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Im Juni läuft die Baubewilligung ab

Wie geht es mit dem Neubau für Coop beim Bahnhof weiter? Der Grossverteiler drängt auf einen baldigen Baubeginn, beharrt aber auf der Belegung des Erdgeschosses. Bauherr HRS Real Estate braucht dafür zuerst genügend Mieter.

Hinter der neuen Abschrankung das alte Bild: Die grosse Baugrube beim Bahnhof Huttwil.
Hinter der neuen Abschrankung das alte Bild: Die grosse Baugrube beim Bahnhof Huttwil.
Thomas Peter

Sie ist seit längerem ein Ärgernis für viele Huttwilerinnen und Huttwiler. Und sie ist es nicht ­weniger, seit eine orange Abschrankung um sie herum gespannt ist: die Baustelle für den Neubau, in den der Grossver­teiler Coop umziehen will.

Im Internet ist eine Dokumentation der Gemeinde zu den Grossprojekten rund um den Bahnhof aufgeschaltet. Diese trägt den Titel «Huttwil 2017 – wir bauen Zukunft». Nun, 2017 ist inzwischen Vergangenheit.

Für Coop sollte die Zukunft bereits viel früher beginnen, wie im «Überblick» festgehalten ist. Im März 2013 erhielt HRS Real Estate nämlich die Baubewilligung, die Rede ist von einem Baustart Ende Juni 2014 und einer achtzehnmonatigen Bauzeit. ­Ende 2015 hätte also alles fertig sein sollen. Doch das Areal ist ­immer noch eine Baugrube.

Was der Volksmund meint

Letzte Woche traf sich nun eine Delegation der Einwohnergemeinde mit Vertretern der Verkaufsregion Bern von Coop, wie Gemeindeverwalter Martin Jampen auf Anfrage festhält. Es sei den Behörden von Huttwil darum gegangen, festzuhalten, wie unbefriedigend die Situation mit der grossen Baugrube beim Bahnhof für Huttwil sei.

«Zudem versuchten wir klarzumachen, dass der Ruf des Grossverteilers leide, auch wenn er nicht selbst als Bauherr auftritt», so Jampen. «Im Volksmund ist das die Coop-Baustelle.»

Mit dem Bau beginnen muss HRS Real Estate spätestens bis Ende Juni, denn dann läuft die verlängerte Baubewilligung ab. Im Zusammenhang mit der neuen Abschrankung habe die Gemeinde zudem mit dem Bauherrn vereinbart, dass dieser die Maschinen sogar spätestens Anfang Mai auffahren lasse», erklärt der Huttwiler Bauverwalter Beat Rickenbacher. «So haben wir Zeit, bis zum Ablauf der Baubewilligung bereits die Auffüllung der Bau­grube zu verlangen», begründet Rickenbacher diesen Schritt.

Auf Anfrage dieser Zeitung blieben allerdings sowohl Coop wie auch HRS Real Estate un­verbindlich. Dass die Bagger vor Ablauf der Baubewilligung auffahren, sei für Coop wichtig, hält zwar Mediensprecher Ronny Aeschbacher von der Verkaufs­region Bern fest. Zudem sei ihr die Realisation einer modernen Verkaufsfläche in Huttwil wichtig. Geplant ist eine Verdoppelung gegenüber heute.

Mieter sind vorhanden

Allerdings sei Coop weder Eigentümer noch Bauherr. Aeschbacher leitete deshalb die Frage zum Stand der Bauvorbereitungen an HRS Real Estate weiter. Deren Mediensprecher Andreas Netzle hält fest, der Baubeginn hänge von einem gewissen Stand der Vermietung ab. HRS setze allerdings im Interesse der bereits vorhandenen Mieter alles daran, möglichst bald mit dem Bau beginnen zu können. Details zum Stand der Vermietung verrät Netzle allerdings nicht.

Nun ist bekannt, dass Coop das ganze Erdgeschoss des Neubaus beansprucht und weitere Mieter mit dem Obergeschoss vorliebnehmen müssten. Das soll auch so bleiben. Auf die Frage, ob sich der Grossverteiler nicht flexibler zeigen sollte, um besser in die Kundenströme integrierte Räume für weitere Mieter möglich zu machen, hält Ronny Aeschbacher fest: «Auf der gesamten Verkaufsfläche im Erdgeschoss sind ein Coop-Supermarkt und ein weiteres Coop-Format geplant.»

Bleibt die Frage, ob Coop an­gesichts der Verzögerungen am Bahnhof sogar alternative Standorte prüft. Coop habe eine eigene Standortanalyse durchgeführt, betont Ronny Aeschbacher. Der Neubau beim Bahnhof basiere auf dieser. Allerdings sei Coop immer an potenziellen neuen Standorten interessiert.

Die Verkaufsregion Bern habe auch Kenntnis vom Vorschlag, den das Netzwerk Altstadt im Rahmen der Stadtanalyse der Gemeinde neben dem alten Städtli-Kern formuliert habe. Allerdings kommentiere Coop solche Standorte aus strategischen Gründen nicht.

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