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Eine Frist ruft die Planer auf den Plan

Die Teilprojekte für eines der grössten Bauvorhaben der nächsten Jahre im Kanton sind ausgeschrieben. Doch die Zeit für Offerten ist zu knapp bemessen, monieren die Planer.

Die Linienführung durch das Täli hatte die Gegnerschaft der Verkehrssanierung Aarwangen-Langenthal Nord im April ausgesteckt.
Die Linienführung durch das Täli hatte die Gegnerschaft der Verkehrssanierung Aarwangen-Langenthal Nord im April ausgesteckt.
Thomas Peter

In fünf Happen hat der Kanton die Mandate für die Verkehrssanierung Aarwangen-Langenthal Nord Ende November ausgeschrieben. Im offenen Verfahren können Planerbüros sich erstens um die Planung der 3,6 Kilometer langen Umfahrungsstrasse und der Prüfung eines allfälligen Industrieanschlusses in Aarwangen bewerben. Zweitens geht es darum, die Grundlagen für den Bau der Aarebrücke zu erarbeiten.

Das dritte Projekt umfasst die Ortsdurchfahrt von Aarwangen und damit die Überarbeitung der bestehenden Strassen- und Bahninfrastruktur. Die Verkehrserhebungen und -modellierungen sind das vierte Stück, wobei es konkret auch um die Abklärung der Notwendigkeit von Verkehrsmassnahmen in Thun­stetten geht. Und schliesslich sind fünftens auch die Hauptuntersuchung und die Expertisen im Umweltbereich auf der öffentlichen Beschaffungsplattform aufgeführt.

Dazwischen liegen Feiertage

Den interessierten Planungs­büros winken lukrative Aufträge – gleichzeitig führt der Weg aber über viel Grundlagenarbeit, die innert kürzester Zeit bewältigt werden muss. Und die Zeit läuft, müssen die Offerten doch bis 19. Januar um 16 Uhr beim kantonalen Tiefbauamt eintreffen.

Knapp zwei Monate oder genauer sieben Wochen und zwei Tage: Diese Frist ist reichlich kurz, finden einige Planer. Zumal die Projekte an sich anspruchsvoll seien und die Ausarbeitung qualitätsvoller Offerten einige Zeit in Anspruch nehme. Und dann fallen ausserdem die Feiertage just in den Zeitraum der Ausschreibung.

Mitarbeitern Ferien kürzen

Die Regionalgruppe der Schweizerischen Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen Usic ist aktiv geworden, nachdem sich mehrere Mitglieder über die kurze Frist beklagt hatten. In einem Schreiben an Kreisoberingenieur Roger Schibler bittet die Arbeitgebervertretung um Verständnis dafür, dass sich ihre Geschäftsführer «schwertun mit dem Gedanken, den Mitarbeitenden über die Feiertage die Ferien zu entziehen, nur um diese Frist einhalten zu können».

Viele Büros seien über die Festtage während zweier Wochen gänzlich geschlossen, erklärt Lea Kusano, Geschäftsführerin der Regionalgruppe Bern. «Aus Rücksicht gegenüber den Mitarbeitenden.» Es sei entscheidend, über die Festtage jene zur Ruhe kommen zu lassen, welche unter schwierigen Bedingungen an der Front tätig seien.

Sie spricht von einem «Appell an den gesunden Menschenverstand» vor dem Hintergrund, dass die Ausschreibung formell korrekt verlaufen ist. Daher fehle eine Grundlage für eine Beschwerde.

Zeitspanne ist bereits länger

Mit ihrer Bitte, die Frist doch zu verlängern, sind die Interessenvertreter bei den Beamten jedoch abgeblitzt. Es blieben 41 Kalendertage zur Ausarbeitung von Offerten, wenn man die Tage zwischen dem 23. Dezember und dem 2. Januar abziehe, rechnen Kreisoberingenieur Roger Schibler und Umfahrungsprojektleiter Daniel Zoller vor. «Die Ihrerseits vorgebrachte Befürchtung, den Mitarbeitern von interessierten Firmen könnten Ferien über die Feiertage entzogen werden, können wir vor diesem Hintergrund nicht teilen», schreiben sie an Usic zurück.

Sie hätten bewusst eine längere Frist gewählt als die minimal vorgeschriebene, wie das bei Grossprojekten gängig sei. Beim Tiefbauamt ist man der Meinung, damit den Umständen ausreichend Rechnung zu tragen. Schibler: «Ich bin überzeugt, dass die verlängerte Zeitspanne ausreicht, ein gut kal­kuliertes und faires Angebot einzureichen.» Entsprechende Signale habe er von interessierten Büros erhalten, bei denen er auf die Bitte hin nachgefragt ­hatte.

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