Jetzt auch öffentlich elektromobil

Langenthal

Drei Ladestationen für E-Autos haben die Stadt Langenthal und IBL am Mittwoch in Betrieb genommen.

<b>Vorerst ist das Stromtanken gratis.</b> Gemeinderat Pierre Masson (SP) macht den Anfang.

Vorerst ist das Stromtanken gratis. Gemeinderat Pierre Masson (SP) macht den Anfang.

(Bild: Christian Pfander)

Kathrin Holzer

Ladestationen hat es in Langenthal schon bisher gegeben: Hector Egger etwa oder 3M verfügen längst über Anlagen zum Aufladen von Elektrofahrzeugen. Erst seit Mittwoch werden Elektroautomobilisten auf der Suche nach Lademöglichkeiten in der Stadt aber auch auf öffentlichem Grund fündig.

Vor dem Stadttheater wurde die neue Station offiziell eingeweiht – stellvertretend auch für zwei weitere Säulen auf dem Wuhrplatzund dem Parkplatz Sagibach.

Die Zukunft

Die Zukunft des Autos sei elektrisch, sagte Gemeinderat Pierre Masson (SP). Zwar hinke die Schweiz dem Vorreiter Norwegen noch stark hinterher. Während im nordischen Königreich heute bereits mehr als 50 Prozent aller gekauften Neuwagen elektrisch seien, belaufe sich der Anteil hierzulande erst auf rund 3 Prozent. Allerdings werde bis 2035 auch in der Schweiz ein Anstieg auf 40 Prozent erwartet.

Wenn die Ladestationen in Langenthal vorerst auch nicht rund um die Uhr genutzt würden, sei es doch wichtig, die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Der Umweltminister verwies auch auf die Ziele des Pariser Klimaabkommens.

«Wer sich auf den Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft machen will, kommt um die Elektromobilität nicht herum.»Pierre Masson, Gemeinderat

Die Energiestadt müsse sich auf die Entwicklung einstellen und die Rahmenbedingungen dafür schaffen. «Wer sich auf den Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft machen will, kommt um die Elektromobilität nicht herum.»

Insgesamt mehr als 75000 Franken haben sich Stadt und IB Langenthal AG als stadteigene Energiedienstleisterin die drei in Oensingen hergestellten Ladestationen kosten lassen. Wobei 22800 Franken zulasten der Gemeindegehen.

Grün und vorerst gratis

Mit einer Ladekapazität von 22 Kilowatt Wechselstrom sei ein verhältnismässig rasches Aufladen möglich, erklärte IBL-Energieberater Michael Schweizer. Heisst: Ein gänzlich entladenes Auto könnte in rund zweieinhalb Stunden voll aufgeladen werden.

Der Strombezug – ausschliesslich Grünstrom aus Schweizer Wasserkraft und lokaler Solarstromproduktion – ist vorerst gratis. Die IBL beabsichtige aber, die Säulen kostenpflichtig zu machen, sobald ein geeignetes Bezahlsystem vorliege, sagten die Verantwortlichen.

Bis auf weiteres obliegen die Parkplätze einzig den ordentlichen Gebühren. Wobei die je zwei Ladeplätze pro Standort für das Parkieren aller Autos genutzt werden dürfen. Der Gemeinderat habe angesichts einer begrenzten Parkplatzsituation bewusst so entschieden, sagte Stadtpräsident Reto Müller (SP).

Werde ein Parkverbot doch notwendig, könne dieses immer noch erlassen werden. Dies, falls die Felder ständig von nicht elektrischen Autos besetzt werden.

Langenthaler Tagblatt

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