Grossverteiler glaubt an Dorfläden

Madiswil

Gleiche Fläche, aber mehr Ambiance, breitere Gänge und warme Verpflegung: Coop hat seine Verkaufsstellenach 18 Jahren erneuert.

Geschäftsführerin Annemarie Aeschlimann und Stefano Alberucci, Leiter Verkaufsregion Bern, empfangen die Coop-Kunden neu mit viel Holz.

Geschäftsführerin Annemarie Aeschlimann und Stefano Alberucci, Leiter Verkaufsregion Bern, empfangen die Coop-Kunden neu mit viel Holz.

(Bild: Thomas Peter)

Jürg Rettenmund

Geschäftsführerin Annemarie Aeschlimann und ihre 14 Mitarbeitenden haben aufreibende Tage hinter sich. Denn ihr Coop in Madiswil wurde in den letzten vier Monaten umgebaut und modernisiert. Doch nun haben sie die Umtriebe überstanden: Von heute bis zum Samstag wird mit verschiedenen Aktionen und Attraktionen Eröffnung gefeiert.

Die Fläche von 730 Quadratmetern sei nicht verändert worden, erklärt Stefano Alberucci, Leiter der Coop-Verkaufsregion Bern. Erneuert wurde jedoch die Ambiance, was man vor allem in der vergrösserten Abteilung mit den Frischprodukten spürt: Viel Holz soll dafür sorgen, dass man sich wie auf einem Jahrmarkt fühlt. Dieses findet sich auch im Rest des Ladens, wo breitere Gänge dafür sorgen, dass die Kundinnen und Kunden sich nicht in die Quere kommen.

Regionale Produkte 

Auch regionale Produkte hat Coop vermehrt ins Sortiment mit rund 12000 Artikeln aufgenommen. Annemarie Aeschlimann nennt den Rahmli-Käse der Käserei Aarwangen oder die Biomilch vom Schlatthof in Wolfwil. Dorfläden hätten bei Coop nach wie vor ihre Bedeutung, hebt Stefano Alberucci hervor. Er spricht vom A-Format der Supermärkte. Diese Läden haben eine Fläche von weniger als 980 Quadratmetern – 530 von 900 Coop-Supermärkten bewegen sich in dieser Grössenordnung. Zusammen mit den 300 Pronto-Shops habe sein Unternehmen das mit Abstand dichteste Verkaufsstellennetz in der Schweiz.

Stationäre Läden hätten ihre Berechtigung auch im Internetzeitalter, ergänzt der Leiter der Verkaufsregion Bern. «Die beiden Kanäle ergänzen sich heute gegenseitig.» Das zeigt sich auch im neuen Laden von Madiswil: Dort gibt es eine Pick-up-Station, an der man Waren abholen kann, die man in einem Coop-Onlineshop bestellt hat. Coop@home erzielt zwar nur einen Bruchteil des Nettoerlöses der Supermärkte . Mit 10,5 Prozent war sein Wachstum aber überdurchschnittlich. «Doch auch in den Supermärkten verzeichnen wir eine positive Entwicklung.»

Entwicklung beobachten

Dass Coop an seine Dorfläden glaubt, zeigt sich auch im Nachbardorf Lotzwil: Dort hatte sich der Grossverteiler 2006 zurückgezogen, worauf Volg den Laden übernahm. Kürzlich wurde jedoch bekannt, dass er nun in den Bären-Neubau gleich neben dem Volg zurückkehrt. «Wir beobachten die Entwicklung eben laufend und prüfen neue freie Flächen mittels Standortanalysen», erklärt Stefano Alberucci.

Annemarie Aschlimann, die den Coop in Madiswil seit vier Jahren leitet, freut sich derweil an ihrem erneuerten Laden. «Man kennt sich im Dorf, und ich schätze den persönlichen Kontakt.» Wobei sie auf Nachfragen einräumt, dass sich bei ihr nicht nur die Bewohner des Linksmähderdorfes versorgen, sondern auch die aus den ländlichen Gemeinden zwischen Huttwil und Langenthal. «Diese schätzen es, in unserem übersichtlichen Laden einkaufen zu können.» Sie finden dort neu auch warme Mittags- und Zwischenverpflegungen. 

Gebaut wurde der nun modernisierte Coop 2000. Er galt als Musterladen, wozu die 48 Parkplätze auf dem Areal und in der Einstellhalle gehörten.

Langenthaler Tagblatt

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