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Jetzt schlägt sich der Bauboom in Investitionen nieder

Die Huttwiler Gemeinde­rechnung schliesst schlechter ab als das Budget. Allerdings nicht ganz so viel, wie es auf den ersten Blick scheint.

Die Gemeinde Huttwil musste im vergangenen Jahr ein Defizit hinnehmen.
Die Gemeinde Huttwil musste im vergangenen Jahr ein Defizit hinnehmen.
Thomas Peter

Wer die Jahresrechnung der Einwohnergemeinde Huttwil analysieren will, muss diesmal selbst zum Rechner greifen – vor allem, wenn er sich für den steuerfinanzierten Haushalt interessiert. Das Budget ging von einem De­fizit von knapp 223'000 Franken aus. Im neuesten Gemeindeblatt schreibt der Gemeinderat beim allgemeinen Haushalt von einem Minus von 565'000 Franken.

Ganz so gross ist die Verschlechterung gegenüber der Prognose allerdings nicht. Huttwil führt nämlich die Spezialfinanzierung für die eigene Feuerwehr ebenfalls in diesem Teil der Rechnung – denn sie ist entgegen ihrem Namen gar keine eigent­liche Spezialfinanzierung. In dieser resultierte ein Gewinn von 85'000 Franken.

Um diesen in den Rechnungsausgleich der Feuerwehr zu übertragen, muss er aus dem allgemeinen Haushalt ausgebucht werden, was dort ­logischerweise den Aufwandüberschuss in die Höhe treibt. Auf den Steuerhaushalt zurückzuführen ist also nur ein Minus von 480'000 Franken.

Es wurde saniert

Zurückzuführen sei dieses auf einen Einbruch bei den Steuern natürlicher Personen, erklärt der zuständige Gemeinderat Marcel Sommer (SVP). Im Gemeindeblatt schreibt der Rat von einem Minus von 6,5 Prozent, das sich auf den gesamten Steuerertrag mit einem Minus von 6 Prozent auswirkt. Im Budget wurde mit einem zunehmenden Ertrag ­gerechnet, deshalb beträgt das Minus im Budgetvergleich nur 2 Prozent.

Marcel Sommer geht allerdings davon aus, dass dieser Einbruch einmalig sein wird, und präsentiert dafür eine Vermutung: Er könnte darauf zurück­zuführen sein, dass sich viele Hauseigentümer an den Wärmeverbund angeschlossen haben und dabei auch ihre Liegenschaft energietechnisch auf Vordermann brachten. Diese Investition konnten sie von den Steuern abziehen. Diesen Effekt hätten übrigens auch andere Gemeinden verspürt, in denen ein Wärmeverbund gebaut wurde.

Insgesamt sei der Gemeinderat deshalb mit dem Ergebnis zufrieden, hält der Finanzvorsteher fest. «Wir sind im Finanzplan auf Kurs, soweit dies im Zusammenhang mit der Umstellung des Rechnungsmodells und der hohen Investitionstätigkeit geplant werden kann.» Er erinnert daran, dass der Gemeinderat seine Finanzstrategie in der Sommer-Klausursitzung überarbeiten will. Ergebnisse liegen damit für die Versammlung noch nicht vor.

Unter den Spezialfinanzierungen fällt die Abwasserentsorgung auf, die mit einem Plus von 293'000 Franken abschliesst — budgetiert war ein Minus von 197'000 Franken. Können Huttwilerinnen und Huttwiler hier ­also bald mit tieferen Gebühren rechnen?

Marcel Sommer weist darauf hin, dass rund 200'000 Franken der Besserstellung auf einmalige Anschlussgebühren zurückzuführen sind, die aus der starken Bautätigkeit hergeleitet werden können. Diese spürt man erstmals auch in der Investitionsrechnung der Gemeinde: Es sei erstmalig seit seinem Amts­antritt vor neun Jahren, dass diese höher ausfiel als budgetiert, ­erklärt Marcel Sommer: Statt 4,3 Millionen betrugen die Net­toinvestitionen 5,4 Millionen Franken.

Gemeindeversammlung: Mittwoch, 21. Juni, 20 Uhr, Hotel Kleiner Prinz.

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