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Er wird beim Slow-up zum Rechten sehen

Zum 13. Mal rollen am Sonntag die Teilnehmer des Slow-up Emmental-Oberaargau über die Strassen. OK-Präsident Martin Gränicher freut sich, den Anlass an seinem Wohnort starten zu dürfen.

Seit drei Jahren leitet Martin Gränicher das Organisationskomitee.
Seit drei Jahren leitet Martin Gränicher das Organisationskomitee.
Thomas Peter

Wenn Martin Gränicher vom Slow­-up Emmental-Oberaargau erzählt, dann leuchten seine Augen. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Route zwischen Huttwil und Sumiswald zu den beliebtesten in der Schweiz gehört: In einer Evaluation des nationalen Verbandes aus dem Jahr 2013 rangierte sie auf dem dritten Platz, gleich hinter jenen am Murten- und am Bodensee.

Martin Gränicher führt diese gute Bewertung auf die schöne Landschaft im Grenzgebiet von Emmental und Oberaargau zurück. Seit drei Jahren ist er OK-Präsident des Anlasses. Trotzdem könne er mit seiner Familie jeweils die dem Langsamverkehr vorbehaltene Strecke befahren und geniessen, hält er fest. Denn seine Aufgaben am Austragungstag selbst beschränkt sich auf den Anfang und den Schluss.

Auf Mängel hingewiesen

Wenn um 10 Uhr der Startschuss fällt, darf er die Eröffnungsrede halten. Das tut er dieses Jahr besonders gern – nicht nur weil der Start turnusgemäss wie in allen geraden Jahren in seinem Wohnort Huttwil über die Bühne geht. Für das Städtchen ist 2018 ein besonderes Jahr: Erstmals seit fast 90 Jahren stellt es mit Adrian Wüthrich (SP) wieder einen Nationalrat.

Martin Gränicher hat diesen deshalb eingeladen. Er werde mit ihm ein lockeres und lustiges Interview führen, verspricht der 45-jährige Unternehmer, der in Huttwil ein Baugeschäft führt. Wenn er sich danach selbst auf die Strecke begibt, wird er gleichzeitig an verschiedenen Standorten zum Rechten sehen. Über dreihundert Helfer sind entlang der 38 Kilometer ­langen Strecke um das Wohl der Besucher besorgt. Nach der Rückkehr am Abend warten wieder Verpflichtungen auf den OK-Präsidenten, wenn die Medien von ihm eine Bilanz hören wollen.

Aus der Evaluation der nationalen Slow-up-Organisation entnahmen Gränicher und seine OK-Kollegen nicht nur die gute Rangierung in der Beliebtheitsskala. «Die Statistik weist uns auch auf Mängel hin, die wir beim nächsten Mal korrigieren können», hält er fest. So sei zum Beispiel darauf aufmerksam gemacht worden, dass es zu wenig Möglichkeiten gebe, Abfälle zu entsorgen. Man sei bemüht, den diesbezüglichen Anforderungen zu genügen, sagt Gränicher, und sorge mit zusätz­lichen PET-Sammelstellen dafür, dass der Abfall auch nachhaltig entsorgt werden könne.

Bis zu 25 000 Teilnehmer

Ein besonderes Augenmerk richtet das OK auf Hinweise zur Sicherheit entlang der Strecke. «Sie steht für uns ganz klar an erster Stelle», sagt Gränicher. Bei den Bahnübergängen werden die Teilnehmer durch Aufsichtspersonen auf die Gefahr der Gleiszwischenräume aufmerksam gemacht. Für zusätzliche Sicherheit sorgen dort Strohballen am Strassenrand. Zwischen Mühleweg und Häusernmoos wird vor zu schnellem Abwärtsfahren gewarnt.

Mit diesen Vorkehrungen habe die Zahl der Unfälle auf ein Minimum reduziert werden können. «Bisher hatten wir nur kleinere Unfälle zu verzeichnen», sagt der OK-Präsident. Dass jemand hinfalle, könne damit aber nicht verhindert werden. Deshalb werden in regelmässigen Abständen Sanitätsposten aufgestellt.

Darüber hinaus geben die Samariter so­genannte Kinderfindekleber ab. Darauf werden Name und Telefonnummer der Begleitpersonen aufgeführt, damit diese rasch gefunden werden können, wenn ein Kind verloren gehen sollte. Für den ganzen Anlass besteht ein Notfallkonzept. Erarbeitet hat es Peter Mathys, der Verantwort­liche für die Sicherheit. Er ist ehemaliger Feuerwehrkommandant von Huttwil.

Jeweils zwischen 20 000 und 25 000 Teilnehmer zählen die Verantwortlichen am Slow-up Emmental-Oberaargau. «Bei gutem Wetter sind es natürlich mehr, als wenn es regnet», sagt Gränicher. «Wenn die Sonne scheint, werden insbesondere die zur Verfügung gestellten Zwei­räder auch mal knapp.» Erhoben werden die Zahlen zu den Teilnehmern an drei Standorten durch eine Schulklasse.

Gefahren werden kann auf einem Rundkurs von Huttwil über Kleindietwil nach Häusernmoos und zurück sowie von ­Häusernmoos nach Sumiswald. Zwischen Huttwil und Sumiswald ersetzen Dampfzüge der Emmentalbahn die Busse des öffentlichen Verkehrs.

Slow-up: Sonntag, 9. September, 10 bis 17 Uhr. Eröffnung 9.15 Uhr auf dem Brunnenplatz in Huttwil.

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