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Ein Fachbereich für alle personellen Belange

Seit letztem Sommer gilt im Glaspalast eine neue Führungsstruktur. Im März treten nun auch Veränderungen im Personalbereich in Kraft. Eine Reorganisation, die insbesondere den Stadtschreiber betrifft.

«Das ­Personal wird für die öffentlichen Verwaltungen zusehends zu einem sehr schwierigen Thema», sagt Langenthals Stadtschreiber Daniel Steiner.
«Das ­Personal wird für die öffentlichen Verwaltungen zusehends zu einem sehr schwierigen Thema», sagt Langenthals Stadtschreiber Daniel Steiner.
Thomas Peter

Das stete Wachstum der Stadt und laufend neue Anforderungen an Politik und Verwaltung haben auch vor dem Langenthaler Glaspalast nicht haltgemacht. Entsprechend komplex ist heute der Verwaltungsapparat der Kleinstadt mit ihren bald 16'000 Einwohnern.

Eine Klärung der Zuständigkeiten und eine Entflechtung von Verwaltung und Politik waren denn auch ein Ziel der per 1. Januar 2017 in Kraft getretenen revidierten Stadtverfassung. Ein zentraler Punkt lag dabei in einer Präzisierung der Leitungsfunktionen. So obliegt dem Stadtpräsidenten und dem Gemeinderat heute explizit die politisch-inhaltliche Führung der Stadtverwaltung und damit die Aufsicht über diese. Die administrative Führung indes ist nun auch auf dem Papier Aufgabe des Stadtschreibers. Weil dieser wiederum auch weiterhin Sekretär der ­Exekutive ist, wurden zugleich Massnahmen zu seiner Entlastung ergriffen.

Schon letzten Sommer nahmen als neue Verwaltungseinheit die Zentralen Dienste mit den Fachbereichen Informatik, Or­ganisation/Entwicklung/Projekte, Recht sowie dem Marketing ihren Betrieb auf. Sie übernahmen Aufgaben, die bisher dem Stadtschreiber oblagen. Mit dem Stellenantritt von Deborah Del Cont als neuer Fachbereichsleiterin Personal erfolgt per 1. März mit etwas Verspätung nun auch eine Umstrukturierung des Personalwesens.

Aber was heisst das konkret für die Verwaltungsangestellten und insbesondere den Stadtschreiber, der unter Vorbehalt der gemeinderätlichen Kompetenzen bis anhin abschliessend für alle Personalfragen zuständig war? Geht die Entlastung am ­Ende mit einer Entmachtung einher?

Keine Frage der Macht

Bei der Organisationsentwicklung durch den Stadtrat seien Machtfragen kein Thema gewesen, kontert Stadtschreiber Daniel Steiner. «Vielmehr ging es um die Suche nach einer optimalen Verteilung der Aufgaben zwischen der Politik und der Verwaltung und um die Suche nach einer Struktur, welche die Verantwortlichkeiten auf weitere Schultern verteilt als nur auf die des Stadtschreibers», verweist er auf das neu geschaffene Organ der Verwaltungsleitung, das ihn bei ­seinen Aufgaben unterstütze.

So stehe er persönlich denn auch vollständig hinter der neuen Organisationsstruktur, in deren Erarbeitungsprozess er über Jahre eingebunden gewesen sei. Zumal er persönlich keine Macht suche, sondern ebenfalls bestmögliche Strukturen, «damit die Politik möglichst optimale unterstützende Rahmenbedingungen hat und die Stadtverwaltung so professionell wie möglich ihre Aufgaben erfüllen kann».

Die Personalarbeit, erklärt Steiner, werde durch die Umstrukturierung inhaltlich wie auch hierarchisch stark aufgewertet. So obliege der neuen Fachbereichsleiterin nicht mehr allein die Administration des Personals, sondern auch die inhaltliche Gestaltung von dessen Entwicklung. Die neue Fach­bereichsleiterin werde ebenfalls für operative Aufgaben, wie etwa die Erarbeitung von Konzepten für die Einführung neuer Mitarbeitender, die Vorbereitung von Pensionierungen oder die Begleitung und die Betreuung der Amtsvorsteher in Personalfragen, zuständig sein.

Potenzial für Verbesserungen

Gerade in konzeptionellen Punkten verspricht sich der Stadtschreiber dadurch einige Verbesserungen, habe er selber seine bisherige Aufgabe als Personalleiter angesichts seiner weiteren Aufgaben doch «mehr am Rande» erfüllen können. «Das Personal wird für die öffentlichen Verwaltungen zusehends zu einem sehr schwierigen Thema», verweist er auf fehlende Bewerbungen und steigende Ansprüche sowohl seitens der Arbeitgeberin als auch seitens der Arbeitnehmenden. Insofern stehe die neue Struktur nicht nur im Zusammenhang mit seiner Entlastung, sondern auch in Bezug zu einer Kernherausforderung der öffentlichen Verwaltung.

Im Rahmen der politischen Führung und der Ziele habe der Gemeinderat in der neuen Legislatur unter anderem einen Schwerpunkt bei der Erarbeitung eines neuen Personalreglements gesetzt, verweist Stadtpräsident Reto Müller (SP) auf eine entsprechende Forderung des Personalverbandes der Stadt. Auch soll ein Stellenetat eingeführt werden, anhand dessen Gemeinderat und Verwaltungsleitung dann nach Bedarf Stellen besetzen können.

Ebenso sollen die Arbeitsverhältnisse von Mitarbeitenden auf Stundenlohnbasis überprüft und wo sinnvoll und möglich als Festanstellungen in den Stellenetat eingebaut werden, erklärt der Stadtpräsident ein weiteres Vorhaben, das eine Erhöhung der Ressourcen beim Personaldienst erfordere. «Die Verwaltungsleitung als Gremium hat deswegen Stellenprozente aus einem anderen Amt in den Bereich des Personals verschoben, weshalb nun auch eine zusätzliche Anstellung möglich wurde.»

Klare Führung nötig

Als Leiter der Verwaltung wird Daniel Steiner dabei auch wei­terhin die Gesamtverantwortung tragen, sowohl über den neuen Fachbereich Personaldienste wie auch über die zentralen Dienste, die Stadtkanzlei und die Amtsleitungen. Der Gemeinderat sei auf eine gute und tragfähige Führung der Verwaltung angewiesen, sagt Reto Müller. Es brauche neben der politischen Führung und Gesamtverantwortung für die Gemeinde durch den Stadtpräsidenten deshalb auch eine möglichst klar und einfach gehaltene Führung über den laufenden ­Betrieb, «personifiziert in der Verwaltungsleitung von Daniel Steiner».

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