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Der Zug kommt ins Rollen

Bis 2020 soll die längst überfällige Sanierung des Bahnübergangs Rütihof abgeschlossen sein. Von den Burgergemeinden als Waldbesitzern ist offenbar kein Widerstand zu erwarten.

Nicht mehr zulässig: Der Bahnübergang muss mit einer Schranke ausgestattet und der Aufprallwinkel zur Bipperstrasse entschärft werden.
Nicht mehr zulässig: Der Bahnübergang muss mit einer Schranke ausgestattet und der Aufprallwinkel zur Bipperstrasse entschärft werden.
Marcel Bieri
Wird umgestaltet: Der Bereich der Einmündung in die Kantonsstrasse  zwischen Niederbipp und Aarwangen.
Wird umgestaltet: Der Bereich der Einmündung in die Kantonsstrasse zwischen Niederbipp und Aarwangen.
Marcel Bieri
Das Erstellen einer Schrankenanlage ist nur ein Bestandteil des auf 5,4 Millionen Franken veranschlagten Bauprojekts.
Das Erstellen einer Schrankenanlage ist nur ein Bestandteil des auf 5,4 Millionen Franken veranschlagten Bauprojekts.
Marcel Bieri
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Ein Blinklicht reicht nicht mehr. Bahnübergänge wie derjenige über die Bipperstrasse in Bannwil müssen heute mit einer Schranke gesichert sein. So will es die Eisenbahnverordnung. Längst hätte der Übergang über die nördliche Dorfzufahrt deshalb erneuert werden sollen. Doch das Sanierungsprojekt wollte lange nicht wirklich ins Rollen kommen.

Dabei waren es für einmal nicht Einsprachen, die das Vorhaben verzögerten. Hauptgrund war vielmehr die lange Unklarheit darüber, ob die Gemeinde die Bipperstrasse verlegen und die Bahn diese künftig gar nicht mehr kreuzen würde. Erst im Sommer 2015 haben sich die Bannwilerinnen und Bannwiler in einer Konsultativabstimmung schliesslich gegen diese Luxusvariante aus­gesprochen. Die Bipperstrasse soll stattdessen lediglich saniert werden.

Drei Jahre später wird das Bauvorhaben der Aare Seeland mobil (ASM) als Bahnbetreiberin jetzt konkret. Noch bis Ende Monat liegen die Pläne zur Sanierung des Bahnübergangs Rütihof auf. Voraussichtlich in zwölf Monaten, ab Oktober 2019, soll gebaut werden an der Bipperstrasse. Ziel sei es, sagt Projektleiter Nicola Buergi von der ASM, das Vor­haben bis Ende 2020 abgeschlossen zu haben.

Stauraum schaffen

Das Erstellen einer Schrankenanlage ist nur ein Bestandteil des auf 5,4 Millionen Franken veranschlagten Bauprojekts. Eine veränderte Linienführung der Bahn sowie der Bipperstrasse soll dafür sorgen, dass das «Bipperlisi» die Kurve Richtung Niederbipp künftig in fast doppelt so hohem Tempo passieren kann wie bis anhin und dass der Aufprallwinkel zwischen Bahn und Strasse entschärft werden kann.

Die daraus resultierende Verschiebung des Bahnübergangs hat zudem eine Vergrösserung des Stauraums zwischen dem Übergang und der Kantonsstrasse zur Folge. Denn mit einem Stauraum von aktuell nur elf Metern kommt es heute bei geschlossenem Bahnübergang immer wieder zum Rückstau auf der viel befahrenen Kantonsstrasse zwischen Niederbipp und Aarwangen, ist den Planunterlagen zu entnehmen.

Neben der Verschiebung des Bahnübergangs sieht die zusammen mit dem kantonalen Tiefbauamt erarbeitete Lösung auch den Bau eines Einlenkers in die Bipperstrasse vor.

Das Spannungsfeld

Es sei ein Vorhaben auf an sich kleiner Fläche, das es allerdings in sich habe, sagt Projektver­fasser Peter Siegrist vom gleichnamigen Ingenieur- und Planungsbüro in Langenthal. Er meint damit nicht nur den «geologisch anspruchsvollen Grund», auf dem es einen neuen Bahndamm zu errichten gilt. Es ist vor allem auch die Waldfrage, die die Planer vor einige Schwierigkeiten gestellt hat.

Insgesamt 9297 Quadratmeter Wald sowohl auf Bannwiler wie auch auf Niederbipper Boden sollen gerodet werden, 5623 davon dauerhaft. Wiederaufforstungen seien allerdings nur begrenzt möglich, verweist Siegrist auf das Spannungsfeld zwischen dem Erhalten des Waldes einerseits und der Fruchtfolgeflächen andererseits. Ein Teil der gerodeten Waldfläche soll deshalb in der alten Kiesgrube Bannwil ersetzt werden. Entlang der Kantonsstrasse etwa wird es indes ­lediglich zu sogenannten öko­logischen Ersatzmassnahmen kommen.

«Auf guten Wegen»

Nach ersten Gesprächen mit den betroffenen Grundeigentümern – es sind dies neben der Ein­wohnergemeinde Bannwil auch die Burgergemeinden Niederbipp und Bannwil sowie eine Privatperson – zeigte sich die ASM gemäss den Planunterlagen zuversichtlich, «dass die entsprechenden Vereinbarungen ein­vernehmlich abgeschlossen werden können».

Wo dies nicht ge­linge, werde die Bahnbetreiberin die Erteilung des Enteignungsrechts beantragen. Denn könnte die Schrankenanlage nicht in Betrieb genommen werden, heisst es in den Unterlagen, würde die Bipperstrasse unterbrochen und die Zufahrt zum Dorf auf diesem Weg wegfallen.

Zumindest von der Burgergemeinde Niederbipp werde es aber keinen Widerstand geben, sagte gestern Präsident Peter Born. Die Niederbipper Burger hätten die Verträge bereits unterzeichnet. Seitens der Burgergemeinde Bannwil wiederum soll anlässlich der bevorstehenden Versammlung vom 15. Oktober über den Stand der Verhandlungen und die Haltung des Burgerrates informiert werden. Die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen, aber «auf guten Wegen», sagt Präsidentin Susanna Eggimann-Friedli.

Die Planunterlagen sind bis zum 30. Oktober in den Gemeinde­verwaltungen von Bannwil und Niederbipp öffentlich einsehbar.

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