Hund im Wald ausgesetzt – auf Schild daneben stand «Gratis»

Niederbipp

Im Wald bei Niederbipp wurde am Montag ein angebundener Hund gefunden. Neben dem Tier befand sich ein Schild mit der Aufschrift: «Ich bin Gina, bin anderthalb jährig. Gratis.»

Das Tiere ausgesetzt werden, komme natürlich immer wieder mal vor, sagte Thomas Reber. «Aber doch nicht auf diese Weise.»

Das Tiere ausgesetzt werden, komme natürlich immer wieder mal vor, sagte Thomas Reber. «Aber doch nicht auf diese Weise.»

(Bild: Screenshot/Facebook)

Giannis Mavris

Die Nachricht machte in den sozialen Medien schnell die Runde: Im Niederbipper Wald wurde am Montag ein Hund aufgefunden. Das Tier war an einen Baum angebunden. Neben ihm ein Schild mit der Aufschrift: «Ich bin Gina, bin anderthalb jährig. Gratis.»

Der Aufschrei in den Facebook-Kommentarspalten war gross, die Nachricht wurde schweizweit tausendfach geteilt und rege kommentiert. Thomas Reber, Geschäftsleiter der Gemeinde Niederbipp, bestätigt den Vorfall: «Ein Ehepaar ist bei einem Spaziergang auf den Hund gestossen. Es geht ihm gut, er ist in dessen Obhut.»

Das Finderpaar, das selber auch Hunde besitze, würde das Tier vorübergehend aufnehmen, so Reber. Vermutlich wird es später in ein Tierheim zur Weitervermittlung gebracht. Der Hund sei offenbar nicht gechipt, wie Abklärungen beim Tierarzt ergeben hätten.

Polizei ermittelt

Für Reber ist dieser Vorfall unglaublich: «Man will sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn sie ihn nicht gefunden hätten.» Dass Tiere ausgesetzt werden, komme natürlich immer wieder mal vor, sagt er weiter. «Aber doch nicht auf diese Weise.»

«Dass Tiere aus­gesetzt werden, kommt natürlich immer wieder mal vor. Aber doch nicht auf diese Weise.»homas Reber Geschäftsleiter der Gemeinde Niederbipp

Bei der Kantonspolizei habe man Kenntnis vom Facebook-Eintrag, der die Geschichte bekannt gemacht habe, bestätigt Mediensprecherin Jolanda Egger: «Bei uns ist auf den Beitrag bezogen eine Meldung eingegangen.» Man wisse zudem, dass sich der Hund in Obhut von Privatpersonen befinde. Für alles Weitere sei es aber noch zu früh: «Wir haben Abklärungen eingeleitet, befinden uns dabei jedoch noch am Anfang.»

Schwierige Suche

Ausgesetzte Tiere sind keine Seltenheit. Statistische Angaben dazu sind aber schwierig zu machen, da sie nicht zentral erfasst werden. Der Schweizer Tierschutz führt in seiner letztjährigen Statistik rund 250 Hunde auf, die in seinen Sektionen im Mittelland aufgenommen wurden.

Rund die Hälfte davon wurde entweder in einem Tierheim abgegeben oder aber ausgesetzt, was strafbar ist. Ist ein Tier nicht gechipt, wie das offenbar bei Gina der Fall ist, dürfte es fast unmöglich sein, den Besitzer ausfindig zu machen.

Berner Zeitung

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