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Hochzeitsfotografen sind immer weniger gefragt

Um die 1000 Hochzeitsfeiern hat Paul Christen fotografiert. Die Zeiten, als der Fachmann von Mai bis Oktober an Samstagen nahezu ausgebucht war, sind allerdings vorbei.

Fotograf Paul Christen beansprucht für sich nicht nur, dass das Hochzeitsbild technisch und stilistisch den Erwartungen des Brautpaars entspricht, er ­garantiert auch, dass die Kosten im vereinbarten Rahmen bleiben.
Fotograf Paul Christen beansprucht für sich nicht nur, dass das Hochzeitsbild technisch und stilistisch den Erwartungen des Brautpaars entspricht, er ­garantiert auch, dass die Kosten im vereinbarten Rahmen bleiben.
Paul Christen
1993, als Ingrid und Paul Christen heirateten, fotografierte sie ihr Oberstift.
1993, als Ingrid und Paul Christen heirateten, fotografierte sie ihr Oberstift.
Paul Christen
Hochzeitsfotografie eines Paares aus Walterswil.
Hochzeitsfotografie eines Paares aus Walterswil.
zvg
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Nicht, dass heute die Hochzeitsfeier nicht mehr fotografiert würde. Paul Christen, der an der Farbgasse in Langenthal seit 1992 ein Fotofachgeschäft führt, spürt im Laden einen Trend: Das Brautpaar oder die Brautführer kaufen für ihre Gäste billige Wegwerfkameras, bringen diese nach dem Fest zurück und lassen die Bilder entwickeln.

Generell, so hält er fest, spiele die Entwicklung nicht in die Hände der Berufsfotografen. Einerseits habe sich die Fototechnik durch die Digitalisierung so vereinfacht, dass sie heute praktisch jedermann zugänglich sei.

Andererseits sei das Publikum mit wenig zufrieden und nicht mehr bereit, für Qualität Geld auszugeben. Die Wegwerfkameras seien nur die Spitze eines Eisbergs, mit dem sich immer mehr Hobbyfotografen ins Geschäft drängten.

1984 eröffnete Paul Christen an der Bahnhofstrasse in Langenthal sein Geschäft, vorerst als Filiale eines bestehenden Ateliers an der Murgenthalstrasse. Hochzeitsfotografien gehörten von Anfang an dazu.

In den besten Jahren habe er zwischen Anfang Mai und Ende Oktober kaum einen freien Samstag gehabt, blickt Christen zurück. Heute sind es noch zwischen einem halben und einem ganzen Dutzend Aufträge pro Jahr.

Von klassisch bis zum Buch

Darunter sind immer noch klassische Aufträge wie zur Zeit von Carl Ruhé (siehe Kontext), für die das Brautpaar ins Atelier kommt, heute allenfalls zusammen mit den Eltern und/oder den Brautführern. Für Reportagen rund um die Zeremonie gestaltet Paul Christen heute mit seiner Frau Ingrid ein Fotobuch.

Was ihn neben seiner Erfahrung von Hobbyfotografen abhebe, sei vor allem das Geschäftliche, hält er fest. Nach dem Vor­bereitungsgespräch könne er die Kosten genau offerieren und später auch einhalten.

In der schönen, bunten Welt der Amateurfotografen im Internet seien diesbezüglich oft Vorbehalte angebracht, spricht Paul Christen jene Brautpaare an, die nach ihrem Fest bei ihm im Laden erscheinen, damit er ihr Chaos wieder ordnen hilft.

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