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Kantonsgelder sorgen für Diskussionen

Die Gegner nennen es Geldverschwendung. Trotzdem kommt es in Wynau zu einer flächendeckenden Untersuchung der privaten Abwasseranlagen.

Das Thema Abwasser sorgt in Wynau für Gesprächsstoff.
Das Thema Abwasser sorgt in Wynau für Gesprächsstoff.
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Das Ziel ist klar: Private Abwasserleitungen sollen schweizweit kontrolliert und nötigenfalls repariert werden. Und damit die Kommunen mitziehen, dürfen flächendeckende Gemeindekonzepte mit einem Beitrag des Kantons rechnen. In Wynau hat die beantragte Zustandsaufnahme privater Abwasseranlagen mit einem Kredit über 800'000 Franken am Montagabend jedoch für reichlich Diskussionen gesorgt.

Anlass zur Kritik gaben den wenigen, aber hartnäckigen Votanten die Kosten an sich wie auch die Frage nach der Notwendigkeit des Unterfangens, das eine Überprüfung sämtlicher ab 2013 erbauten Anlagen vorsieht. Lecks seien vor allem in den älteren Anlagen zu erwarten, wurde moniert. Dass dennoch auch jüngere Anlagen überprüft werden sollen, sei verschwendetes Geld.

«Eine ungeheure Summe»

Die Kritik richtete sich dabei auch an die Ostag Ingenieure AG, die das Konzept für die Zustandsaufnahme im Auftrag der Gemeinde erarbeitet hatte: Die «ungeheure Summe» von 800'000 Franken entspreche rund 6000 Arbeitsstunden, wurde festgehalten. «Ich sehe vom Schiff aus etwa die Hälfte», befand Alt-Gemeinderat Heinz Bäni.

Baupräsident Roger Spühler (parteilos) wie auch Bauverwalterin Fabienne Würsten hielten aber entgegen: Die Auftragsvergabe und damit auch die endgültige Offerte erfolge erst nach der Kreditgenehmigung und im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung.

Die 54 Anwesenden stimmten dem Bruttokredit über 800'000 Franken schliesslich grossmehrheitlich zu. Bei 614 Gebäuden ist mit Kantonsbeiträgen von insgesamt 307'000 Franken zu rechnen. Vorgenommen werden soll die Zustandsaufnahme gebietsweise bis 2023.

Ebenfalls kon­trolliert werden bis dahin die 42 Hofdüngeranlagen auf 26 Betrieben ausserhalb des Baugebiets. Auch diese Massnahme dient dazu, schadhafte Anlagen zu ermitteln und so das Grundwasser zu schützen. Der Bruttokredit von 80'000 Franken (Kantonsbeitrag: 20'000 Franken) wurde mit nur zwei Gegenstimmen ebenfalls genehmigt.

Nichts Neues aus Bern

Unbestritten war die Rechnung der Gemeinde mit einem Minus im allgemeinen Haushalt von gut 456'000 Franken (bei Aufwendungen von knapp 5 Millionen). Nach wie vor ungeklärt ist die Frage der Schadenersatzforderung im Nachgang der Veruntreuungen durch den ehemaligen Gemeindeschreiber, wie Finanzvorsteher Peter Gerber (SVP) festhielt.

Das kantonale Sozialamt hatte der Gemeinde vor zwei Jahren bekanntlich eine Rechnung über knapp 935'000 Franken gestellt. Dagegen hat sich die Gemeinde gewehrt und ebenso gegen den abschlägigen Beschwerdeentscheid, den sie danach von der Gesundheits- und Fürsorgedirektion erhalten hat. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts steht weiterhin aus.

Turnhalle wird Thema

Viel getan hat sich indes bei der Schule. Wie Gemeinderätin Monika Reber (SP) informierte, sind im Hinblick auf die Rückkehr der Oberstufe auf 2018/2019 hin diverse Änderungen im Schulreglement vorgenommen worden. Sie sollen im Dezember vor die Gemeindeversammlung kommen, gleichzeitig mit einem Betriebskonzept für die Tagesschule und einer Verordnung über einen noch zu bildenden Elternrat. Auch ein Turnhallenneubau werde diskutiert, erklärte Peter Gerber. Eine Arbeitsgruppe prüfe jetzt, was möglich sei.

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