-Strasse in einer Erbengemeinschaft. Die von der Denkmalpflege als schützenswert eingestufte Liegenschaft ist seit über 300 Jahren in Besitz der Familie Grütter. 1694 kaufte sie den damals noch Mutzenstube genannten Gasthof dem Landvogt von Aarwangen ab.

Das heutige Erscheinungsbild des Gebäudes ist jedoch erst 200 Jahre alt. Denn der ursprüngliche Gasthof brannte 1811 nieder. Einzig der Gewölbekeller zeugt noch von der Zeit vor dem Unglück.

«Offen für Neues»

Ob Familie Grütter im Bären je selbst gewirtet hat, kann Heidi Kuhn nicht genau sagen. «Ich konnte die Verpachtungen nur bis 1920 zurückverfolgen.»

Vor 30 Jahren übernahmen Annelies und Franz Wicki den Gasthof in Pacht. Nun geben sie den Betrieb Mitte November auf. Zu den Gründen für diesen Entscheid möchten sich die beiden auf Anfrage nicht äussern. «Es tut uns weh, wir hatten es sehr gut mit Annelies und Franz Wicki», sagt Erika Christinat, die Schwester von Heidi Kuhn. «Wir ver­stehen jedoch ihren Entscheid.» Schweren Herzens würden sie sich nun auf die Suche nach einem neuen Pächter machen.

«Es ist uns wichtig, die Tradition des Hauses weiterhin zu wahren. Wir sind aber auch offen für Neues», sagt Heidi Kuhn. Schliesslich hätten sich die Essgewohnheiten der Menschen verändert. So wünscht sich die Erbengemeinschaft jemanden, der sowohl die gutbürgerliche Küche als auch fantasievolle Gerichte anbietet.

bga

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