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Ein jüngeres Publikum im Fokus

Der Name ­Galerie Leuebrüggli ist Ver­gangenheit. Die Bezeichnung wurde auf ein schlichtes «L.» verkürzt, das auch für Langenthal steht. Als Erste stellen im neuen Jahr Malerin Vera Krebs-Wyssbrod und Keramiker Maurizio Ferrari aus.

Mit einer Vernissage begann im Leuebrüggli unter dem Namen Galerie L. das neue Jahr. Links das Plakat mit dem neuen Erscheinungsbild.
Mit einer Vernissage begann im Leuebrüggli unter dem Namen Galerie L. das neue Jahr. Links das Plakat mit dem neuen Erscheinungsbild.
Andreas Marbot

Leugebrüggli hiess die 1959 gegründete Galerie aufgrund der Nähe zur Löwenbrücke an der Oberen Marktgasse. Allerdings fand Ernst Morgenthaler, der als Erster dort ausstellte, die Bezeichnung Galerie für die engen Räumlichkeiten zu hoch gegriffen, worauf man sich auf den Begriff Bilderstube einigte.

1964 wurde das baufällige Haus im Zusammenhang mit dem Neubau der Löwenbrücke abgerissen. Die Bilderstube Leuebrüggli behielt ihren Namen und zog in das Ryser-Haus an der Jurastrasse. 2004 verkaufte die Stadt Langenthal die Liegenschaft. Die Bilderstube zog ein paar Häuser weiter in das Attikageschoss des Geschäftshauses Jurapark. Aufgrund der grosszügigen und hellen Räumlichkeiten fand man die Bezeichnung Galerie nun angebracht. Zwar trauerten manche der gemütlichen Atmosphäre des alten Hauses nach, doch die neue Lokalität ermöglichte grosszügigere Ausstellungskonzeptionen.

Neues Erscheinungsbild

Für das neue Ausstellungsjahr hat das Galerieteam beschlossen, das ganze Erscheinungsbild zu modernisieren. Zeugnis dafür gab das Inserat, das kürzlich in den Medien erschien: Lose sind die Buchstaben Galerie L. über das Inserat verteilt, unterbrochen von den Namen der Künstler und den weiteren Details zur Ausstellung. Mit dem neuen Erscheinungsbild soll auch ein jüngeres Publikum angesprochen werden, nicht nur als Ausstellungsbesucher, sondern auch als potenzielle aktive Teammitglieder.

Harmonie gedämpfter Farben

Ein unsichtbarer Schleier scheint über den Aquarellen von Vera Krebs-Wyssbrod zu liegen. Er vereint die gedämpften Farben zu einem harmonischen Ganzen. «Ich bin Aquarellistin», betont die 1946 geborene Malerin, die in Bern und Frankreich lebt. «Aber ich bin keine Puristin.» Ihre Bilder malt sie auf Zeitungen und Seidenpapier, legt Farbschicht auf Farbschicht und trägt sie zum Teil wieder mit dem Schwamm ab. So erhalten die Bilder eine ­ihnen eigene Farbdichte. Wie ein roter Faden ziehen sich die Bilder aus dem Goms durch die erste Ausstellung der Galerie L. in diesem Jahr.

Ein unsichtbarer Schleier scheint über den Aquarellen von Vera Krebs-Wyssbrod zu liegen.

Fasziniert von den typischen Walliser Holzhäusern und der Berglandschaft, taucht die Malerin diese immer wieder in ein anderes Licht. Während ein Teil der Bilder noch Details wie Türen oder Treppen aufzeigt, sind an­dere abstrakte Kompositionen. Entsprechend gibt ihnen Vera Krebs in ihrer bereits sechsten Langenthaler Ausstellung auch keine Titel.

Kantig und weich

Der Keramiker Maurizio Ferrari, geboren 1970 in Locarno und in Kerzers lebend, stellt zum ersten Mal in der Galerie L. aus. Seine Objekte bilden mit ihren klar umgrenzten Formen einen Kontrast zu den Bildern von Vera Krebs und ergänzen diese gleichzeitig zu einem stimmigen Ganzen. Vasen, aus Porzellan gegossen, die wie Teller wirken, die man aufrecht oder umgekehrt aufeinandergeschichtet hat, weisen scharf umrissene Konturen auf. Aus ­anderen, aus Steingut gedrehten Objekten stülpen sich weiche Wülste heraus.

Wie Kokons wirken die aus Porzellan gegossenen rundlichen Körper, die über einen niedrigen Tisch verteilt sind. Bei den gerillten, «Silhouette» genannten Körpern verwendet der Keramiker zarte Farben in Blau- und Brauntönen, die mit einem Gemälde von Krebs korrespondieren.

Eine Umfrage bei den Besuchern der Vernissage, die ungenannt bleiben wollen, zeigt, dass die Gestaltung des Plakates nicht völlig überzeugt, das neue Erscheinungsbild der Galerie L. jedoch gefällt. Als «modern», und «klar» wird es bezeichnet.

Die Ausstellungist noch bis zum Sonntag, 19. März, wie folgt geöffnet: Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Samstag 14 bis 17 und Sonntag 11 bis 17 Uhr.

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