Zum Hauptinhalt springen

Ein Reglement gegen das Aussterben

Die Burgergemeinde reagiert auf das veränderte Namensrecht: Sie schafft für Ehepartner und Kinder von Burgern eine kostengünstige Möglichkeit, sich einburgern zu lassen.

Ehepartner und Kinder von Burgern können sich künftig kostengünstig einburgern lassen. Auf dem Bild: Das Stadtzentrum von Huttwil.
Ehepartner und Kinder von Burgern können sich künftig kostengünstig einburgern lassen. Auf dem Bild: Das Stadtzentrum von Huttwil.
Valerie Chetelat

Der Huttwiler Burgerpräsident Anton Lanz hatte das Beispiel dafür, warum es ein Einburgerungsreglement braucht, an de Versammlung gleich mit am Ratstisch: Burgerrätin Franziska Schenk, zuständig für die Finanzen.

Ledig hiess sie Flückiger und war Burgerin von Huttwil. Bei der Heirat konnte sie ihren Heimatort behalten, obschon sie den Namen ihres Mannes annahm. Nach dem seit 2013 gültigen Namensrecht ist das jedoch nicht mehr möglich.

Demnach können die Eheleute ihre Namen zwar grundsätzlich beibehalten, wenn sie sich nicht auf einen gemeinsamen Namen einigen wollen. Sie müssen sich jedoch spätestens ein Jahr nach der Geburt des ersten Kindes entscheiden, welchen Namen ihre Kinder tragen – und damit auch, welchen Heimatort diese erhalten.

Zahlen schrumpfen

«Für uns und die Herdgemeinde», hielt Anton Lanz fest, «bedeutet das, dass Kinder mit nicht burgerlichem Elternteil nicht mehr automatisch Burger werden, wenn sich die Eltern für diesen Namen entscheiden.»

Die Herdgemeinde spüre dies bereits, indem ihre Mitgliederzahlen schrumpften. Da diese nicht selbst einburgern kann und die Burgergemeinde längerfristig mit der gleichen Entwicklung rechnet, legte der Burgerrat der Frühlingsversammlung ein Einburgerungsreglement vor.

Die Hauptabsicht dahinter: Ehegatten sowie eingetragene Partnerinnen und Partner von Burgerinnen und Burgern sowie deren Kinder sollen sich zu einer reduzierten Gebühr von 300 Franken einburgern lassen können. Wobei minderjährige Kinder sogar im Gesuch ihres Vaters oder ihrer Mutter inbegriffen sind.

Die Möglichkeit zur Einburgerung wird jedoch nicht auf diesen Kreis beschränkt. Auch für Schweizerinnen und Schweizer soll dies möglich werden, sofern sie gewisse Bedingungen erfüllen. Insbesondere sollen sie eine enge Verbundenheit mit der Burgergemeinde nachweisen müssen.

Für sie wird der Spass allerdings deutlich teurer: Die normale Gebühr beträgt 2500 Franken für Einzelpersonen und 3000 Franken für Ehepaare. Zuständig für die Einburgerung wird die Burgergemeindeversammlung in geheimer Abstimmung. Lehnt sie ein Gesuch ab, muss dies schriftlich begründet werden.

Die 184 anwesenden Burgerinnen und Burger (40,6 Prozent von 453) nahmen das Reglement klar bei vier Gegenstimmen und fünf Enthaltungen an.

Geburtshilfe statt Polizei

Im November zog die Wache Huttwil der Kantonspolizei vom ehemaligen Bankgebäude der Burgergemeinde ins ehemalige Berufsschulhaus um (wir berichteten). Nun hat die Burgergemeinde eine neue Mieterin gefunden: Elisabeth Gotzmann verlegt ihre Gynäkologie- und Geburtshilfepraxis vom Post-Zentrum ins Erdgeschoss an der Bahnhofstrasse 20. Die Versammlung stimmte einem Umbaukredit von 170000 Franken einstimmig zu.

Vizepräsident Fritz Jordi scheidet nach 17 Jahren aus dem Burgerrat aus. Er wird nicht mehr ersetzt. Damit wird die angestrebte Verkleinerung des Rates auf fünf Mitglieder erreicht.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch