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Die alte Halle ist zurück im Spiel

Im Dezember hiess es noch, der Standort Schoren sei aus dem Rennen. Jetzt wird neben einer neuen Arena auf dem Reitplatz oder im Hard doch auch eine Sanierung der bestehenden Eishalle ins Auge gefasst.

Die Eishalle Schoren war schon so gut wie abgeschrieben. Nun kommt eine Gesamtsanierung plötzlich doch infrage.
Die Eishalle Schoren war schon so gut wie abgeschrieben. Nun kommt eine Gesamtsanierung plötzlich doch infrage.
Thomas Peter

Im Langenthaler Ortsteil Schoren sei Eishockey nun einmal auch eine Herzensangelegenheit, sagte SCL-Verwaltungsratsmitglied Heinz Trösch im Anschluss an die Medienkonferenz am Dienstag. Nur wenige Minuten zuvor hatten die Verantwortlichen der SCL AG, der Kunsteisbahn Langenthal (KEB) AG und der Stadt über das weitere Vorgehen betreffend der Eissportinfrastruktur in Langenthal informiert. Und dabei überraschend auch die heutige Schorenhalle wieder ins Spiel gebracht.

Noch vor wenigen Monaten schien diese für den Gemeinderat keine Option mehr zu sein. Zwar hatte die damalige Exekutive nach einer ersten Evaluation auf eine definitive Standortfestlegung verzichtet. Allerdings stellte sie als jene Standorte, die vom Nachfolgegremium nun weiter diskutiert werden sollten, klar den Reitplatz und das Hard in den Vordergrund. Nun soll neben diesen möglichen Neubaustandorten also auch ein Umbau der bestehenden Schorenhalle geprüft werden.

Retrofit zu Ende denken

Der Gemeinderat habe lange das Gefühl gehabt, dass der Standort Schoren nach 21 Jahren keine Option mehr sei, erklärte Reto Müller (SP), der inzwischen das Amt des Stadtpräsidenten übernommen hat. Im Rahmen der 2016 vom Gemeinderat beim Stadtbauamt in Auftrag gegebenen Standortevaluation habe man deshalb ausschliesslich mögliche Plätze für einen Hallenneubau geprüft. Nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem laufenden Projekt Retrofit der KEB, das die Funktionstauglichkeit der Schorenhalle bis zum Bezug einer neuen Eishalle gewährleisten sollte, habe mittlerweile aber ein Umdenken stattgefunden.

Wie am Dienstag einmal mehr deutlich wurde, ist allein diese befristete Instandhaltung der heutigen Eishalle mit hohen Kosten verbunden. Schon letzten Sommer haben die Verantwortlichen der KEB darauf aufmerksam gemacht, dass die Besitzerin und Betreiberin der Halle die Investitionen von 3 bis 4 Millionen Franken bis zum Ablauf des Vertrags mit der Burgergemeinde als Landbesitzerin im Jahr 2031 allein nicht wird tätigen können. Heisst: dass das Volk über die Grossinvestition wird abstimmen müssen.

Stadtpräsident Reto Müller: «Die Frage ist auch: Käme man mit der bestehenden Halle schneller zu einem Ergebnis als mit einem anderen Standort?» Bild: Thomas Peter
Stadtpräsident Reto Müller: «Die Frage ist auch: Käme man mit der bestehenden Halle schneller zu einem Ergebnis als mit einem anderen Standort?» Bild: Thomas Peter

Es sei wichtig, dem Souverän genau aufzeigen zu können, welche Investitionen es brauche und mit welchem Ausblick diese verbunden seien, betonte Müller. Nach Auffassung des Gemeinderats beinhalte das auch ein Zuendedenken der Retrofit-Idee: Wäre im Schorenareal anstelle einer vorübergehenden Instandhaltung nicht auch eine Gesamtsanierung möglich, wie sie etwa in Olten oder Langnau ­bereits realisiert worden ist? Und vor allem: «Käme man mit der ­bestehenden Halle allenfalls schneller zu einem Ergebnis als mit einem anderen Standort?»

Die entscheidende Waldfrage

Das Erarbeiten einer entsprechenden Machbarkeitsstudie für eine Sanierung der Halle obliegt nun der Kunsteisbahn AG. Grundsätzlich, so KEB-Geschäftsführer Rudolf Minder, sei im Schorenareal genügend Platz vorhanden für ein Gesamtpaket mitsamt zweitem Eisfeld, Curlinganlage und Parkplätzen. «Entscheidend ist der Befreiungsschlag, was den Wald betrifft.»

Das Problem: Heute steht die Halle zu nah am Wald. Die Frage ist deshalb, ob der Kanton einer allfälligen Abholzung (verbunden mit einer Aufforstung an anderer Stelle) zustimmen würde. Abklärungen mit dem Kanton seien im Gang, so Minder. Und auch mit der Burgergemeinde und den Curlern sei die KEB nun im regen Austausch. Bis im Herbst soll die Hallenbetreiberin ihre Ergebnisse der Stadt und dem SCL vorlegen.

Gleichzeitig geht nun aber auch die SCL AG über die Bücher. Von ihr will der Gemeinderat ebenfalls bis im vierten Quartal wissen, welche der drei Optionen Neubau Reitplatz, Neubau Hard und Sanierung Schorenhalle aus Sicht der Hauptnutzerin am besten weiterverfolgt werden sollte.

Erst wenn auch diese Erkenntnisse vorliegen, will der Gemeinderat schliesslich noch in diesem Jahr entscheiden, welche Lösung danach definitiv weiterverfolgt werden soll. Bis in 2 Jahren soll dann ein konkretes Projekt erarbeitet werden, das die Eissportinfrastruktur in Langenthal langfristig sichern könnte.

«Dringlichkeit erkannt»

«Wir sind froh, dass die Dringlichkeit erkannt worden ist», verwies SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf auf die laufend steigenden Anforderungen der Nationalliga an den Eishockeyverein und die damit verbundenen klaren Bekenntnisse, die inzwischen auch die Kernaktionäre und Hauptsponsoren erwarteten. «Wir brauchen bis in 2 Jahren eine Verbindlichkeit.» Sonst sei das Engagement dieser wichtigen Stützen des Vereins infrage gestellt.

Auch für ihn sei der nun eingeschlagene Weg daher der richtige. Letztlich gehe es ja nicht nur um die Frage des Standorts, sondern auch darum, ob überhaupt noch Nationalligaeishockey gespielt werden könne in Langenthal.

Gleichzeitig hat die neuerliche Standortevaluation aber auch innerhalb der SCL AG Veränderungen zur Folge: Weil die Infrastrukturfrage für den amtierenden NLB-Meister in naher Zukunft der strategisch wichtigste Punkt ist, wurde nun die Organisation angepasst – der in der Region verankerte Bankdirektor Heinz Trösch übernimmt im Verwaltungsrat das Vizepräsidium und damit auch den Vorsitz der Donatorenvereinigung Masterclub.

Der bisherige Vize Andreas Choffat ist neu für den Bereich Gastronomie zuständig. Und in der vierköpfigen Geschäftsleitung um Geschäftsführer Kämpf soll insbesondere Ex-Goalie Marc Eichmann als Leiter Finanzen nun nach und nach die operative Leitung übernehmen. «Wir sind überzeugt, mit dieser Konstellation die Weichen gut gestellt zu haben für die Zukunft», zeigte sich Gian Kämpf zuversichtlich.

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