Einst allein, heute mittendrin

Fast achtzig Jahre bildete die Villa Geiser das Zentrum einer mächtigen Parkanlage. Bald wird der rote Putzbau am ­Rumiweg vollständig von neuen Wohnbauten umgeben sein.

Die alte Geiser-Villa in Langenthal, wie sie soch vor dem Bau der Wohnblöcke präsentierte.

Die alte Geiser-Villa in Langenthal, wie sie soch vor dem Bau der Wohnblöcke präsentierte.

(Bild: zvg)

Kathrin Holzer

Manchmal muss der Blick nicht einmal besonders weit zurückschweifen. Zwar hatte die einst so herrschaftliche Villa am Langenthaler Rumiweg ihren Glanz um die Jahrtausendwende schon längst verloren. Noch immer aber liess der 1925 vom ehemaligen Berner Kantonsbaumeister Max Egger für seinen Cousin Max Geiser entworfene Putzbau erahnen, wie es sich einst gelebt haben muss im Landhaus mit seinem so grosszügigen Umschwung.

Vom Langeteufer bei der Badi bis hin­unter zum Grundstück der zwei Jahre später erbauten Villa Böhlen hatte die grosszügige Park­anlage der Villa Geiser einmal ­gereicht. Und fast achtzig Jahre sollte der als schützenswert eingestufte Bau die einzige Liegenschaft bleiben auf dem etwa 30'000 Quadratmeter grossen Areal.

Mehr als 80 Wohnungen

Heute erinnern daran nur noch alte Bilder. Schon in den 1990ern hatte das Langenthaler Stimmvolk mit dem Ja zur Überbauungsordnung Oberi Matte den Grundstein gelegt für die Bebauung des Gebiets bis hinunter zur Bleichestrasse. Die ersten Mehrfamilienhäuser entlang der ­Langete hinter den denkmalgeschützten Villen Meier und Böhlen liessen nicht lange auf sich warten. Und bald fuhren auch auf dem Areal der Villa Geiser die Bagger auf, die inzwischen in den Besitz der Migros-Pensionskasse übergegangen war.

46 Wohnungen und mehrere Einfamilienhäuser sind dort entlang der Langete in einer ersten Bauetappe bereits ab 2004 entstanden. Und die Verdichtung nach innen, wie sie mit der Überbauungsordnung von Beginn an angestrebt wurde, ist noch nicht abgeschlossen: Längst sind die Bauarbeiten auch im Norden und im Westen des Grundstücks – es ist heute im Besitz der Langenthaler SBL Invest GmbH – in vollem Gang.

Heute ist das Gebäude fast vollständig von Neubauten umgeben. Bild: Olaf Nörrenberg

Zwei erste Mehrfamilienhäuser sollen dort Ende August ­bezugsbereit sein, zwei weitere folgen im Mai und ein fünfter Neubau schliesslich per Oktober 2018. Mit den insgesamt 38 neuen Wohnungen werden es sodann mehr als 80 sein – und die einst so isoliert stehende Villa Geiser somit gänzlich von Neubauten umgeben sein.

Und die Villa?

Und auch das mittlerweile über 90-jährige Landhaus selber steht inzwischen eingerüstet inmitten der Grossbaustelle. Denn im Zuge der aktuellen Überbauung soll nun auch die Liegenschaft saniert werden.

Versuche, die seit vier Jahren unbewohnte und längst sanierungsbedürftige Villa zu verkaufen, seien insbesondere wegen der hohen Anforderungen der Denkmalpflege gescheitert, ruft Peter Schick vom gleichnamigen Langenthaler Immobilienzentrum in Erinnerung. Inzwischen habe die Eigentümerin aber die Baubewilligung für äussere und innere Umbau- und Sanierungsarbeiten erhalten und entschieden, die Fassade, das Dach und die Fenster selber zu erneuern. «Damit weitere Schäden an der Gebäudehülle verhindert werden können», erklärt Schick. «Aber auch, damit die Villa wieder ein schöner Anblick ist.»

Ungefähr Ende Oktober sollen die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sein und die Villa wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen. Und mit ihr auch die verbleibenden noch 2200 Quadratmeter Umschwung. Erst danach, erklärt der Immobilienexperte, werde erneut ein Käufer gesucht, welcher der Liegenschaft dann auch innen wieder zu altem Glanz verhülfe.

Langenthaler Tagblatt

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