Ein Umbruch steht bevor

Langenthal

Die Primar- und Sekundarstufen sind im Wandel. Die «Erweiterte Schulplanung» soll dabei das Oberstufenzentrum Kreuzfeld stärken, um Lernenden mehr Chancengleichheit zu geben.

Wird stärker ausgelastet sein: Das Schulhaus Kreuzfeld 4 soll bald mehr Oberstufenklassen beherbergen.

Wird stärker ausgelastet sein: Das Schulhaus Kreuzfeld 4 soll bald mehr Oberstufenklassen beherbergen.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Julian Perrenoud

Das Ziel ist klar: Am Ende sollen alle von besseren Bedingungen profitieren können. Schule, Lehrpersonal und natürlich die Schülerinnen und Schüler. Gemeint ist die Organisation der Primar- und Sekundarstufe 1. Mit dem Projekt «Erweiterte Schulplanung» will die Volksschule hier künftig den Hebel ansetzen. Klassen sollen dabei aus den Schulhäusern Elzmatte, Hard sowie Kreuzfeld umverteilt werden, damit eine bessere und effizientere Durchmischung entsteht.

Warum das alles? Die Lernenden sollen von der modernen Infrastruktur am Oberstufenzentrum Kreuzfeld künftig besser profitieren können. «Denn bisher hatten nicht alle dieselben Ausbildungschancen», sagt Matthias Wüthrich, Gemeinderat, Ressort Bildung und Jugend.

Oberstufe neu planen

Bis ins Schuljahr 2020/2021 sollen alle Oberstufenklassen von der Elzmatte, dem Hard sowie Kreuzfeld 1 ins Schulhaus Kreuzfeld 4 verlegt werden — Schritt für Schritt. «Wir haben Wert darauf gelegt, dass Klassen neben den offiziellen Lehrerwechseln nicht auch noch mehrmals die Schulhäuser wechseln müssen», sagt Soraya Taibo, Beauftragte für Bildung, Kinder und Jugend. Was die Arbeitsgruppe, der sie angehört, erreichen will: Die Schule neu gestalten.

Voraussichtlich im Sommer 2019 soll Langenthal zum durchlässigen Schulmodell wechseln, zu der Einführung eines Niveauunterrichts. Zum Entscheid hatte unter anderem auch beigetragen, dass die Lotzwiler Sekundarschüler wieder im eigenen Dorf zur Schule gingen. In Melchnau ist dies bereits länger der Fall, und nun legt sich auch Thunstetten-Bützberg neue Optionen zurecht.

An dieser Entwicklung hat Wüthrich nicht Freude: «Wir sollten als Region stärker zusammenarbeiten, anstatt alles zu dezentralisieren.» Dies sowie stagnierende Schülerzahlen der Sekundarstufe brachten die Volksschule Langenthal zum Handeln.

Geschehen soll beim Kreuzfeld das Gegenteil, nämlich eine Zentralisierung. Denn Wüthrich, Taibo und auch Schulleiter Armin Flükiger wollen den Status des Oberstufenzentrums Kreuzfeld stärken und verhindern, dass Schüler zu oft Klassen und Standorte wechseln müssen.

Hohe Qualität für alle

Mehr Klassen wird es durch die Umverteilung kaum geben, allerdings ermöglicht die Reorganisation, Klassen an den Standorten doppelspurig anzubieten. Falls bei wachsender Bevölkerung und steigenden Schülerzahlen zusätzliche Klassen benötigt werden, könnten diese im Kreuzfeld 4 untergebracht werden. Dieses Schulhaus soll bis in drei Jahren mit 24 Klassen auch die grösste Anzahl Oberstufenschüler beherbergen.

Betroffen von der Reorganisation der Oberstufe werden früher oder später auch die Kindergärten und Tagesschulen sein. Denn die Arbeitsgruppe zur erweiterten Schulplanung möchte auch diese Institutionen näher zu den Schulzentren Elzmatte, Hard und Kreuzfeld bringen. Dazu könnte etwa die Tagesschule an der Ringstrasse gehören. «Auch hier streben wir die gleiche Qualität für alle Kinder an», sagt Wüthrich. Zurzeit seien Unterschiede gerade in Bezug auf die Infrastruktur zu gross.

Wann das Thema konkret angegangen wird, ist noch unklar. Klar ist jedoch, dass diese Projektphase mit grösseren Kosten verbunden ist, sollte sie denn ausgeführt werden. Die aktuellen Schulstandorte verfügen nicht über zusätzliche Kapazitäten, Kindergärten sowie Tagesschulen unterzubringen.

Ruhige Schulzeit ermöglichen

Die Stossrichtung ist aber offensichtlich: Die Stadt will für das kommende Jahrzehnt alte Strukturen aufbrechen und Ressourcen bündeln. Gerade an kleineren Schulen, wo viele administrative Aufgaben auf wenig personelle Kapazitäten treffen.

Am Ende soll es am Standort Langenthal ein ganzheitliches Schulangebot geben, das mit ergänzenden Betreuungs- und Förderangeboten den Lernenden eine, wie es im Projektbeschrieb heisst, «ruhige Schullaufbahn» ermöglichen soll. Struktur hin oder her, entscheidend wird es auch dann noch sein, wie gezielt die Lehrperson im Klassenzimmer den einzelnen Lernenden erreichen kann.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt