Informationspolitik stösst auf Kritik

Niederönz

Die Geschäfte waren unbestritten. Einzig in Bezug auf die Beteiligung an der GA Buchsi AG sprach eine Bürgerin von einer «Blackbox». Ihr Rückweisungsantrag fand jedoch kaum Gehör.

«Mit der Gründung der Aktiengesellschaft lassen sich viele Risiken reduzieren», erklärte Gemeindepräsident Daniel Beck, als es um die Beteiligung am Kabelnetzunternehmen GA Buchsi AG ging.

«Mit der Gründung der Aktiengesellschaft lassen sich viele Risiken reduzieren», erklärte Gemeindepräsident Daniel Beck, als es um die Beteiligung am Kabelnetzunternehmen GA Buchsi AG ging.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Fehlende Infos, kein Businessplan, nicht aufgeschaltete Unterlagen – dies und noch mehr bemängelte Beatrice Bleuer an der Gemeindeversammlung in Niederönz, als es um die Beteiligung am Kabelnetzunternehmen GA Buchsi AG ging. «Mit der Gründung der Aktiengesellschaft lassen sich viele Risiken reduzieren und die Versorgung der Region Herzogenbuchsee mit Telekommunikationssignalen langfristig und wirtschaftlich sicherstellen», erklärte Gemeindepräsident Daniel Beck.

Die bisherige einfache Gesellschaft hingegen genüge den heutigen Anforderungen nicht mehr. Das Aktienkapital der Gesellschaft beträgt 1 Million Franken, wobei 400'000 Franken bei der Gründung in bar einbezahlt werden müssen. «Die finanzielle Belastung der einzelnen Aktionäre entspricht etwa ihrem Guthaben in der GA Region Herzogenbuchsee.

Der Anteil der Gemeinde Niederönz am Eigenkapital beträgt etwa 47 000 Franken», so Beck.Weil gemäss Aktionärsbindungsvertrag für die Gemeinde Niederönz 1009 Namenaktien zu 100 Franken vorgesehen sind, beträgt die Beteiligung 100'900 Franken. Wären es 9 Aktien weniger, hätte der Gemeinderat und gar nicht die Gemeindeversammlung über das Geschäft befinden können.

Das veranlasste einen Bürger zum wohl nicht ganz ernst gemeinten Angebot, die 900 Franken aus dem eigenen Sack zu bezahlen, sollte die Beteiligung daran scheitern.

Trotz Beantwortung vieler ihrer Fragen während der Versammlung stellte Beatrice Bleuer einen Rückweisungsantrag, der jedoch nur minime Zustimmung fand. Im Gegensatz zu demjenigen des Gemeinderates, der mit lediglich einer Gegenstimme angenommen wurde. Zum Schluss erteilte die Antragstellerin dem Gemeinderat unter Verschiedenem eine «öffentliche Rüge» für die fehlenden Unter­lagen.

Besser als budgetiert

Die beiden anderen Geschäfte wurden von den 45 anwesenden Stimmberechtigten (von total 1215) ohne Gegenstimme angenommen. Die Rechnung schliesst im Gesamthaushalt bei einem Aufwand von etwa 9,25 Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von 32'000 Franken. Budgetiert war ein Defizit von rund 149'000 Franken. Das Eigenkapital beträgt neu 6,8 Millionen Franken.

Das Personal- und Besoldungsreglement wurde den aktuellen Gegebenheiten angepasst.

Langenthaler Tagblatt

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