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Hunde sitzen auf einem Karussell

Für die 250 Teilnehmer der diesjährigen ­Hundemilitary galt es, auf einem zwölf Kilometer langen Parcours knifflige Aufgaben zu lösen. Im Vordergrund stand für die Zwei-, aber auch für die Vierbeiner ­der Spass.

Schön sitzen bleiben, auch wenn sich der Boden dreht: Die ­Hundemilitary ist eine Herausforderung für Tier und Mensch.
Schön sitzen bleiben, auch wenn sich der Boden dreht: Die ­Hundemilitary ist eine Herausforderung für Tier und Mensch.
Daniel Fuchs

Stella hat Durst, da kommt ihr der Wassernapf am ersten Posten gerade zur rechten Zeit unter die Schnauze. Eigentlich sollte der Golden Retriever auf der Drehinsel sitzen und seinem Frauchen gehorchen. Dessen aufmunternde Worte «Stella, bleib sitzen» stossen bei der Hündin auf taube Ohren. Schwanzwedelnd kehrt sie – natürlich ohne grosse Punktzahl – zurück zu ihrer Halterin. Im Gegensatz zu Stella ­holen ausgesprochen «Karussellfreudige» bei einer solchen Aufgabe die volle Punktzahl.

Die eigene Hundeschule

Der Mann hinter der Hundemilitary in Melchnau heisst Toni Johann. Der gebürtige Grossdietwiler lebt mit seiner Familie seit jeher in Reisiswil. Dort betreibt der Lastwagenchauffeur seine eigene Hundeschule mit dem Namen Funny Dogsport. Der Umgang mit den Vierbeinern ist ein grosses Hobby des 54-Jährigen. Eine Hundemilitary wollte der Reisiswiler schon immer organisieren. Mit der Gründung seiner eigenen Hundeschule gelang ihm dieser Schritt. Am Samstag ging bereits die siebte Ausgabe der Frühlings-Hundemilitary über die Bühne.

Nach und nach erscheinen am frühen Samstagmorgen Hunde in allen Rassen und Grössen an der Military. So auch die Golden-Retriever-Hündin Stella. Nach einem kurzen Briefing macht sich das Frauchen samt Stella und Proviant auf den zwölf Kilo­meter langen Weg. Insgesamt sind es 250 Teilnehmer, die von der Schiessanlage Fischbächli in Melchnau starten. Die Hundehalter sind altersmässig durchmischt, die Jüngste ist gerade mal sechs Jahre jung, und die Ältesten befinden sich im hohen Rentenalter.

Für alle Hundebesitzer

Ansprechen will Toni Johann mit der Military alle Hundebesitzer. Einzige Voraussetzung ist: Der Hund muss mindestens neun Monate alt sein. Alles andere ist Nebensache. Der Hauptgrund, am Event mitzumachen, ist der gemeinsame Spass von Herrchen und Hund, respektive Frauchen und Vierbeiner. Toni Johann betont: «Natürlich gibt es auch ­verbissene Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die um jeden Punkt kämpfen. Es gilt, zusammen etwas zu erreichen. Hund und Halter müssen sich an der Military aufeinander verlassen können, man lernt den eigenen Vierbeiner besser kennen.»

«Es gilt, zusammen etwas zu erreichen. Hund und Halter müssen sich auf­einander verlassen können.»

Toni Johann, OrganisatorHundemilitary Melchnau

Der Weg zum zweiten Posten führt durch den Wald. Hier muss der Hund seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Einmal um den Baum herum, lautet die Aufgabe. Auch die Hundehalter werden an jedem Posten mit kniffligen Fragen konfrontiert. Beim vierten Posten sind die Hunde besonders gefordert. Die Vierbeiner müssen hier einen Korb über mehrere Meter hinweg tragen. Für Hündin Stella keine leichte Aufgabe. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten hat die niedliche Dame den Dreh raus und kassiert beinahe die Maximalpunktzahl.

Der Anlass ist eingebettet in einen herrlichen Spaziergang durch Wälder und Wiesen. Am nächsten Posten geht es darum, zahlreiche Holzröllchen aus einem Holzstecken zu angeln. Fleissig und mit viel Schwung bringt Stella sämtliche Röllchen ihrem Frauchen und erreicht die volle Punktzahl. Die Hundehalterin zieht ein Leckerli aus ihrer Jackentasche, Stella verschlingt es in Sekundenschnelle.

Nicht der Hund ist das Problem

Die Hundeschule Funny Dogsport ist bekannt für ihre menschliche und vor allem tiernahe Art. Sie lebt von der Philosophie: Nicht der Hund ist das Problem, sondern die Menschen und die Umwelt, in der er funktionieren muss. Mit Konsequenz, Disziplin und Zuneigung erreiche man oft mehr, sagt Toni Johann. Getreu diesem Motto betreibt er seine Hundeschule.

Seit der Abschaffung der Hundekurs-Pflicht merkt der 54-Jährige keine grossen Veränderungen in seiner Hundeschule. Der obligatorische Kurs, den seit 2008 alle Hundehalter absolvieren mussten, wurde vergangenes Jahr vom Parlament gestrichen. Der Kurs war für Toni Johann sowieso nicht optimal, zu gering sei der Nutzen für Hund und Halter gewesen. Der freiwillige Erziehungskurs an seiner Hundeschule findet grossen Anklang und bildet die passende Alternative zum verabschiedeten Sachkundenachweis.

Stella und ihr Frauchen sind schon im Schlussspurt. Den letzten Posten meistert die zweijährige Hündin erstklassig. Dann durchqueren die beiden am Nachmittag das Ziel. Etwas müde schreiten sie zur Rangverkündigung. Hier erhalten Hund und Halter ihre Preise. Der Sieger am diesjährigen Event holt sich 129 von möglichen 136 Punkten – eine Glanzleistung. Stella ist in der Gesamtrangliste im Mittelfeld zu finden, nichtsdestotrotz, der Spass stand sicherlich auch bei ihr ganz oben.

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