Grüsse aus Japan

Langenthal

Der Designers’ Saturday verzückt wieder Architekten, Designer und Einheimische. Ein besonderer Blickfang ist dabei ein erstmaliges Gastland aus dem Fernen Osten.

Erstmals mit dabei sind auch japanische Designer. Naoki Terada (links) und Koichi Suzuno präsentieren ihre Ideen.

Erstmals mit dabei sind auch japanische Designer. Naoki Terada (links) und Koichi Suzuno präsentieren ihre Ideen.

(Bild: Thomas Peter)

Julian Perrenoud

Die von der Decke hängenden weissen Papierblumen und die Bambuspflanzen links wie rechts erwecken den Eindruck, als würde man durch einen Tunnel direkt in einen Wald schreiten. Das parfümierte Papier verströmt dabei einen betörenden Duft, als befände man sich tatsächlich in der Natur.

Im Innern der Ausstellung sind die Zeiten vereint: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Hier das halb transparente kleine Holzhaus, in dem eine Frau im Kimono eine Teezeremonie durchführt, dort alle erdenklichen Papierschnitte, die mit Laser gefertigt werden. Und schliesslich faltbare Möbel, ja sogar Kleider für eine Welt, in der Platz ein rares Gut ist. 

Der Designers’ Saturday öffnet am Freitagnachmittag seine Tore – und er tut dies erstmals mit einem Gastland: Japan. Architekten und Designer stellen aus und lassen die Besucher staunen. Das Konzept der Organisatoren scheint schon am ersten Tag aufzugehen, denn laut Vorstandsmitglied Gabriella Gianoli hätten sich für die 17. Ausgabe der Messe rund 17'000 Gäste aus dem In- und Ausland angemeldet. Langenthal ist für ein Wochenende erneut zur Designhauptstadt der Schweiz geworden, und diesmal mit einem äusserst internationalen Fokus.

Dreidimensionales Papier

Mit der Tama Art University ist auch eine japanische Hochschule in der Halle der ehemaligen Färbi, dem Depot for Design, mit dabei. «Wir fühlen uns geehrt», sagt Professorin Judit Varhelyi. Die Ungarin lebt schon lange in Japan und ist mit neun ihrer Schüler schon vor vier Tagen in den Oberaargau gereist.

«Die Studenten haben alles selber hergestellt.»Judit Varhelyi, Professorin

Es sei eine gute Möglichkeit, deren Schaffen vor viel Publikum zu präsentieren. «Dabei haben die Studenten alles selber hergestellt.» Von den Holzgestellen zu den Papierkleidern bis hin zu den handbemalten Podien, auf denen die Ausstellungsstücke stehen. 

Nebenan geben die Architekten Naoki Terada und Koichi Suzuno einen Einblick in ihre Welt des Designs: der des Papiers. Während der eine auf Postkartengrösse kleinste Figürchen schneidet, die sich dreidimensional aufstellen lassen, kreierte der andere aus einem Stück Papier eine Art Scherenschnitt, das sich fast beliebig in die Länge ziehen lässt und etwa als Schale für Pflanzen, Süssigkeiten oder als Geschenkverpackung für eine Flasche Wein dienen kann.

Die Ausstellung solle keine Stereotype oder Exotismen bemühen, heisst es in der Einführung am Eingang. Allerdings bringt sie für Japan typische Merkmale hervor: Qualität, Präzision und Hingabe. Eigentlich durchwegs schweizerische Qualitäten.

Langenthaler Tagblatt

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