Gelungener Auftakt für das Stadtorchester

Langenthal

Das erste Neujahrskonzert des Langenthaler Stadtorchesters war ein grosses Erlebnis. Es könnte nun zur Tradition werden.

Dirigent Marcel Hirsiger erwies sich als souveräner musikalischer Leiter des sinfonischen Orchesters und als sympathischer Moderator

Dirigent Marcel Hirsiger erwies sich als souveräner musikalischer Leiter des sinfonischen Orchesters und als sympathischer Moderator

(Bild: Olaf Nörrenberg/Archiv)

Marcel Hirsiger, seit drei Jahren Dirigent des rund 40-köpfigen Stadtorchesters Langenthal, hat eine Wette verloren und eine gewonnen. Das Stadttheater war beim ersten Neujahrskonzert am Dienstag nicht, wie er gehofft hatte, ausverkauft – 267 der 400 Plätze waren besetzt. Andererseits hatte er richtig getippt, dass es am Ende eine Standing Ovation gab.

Und dies zu Recht. Denn was das Anfang Dezember mit dem Kulturpreis ausgezeichnete Stadtorchester und die Berner Sopranistin Anne-Florence Marbot dem Publikum boten, war ein musikalischer Hochgenuss – ein fulminanter Auftakt ins neue Jahr.

Das bekannteste Neujahrskonzert ist jenes in Wien. Es besitzt dort eine lange Tradition. Inzwischen wird das Konzert mit den Wiener Philharmonikern via Fernsehen in 92 Länder übertragen und begeistert über 50 Millionen Musikfreunde. In Langenthal wiederum zweifelt nach diesem gelungenen ersten Neujahrskonzert niemand mehr an einer Fortsetzung ab 1. Januar 2020. 

Glanzvolle Opernbühne

Marcel Hirsiger erwies sich als souveräner musikalischer Leiter des sinfonischen Orchesters und als sympathischer Moderator. Zu den wohlbekannten Werken wusste er mit viel Humor und Charme Spannendes zu erzählen. Das begann im ersten Musikblock mit Gioacchino Rossinis «Sinfonia di Bologna in re» – gefolgt vom «Florentiner Marsch» des tschechischen Komponisten Julius Fu?ík, dem «Ungarischen Tanz» Nr. 5 von Johannes Brahms sowie Kompositionen von Georges Bizet und Emile Waldteufel. 

Nach der Pause wurde das Stadttheater zur glanzvollen Opernbühne, der die international erfolgreiche Berner Sopranistin Anne-Florence Marbot den Stempel aufdrückte. Sie entzückte vorerst mit «Mein Herr Marquis» aus der Operette «Die Fledermaus» von Johann Strauss Sohn und der Arie der Zerlina «Vedrai, carino» aus Mozarts Oper «Don Giovanni».

Die Sängerin gefiel unter anderem auch mit dem Walzer der Musetta «Quando m’en vo» aus der Oper «La bohème» von Giacomo Puccini. Und auch das Orchester präsentierte weitere Kostproben seines Könnens, etwa mit der Polka aus der Oper «Die verkaufte Braut» von Bed?ich Smetana.

«Für uns war es eine Ehre, angefragt worden zu sein. Es macht mir Lust auf mehr», meinte Marcel Hirsiger zum Schluss . «Also bis spätestens in einem Jahr wieder.» Und gemeinsam im Chor wünschte sein Orchester dem Publikum «Es guets Nöis». Kein Zweifel: Nach diesem Auftakt muss das Neujahrskonzert zur Tradition werden. (hml)

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt