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«Ich bin mir noch nicht im Klaren, was ich nun tun soll»

Landwirt Roland Friedli ist ob des Verwaltungsgerichtsentscheids herb enttäuscht. Er zieht ihn allerdings nicht an die nächste Instanz weiter. Mit Blick auf sein Pouletmasthallen-Projekt ist noch kein Entscheid gefallen.

Hühnermast in Grenzen:?Das Baureglement von Bettenhausen lässt eine 72 Meter lange Mastahalle für über 20 000 Hühner nur mit einer Ausnahmebewilligung zu. Dieses hat das Projekt von Roland Friedli nicht erhalten.
Hühnermast in Grenzen:?Das Baureglement von Bettenhausen lässt eine 72 Meter lange Mastahalle für über 20 000 Hühner nur mit einer Ausnahmebewilligung zu. Dieses hat das Projekt von Roland Friedli nicht erhalten.
pst

Nach der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) im März 2014 hat auch das Verwaltungsgericht im November das umstrittene Hühnermasthallen-Projekt in Bettenhausen beurteilt.

Das Richtergremium ging mit der Vorinstanz ­einig, dass eine 72 Meter lange Halle am Dorfrand nicht zu rechtfertigen ist. Damit widersprachen beide Gerichte dem Statthalteramt, der das überdimensionierte Projekt als bewilligungsfähig eingestuft hatte.

«Allein die Tatsache, dass der Markt grössere Ställe verlangt, stellt keinen Grund für die be­anspruchte Ausnahme dar»: Das Verwaltungsgericht wies die Beschwerde von Landwirt Roland Friedli ab, der den Entscheid der Vorinstanz weitergezogen hatte. Nun, nach Ablauf aller Rechtsmittelfristen, steht fest: Das Urteil ist rechtskräftig.

3½ Jahre Planung

Roland Friedli bestätigt, dass er nicht ans Bundesgericht gelangt ist. Dafür hätten wohl auch die Kosten, vielmehr aber der Zeitfaktor den Ausschlag gegeben: Rund 3½ Jahre habe er in die ­Planung seines Projekts gesteckt. «Diese Zeit ist jetzt verloren», sagt er. «Nun muss ich eigentlich wieder von vorne beginnen.» Mit 30 Jahren hatte er den Betrieb seines Vaters mitten im Dorf übernommen und wollte ihn entwickeln. Nun, 6 Jahre später, habe er diesen noch immer nicht besser aufstellen können.

Vom letzten Entscheid seien er und seine Familie «herb enttäuscht». Angesprochen auf seine weiteren Pläne, sagt der 36-jäh­rige Ingenieuragronom FH: «Ich bin mir noch nicht im Klaren, was ich nun tun soll.» Er verweist auf seine Abklärungen mit kanto­nalen Fachstellen, die ihm den Standort im Rechtsameland empfohlen hatten. Diesen Standort habe er noch nicht aufgegeben, sagt Friedli. Zumal es auch sehr schwer sein dürfte, einen ­anderen Platz für ein landwirtschaftliches Projekt im Dorf zu finden.

Ein neues Projekt?

Im Rechtsameland Pouletmast zu betreiben, hatten ihm die Gericht denn auch gar nicht untersagt. Das BVE befand, es sei zumutbar, zwei oder drei kleinere Masthallen zu bauen.

Ein anderes Projekt? Ein gänzlich anderes bäuerliches Standbein? «Es ist alles offen», sagt Friedli. Hans-Rudolf Lüdi als Vertreter der Gegenpartei sieht im Entscheid eine Chance für einen Neuanfang. Er sei nach wie vor offen für das Gespräch.

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