Feuerwehr will in den Osten ziehen

Herzogenbuchsee

Der Standortentscheid für das neue Magazin in Herzogenbuchsee ist gefallen: zugunsten des Chappelifelds, eingangs des Dorfes. Hierfür benötigt es allerdings das Ja der Stimmbürger.

Eingangs der Gemeinde, neben dem Zürichstrasse-Kreisel, könnte im Idealfall im Jahr 2021 das neue Feuerwehrgebäude bezogen werden.

Eingangs der Gemeinde, neben dem Zürichstrasse-Kreisel, könnte im Idealfall im Jahr 2021 das neue Feuerwehrgebäude bezogen werden.

(Bild: Thomas Peter)

Sebastian Weber

Wohin mit dem neuen Feuerwehrmagazin? Diese Frage stellt sich in Herzogenbuchsee, seit vor zwei Jahren die Gemeinde bekannt gegeben hat, dass sie im Zuge ihrer Immobilienstrategie den Werkhof im Kalberweidli zentralisieren möchte. Woraufhin der Mietvertrag mit dem Feuerwehrverband Herzogenbuchsee und den umliegenden Gemeinden gekündigt wurde (wir berichteten).

Eine erste Evaluation durch den Verbandsrat ergab in der Folge acht mögliche neue Standorte – einer in Niederönz, die anderen in Buchsi/Oberönz. Später wurde diese Vorauswahl dann auf zwei reduziert.

Und am Donnerstag konnten die Gemeinde und der Feuerwehrverband nun an einer gemeinsamen Medienkonferenz informieren, dass der Entscheid zugunsten des Chappelifelds ausgefallen ist, am östlichen Eingang des Dorfes, zwischen dem Friedhof und dem Zürichstrasse-Kreisel.

Rascher am Einsatzort

Zur Auswahl stand bis zuletzt auch der Standort Kalberweidli. Dabei handelt es sich um die von der Gemeinde im Anschluss an die Kündigung angebotene Nachbarparzelle des aktuellen Wehrdienstgebäudes. Gleich mehrere Vorteile sprechen jedoch aus Sicht der Feuerwehr für das Chappelifeld.

«Im Chappelifeld können die Einsatzkräfte beim Ein- und Ausrücken die viel befahrene Sonnenkreuzung umgehen.»Fritz SteffenVerbandsratspräsident 

Der gewichtigste: die verkehrstechnisch günstige Lage. «Im Unterschied zum ­Kalberweidli können die Einsatzkräfte dort beim Ein- und Ausrücken die viel befahrene Sonnenkreuzung umgehen», sagte Verbandsratspräsident Fritz Steffen. Und auch die nicht optimale Zu- und Wegfahrt innerhalb der Tempo-30-Zone Bettenhausenstrasse stellt am geplanten neuen Standort kein Problem mehr dar.

«Was auch eine Verbesserung der Schulwegsicherheit mit sich bringen würde», so Steffen. Schliesslich befinde man sich dort in einem Wohngebiet. Kommt hinzu, dass das Chappelifeld näher am Haupteinsatzgebiet der Feuerwehr liegt, also in Buchsi, nördlich der Achse Zürich–Bern. «Es ist daher für uns ideal», sagte der Verbandsratspräsident. Er ist sich sicher, dass sich die Einsatzzeiten für die Rettungskräfte durch den neuen Standort deutlich verkürzen würden.

Geplant ist ein zweigeschossiger Neubau, der leicht grösser wird als das aktuelle Magazin.

Der Nachteil

Doch ganz ohne Nachteile ist der Standort Chappelifeld ebenfalls nicht: So liesse sich, das wurde an der Medienkonferenz deutlich, ein neues Feuerwehrmagazin im Kalberweidli sicher rascher realisieren. Dies, weil sich der grössere Teil des Areals im Chappelifeld in der Landwirtschaftszone befindet und als Fruchtfolgefläche ausgeschieden ist.

Um dort bauen zu können, brauche es zuerst eine Zone für öffentliche Nutzung, erklärte Urs Zumstein, Gemeindepräsident von Bettenhausen und Mitglied der Projektgruppe. Der ehemalige Kommandant der Feuerwehr Buchsi-Oenz weiss: «Dies stellt uns vor eine Herausforderung.»

Nicht nur zeitlich: So wird für die Umzonung ein Planungsverfahren nötig. Sondern auch was die Realisierbarkeit betrifft. Wegen des neuen Raumplanungsgesetzes sind Einzonungen von Fruchtfolgeflächen nur noch möglich, wenn unter anderem eine entsprechende Kompensation des Landes an anderer Stelle gewährleistet ist. «Diesbezüglich zeichnen sich aber schon jetzt Lösungsansätze ab», sagte Zumstein.

Möglicher Bezug im Jahr 2021

Sowieso gibt es Grund zur Zuversicht: Neben der Region Oberaargau hat sich auch der Gemeinderat positiv zum neuen Standort geäussert. «Wir haben uns dafür ausgesprochen», stellte Gemeindepräsident Markus Loosli (FDP) klar.

Dies ist insofern entscheidend, als die Gemeinde die Federführung für die Umzonung übernimmt. Sie hat sich bereit erklärt, beim kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung eine Voranfrage einzureichen. Diese wird zeigen, ob das Vorhaben aus rechtlicher Sicht überhaupt möglich ist.

Kommt es zu einer Umzonung, muss diese zudem durch die Gemeindeversammlung genehmigt werden. Laut Gemeindeverwalter Rolf Habegger könnte dies im Idealfall im Sommer 2019 der Fall sein. Ein Bezug des neuen Magazins wäre anschliessend im Jahr 2021 möglich.

Die Realisierung des Neubaus respektive die Bauherrschaft übernimmt der Feuerwehrverband. Die nötigen finanziellen Mittel dafür seien vorhanden, erklärte Fritz Steffen. Zu den voraussichtlichen Kosten äussert er sich aber nicht näher.

Das Projekt sieht vor, dass der Verband die rund 6000 Quadratmeter Land im Chappelifeld den privaten Eigentümern abkauft. Dort inbegriffen wäre auch der ehemalige Landwirtschaftsbetrieb an der Zürichstrasse, der sich auf diesem Areal befindet. Dieser müsste dem Neubau weichen.

Langenthaler Tagblatt

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