Frische Ideen für ältere Menschen

Oberaargau

Sorgende Gemeinschaften werden immer wichtiger, um den Alltag von Senioren zu erleichtern. Das Altersleitbild will genau das erreichen, braucht dazu aber die Hilfe der Oberaargauer Gemeinden.

Generationen sollen sich gegenseitig unterstützen können, so die Vision einer regionalen Zusammenarbeit.

Generationen sollen sich gegenseitig unterstützen können, so die Vision einer regionalen Zusammenarbeit.

(Bild: iStock)

Ein Fahrdienst, Wandergruppen im Sommer oder ein Mittagstisch – das sind kleine Ansätze, die das Leben von Seniorinnen und Senioren nachhaltig verbessern können. Thomas Eggler, Leiter des Sozialamts, sitzt in seinem Büro im Langenthaler Glaspalast und breitet Ideen aus, wie die Gemeinden von morgen die Herausforderung einer schnell alternden Gesellschaft angehen können.

«Weiten Teilen der Bevölkerung ist gar nicht bewusst, was auf uns zukommt», sagt Eggler. Nach einem kantonalen Szenario wird bis 2045 der Anteil der über 65-Jährigen von 20 Prozent auf fast 30 Prozent anwachsen. Gerade deshalb haben vor zwei Jahren zwölf Trägergemeinden das Altersleitbild Oberaargau-Ost verabschiedet (siehe Kasten).

Bis nächsten Monat sollen sich die Gemeinden entscheiden, ob sie bei der Strategie «Sorgende Gemeinschaften» aktiv mitmachen wollen. Einige haben sich schon dazu bekannt, etwa Roggwil. Das Dorf will die Projektentwicklung mit einem Franken pro Einwohner für 2019 unterstützen. Denn nächstes Jahr soll in der Region ein Budget von total 68'000 Franken für Koordination und Kommunikation eingesetzt werden. Das Projektziel sieht vor, alle Angebote zu vernetzen, Initiativen zu fördern und umfassend darüber zu informieren.

Kosten sparen

«Es gibt hier ganz verschiedene Leitansätze und Massnahmen. Die Sorgenden Gemeinschaften sind dabei nur ein Teilaspekt – aber ein wesentlicher», sagt Egg­ler. Sprich: Alle Gemeinden haben individuelle Bedürfnisse, damit sie Leuten im Alter ein besseres Leben bieten können. Und damit auch Kosten sparen. Eine Steuergruppe bestehend aus Mitgliedern verschiedener Bereiche übernimmt beim Projekt eine beratende sowie unterstützende Rolle. «Wichtig zu erwähnen ist, dass wir nicht nur neue Ideen fördern wollen, sondern auch aktuelle Projekte erhalten», sagt Eggler.

Etwa «Rendez-vous», ein Begegnungsort im Stadtquartier von Langenthal. Oder «Zäme für angeri», das den Einsatz von Freiwilligen sichtbar macht. Aber auch das «Generationenprojekt», das den Austausch zwischen Jung und Alt verbessern will. Was bisher jedoch fehlt, ist eine einheit­liche Kommunikation – genauso wie eine geeignete Plattform, wo diese Angebote präsentiert werden können. Eggler ist überzeugt, dass sich diese Gemeinschaften im Oberaargau lohnen werden. Gerade auch bezogen auf tiefere Gesundheitskosten.

Vereinsgründung möglich

Die Steuerungsgruppe hat eine Umfrage bei den Trägergemeinden durchgeführt, um herauszufinden, was sie zur Umsetzung noch alles brauchen. In der Stadt Langenthal dürfte beispielsweise die Vereinsamung von Senioren ein Thema sein, wohingegen in Reisiswil jeder jeden kennt, dafür aber keine Arztpraxis vorhanden ist. «Es ist auch möglich, dass Randgemeinden bereits Konzepte haben, von denen die Stadt etwas lernen kann», gibt Eggler zu bedenken. Ein nächster Schritt für die Umsetzung der Altersleitbild-Massnahmen wird es sein, eine geeignete Organisationsform zu finden, die ein Budget verwalten kann.

Möglich wäre auch eine Vereinsgründung. Oder dass die Sorgenden Gemeinschaften mit der Region Oberaargau eine Lösung treffen können. Für Eggler ist dabei klar, dass die Gemeinden in der Organisation vertreten sein müssen. Denn sie können aus erster Hand aufzeigen, was ihr Dorf oder ihre Stadt am dringendsten benötigt, damit Senioren ein besseres Leben führen können. Sei es ein Begegnungsquartier, ein Mittagstisch oder einfach ein Fahrdienst.

Langenthaler Tagblatt

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