Die Salamitaktik kostet noch mehr

Langenthal

Um der Sportstättenplanung nicht in die Quere zu kommen, will der Langenthaler Gemeinderat die überfällige Sanierung und Erweiterung der Turnhalle Hard etappieren. Das hat seinen Preis: 700'000 Franken zusätzlich. Diskussionen sind programmiert.

Seit 34 Jahren tut sie ihren Dienst:?Die Dreifachturnhalle Hard ist seit längerem sanierungsbedürftig.

Seit 34 Jahren tut sie ihren Dienst:?Die Dreifachturnhalle Hard ist seit längerem sanierungsbedürftig.

(Bild: Thomas Peter)

Chantal Desbiolles

Die Sportanlagen im Hard und an der Weststrasse werden intensiv genutzt. Die Platzverhältnisse genügen den Anforderungen der Schulen und Vereine längst nicht mehr. Nichtsdestotrotz will die Exekutive das Sanierungs- und Erweiterungspaket rund um die Dreifachturnhalle Hard mit einem (statt zwei) neuen Kunstrasenfeld nicht als Ganzes, sondern in Einzelteilen umsetzen.

Man sei von neuen Erkenntnissen eingeholt worden, sagte Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) und sorgte damit für Überraschung im Stadtparlament.Damit weicht der Gemeinderat nämlich von der ursprünglichen Vorgehensweise ab.

Inzwischen liegt der gemeinderätliche Antrag vor, über den das Stadtparlament in eineinhalb Wochen entscheiden wird: Vorerst geht es lediglich um eine «Sanierung mit Minergiemodernisierung» der Halle selbst. Dafür soll das Parlament einen Investitionskredit in Höhe von 5,5 Millionen Franken lockermachen. Die Nettobelastung der Stadt liegt bei 5 Millionen, nachdem sie auch auf Kantonsbeiträge und Beiträge Dritter abstellt.

Ganzheitliche Planung

Dass nicht das ganze Päckli auf einmal umgesetzt wird, begründet der Gemeinderat in seiner Schrift mit laufenden Evaluationen: Einerseits wird das Gemeindesportanlagenkonzept überprüft, um einen Masterplan Sportstätten für das Gebiet Hard/Weststrasse zu entwerfen, andererseits läuft parallel die Standortevaluation für eine neue Eishalle. Daher dränge sich ein «zweigleisiges Vorgehen» auf, hält der Gemeinderat fest: Überprüfung und Planung an die Hand nehmen, die dringend nötige Sanierung aber nicht weiter aufschieben.

Es klingt, als würde er damit etwas vorziehen – dabei handelt es sich um ein jahrealtes Vorhaben, das sich über die Jahre zu einem Grossprojekt ausgewachsen hat. Leider führe die Etappierung zu Mehrkosten von rund 700 000 Franken im Vergleich zur Sanierung mit Erweiterung, so der Gemeinderat. Diese Mehrkosten will er in Kauf nehmen, weil dadurch weitere Investitionen «sehr zielgerichtet» erfolgen können im Zusammenhang mit der Sportstätten-Masterplanung.

Abstimmung im Februar

Die Diskussion im Stadtrat verspricht spannend zu werden. Seine Beratung sowie die Voten der Kommissionen sollen in die Abstimmungsbotschaft einfliessen. Ihr Entwurf soll dem Stadtrat in seiner Novembersitzung vorgelegt werden.

Im Februar stimmen schliesslich die Stimmberechtigten über den 5,5-Millionen-Kredit für die Minergiesanierung der Halle ab, geht es nach dem Gemeinderat.

Hülle und Haustechnik

Bereits im Juli 2017 könnte demnach die Gebäudehülle saniert, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach und ein neues Treppengeländer installiert, die Flucht- und die innere Treppe, die Bodenheizung sowie der Turnhallenboden und die Leuchten nebst den kompletten Heizungs-, Lüftungs- und Elektroanlagen ersetzt sein. Das Bauprogramm rechnet mit rund einem Monat für die Arbeiten.

Über eine baldige Sanierung dürften sich die Nutzerinnen und Nutzer freuen. Tagsüber ist das grösstenteils das Bildungszentrum Langenthal (BZL), dessen Schülerinnen und Schüler in der Halle ihren Turnunterricht absolvieren. Für die mehr oder weniger exklusive Tagesnutzung bezahlt das BZL jährlich 331 000 Franken, dazu kommen 44'000 Franken für die nicht exklusive Nutzung der Aussensportan­lagen.

Fast 3 Millionen für Rasenfeld

Die anderen beiden Projekte – Sanierung und Erweiterung sowie Neubau des Rasenfelds – liegen ebenfalls mit Kostenvoranschlag vor. Sie wurden im Januar fertiggestellt. Wann genau auch diese «Teilschritte» folgen könnten, dazu macht der Gemeinderat keine Angaben. Lediglich zu den Kosten: Der Bau eines Kunstrasenfeldes beläuft sich auf 2,99 Millionen Franken.

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