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Er wusste, dass er verlieren könnte

Ein Pensionär hat sein ganzes Kapital im ­Casino verspielt. Zu Recht habe die Ausgleichskasse seinen Anspruch auf Ergänzungsleistungen abgelehnt, urteilt jetzt das Verwaltungsgericht.

Ein Frührentner verzockte sich und verlor sein Pensionskassengeld.
Ein Frührentner verzockte sich und verlor sein Pensionskassengeld.
Tanja Buchser

Er war mit seiner Frühpensionierung respektive den damit verbundenen finanziellen Einbussen offenbar nicht zurechtgekommen. Zumindest Anzeichen einer Spielsucht, so ist dem Urteil des Verwaltungsgerichts von Mitte März zu entnehmen, hat es bei dem Langenthaler bis zu seinem vorzeitigen Ruhestand keine gegeben.

Erst nachdem ihm 2010 von der zuständigen Pensionskasse eine einmalige Kapitalleistung von gut 572'000 Franken ausbezahlt worden war, meinte der Mann anscheinend, die Einbussen von etwa 80'000 Franken im Casino wieder wettmachen zu können. Die erhoffte Aufbesserung seiner Altersvorsorge blieb aber aus. Stattdessen hat der Mann sein ganzes Geld verloren. 2014 wurde gar eine Spielsperre in allen Schweizer Casinos gegen ihn ausgesprochen.

Ein Vermögensverzicht

Ein Jahr später beantragte der Mann zusätzlich zu seiner AHV-Rente Ergänzungsleistungen. Doch die Ausgleichskasse des Kantons Bern lehnte seinen Antrag ab. Dass er das gesamte von der Pensionskasse ausbezahlte Kapital verspielt habe, komme einem anrechenbaren Vermögensverzicht gleich.

Dagegen wehrte sich der Langenthaler. Doch die Ausgleichskasse blieb hart. Und ihr Vorgehen wird vom Verwaltungsgericht nun bestätigt. Es sei unbestritten, dass der Mann an einer Spielsucht leide, ist dem Urteil zu entnehmen.

Als er mit dem Glücksspiel begonnen habe, sei dies allerdings bei voller Urteilsfähigkeit geschehen. Die Ausgleichskasse habe bei Berechnung der Ergänzungsleistungen deshalb zu Recht ein Verzicht­vermögen angerechnet und den Leistungsanspruch verneint.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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