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Die sanfte Seite des Kritikers

Arnold Heynen nimmt kein Blatt vor den Mund. Doch der ehemalige Gemeinde- und Grossrat kann auch anders: So bedeutet ihm die besinnliche Weihnachtszeit viel. Seine Krippensammlung will er nun aber auflösen.

Stolzer Krippenvater: Das Zuhause der Heynens ist über und über mit Weihnachtskrippen dekoriert. Besonders hängt er am hölzernen Brienzer Exemplar aus den 1940er-Jahren. Dieses ist denn auch nicht käuflich.
Stolzer Krippenvater: Das Zuhause der Heynens ist über und über mit Weihnachtskrippen dekoriert. Besonders hängt er am hölzernen Brienzer Exemplar aus den 1940er-Jahren. Dieses ist denn auch nicht käuflich.
Thomas Peter
Die Figuren dieser Krippe bestehen aus Maisblättern.
Die Figuren dieser Krippe bestehen aus Maisblättern.
Thomas Peter
Eine Walliser Krippe.
Eine Walliser Krippe.
Thomas Peter
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Im Hause der Heynens ist die Weihnachtszeit definitiv angekommen: An der Fassade funkeln Sterne, und im Innern thront ein stattlicher Christbaum. Am auffälligsten sind aber die zahlreichen Krippen, die das Wohn- und Esszimmer schmücken.

Seine Sammlung umfasse noch etwa vierzig Stück, sagt Arnold Heynen stolz. Zu Spitzenzeiten habe sie gar über hundert Krippen gezählt. «Ich liebe die Weihnachtszeit», gibt der Alt-Gemeinderat unumwunden zu. Als er eines Winters über längere Zeit im Ausland lebte, habe er wegen des Heimwehs bitterlich geweint.

Von Kindesbeinen an

Nichtsdestotrotz ist der pensionierte Lehrer und Politiker insbesondere im nördlichen Oberaargau für seine scharfe Zunge bekannt. Arnold Heynen nahm niemals ein Blatt vor den Mund – und tut dies auch heute, im Alter von 80 Jahren, keineswegs.

Zu Spitzenzeiten zählte Heynens Sammlung über hundert Krippen.

So beispielsweise beim Fusionsprojekt Oberaargau Nord, das im September gescheitert ist. Am Abstimmungssonntag dankte der Wiedlisbacher den Verfechtern vor versammelter Mannschaft für ihr aussichtsloses Engagement – man war sich nicht sicher, ob der Dank ehrlicher oder ironischer Natur war.

Doch nebst dem Politisieren war das Sammeln und Erstellen von Weihnachtskrippen stets ein bedeutender Lebensinhalt des gebürtigen Wallisers, der 1964 nach Wiedlisbach kam. Während der Schulzeit im katholischen Wallis durfte Heynen vor Weihnachten gar früher nach Hause, um die grosse Familienkrippe gemeinsam mit seinen Geschwistern fertigstellen zu können.

«Das Aufstellen der Krippen nimmt etwa drei Wochen in Anspruch.»

Arnold Heynen

Durch seine zahlreichen Reisen wuchs seine Sammlung stetig, exotische Stücke kamen hinzu. So zum Beispiel eine kleine, aber feine Krippe aus Ägypten, Exemplare aus Ecuador und Prag und gar ein Werk aus ­Palästina. Die Materialien reichen von Papier über Stein und Holz bis hin zu Maisblättern. Vor fünfzehn Jahren kurierte der Alt-Gemeindepräsident im Wiedlisbacher Museum obendrein eine Krippenausstellung.

Nur für Liebhaber

«Das Aufstellen der Krippen nimmt etwa drei Wochen in Anspruch», sagt Arnold Heynen. ­Jeweils Mitte November beginnen seine Frau und er mit dem Schmücken des Hauses. Nun, mit 80 Jahren, wird ihm die ganze Prozedur jedoch zu anstrengend.

Daher möchte er seine Krippen günstig veräussern. «Ich gebe sie nur an Leute ab, die Freude daran haben», betont der Wiedlisbacher. Das schmucke Brienzer ­Exemplar aus Holz und jene Krippe seiner Gattin, die den Eingangsbereich schmückt, will der Alt-Gemeindepräsident aber behalten.

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