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Klären, wo die Messlatte angesetzt wird

In der Gemeinde Wangen an der Aare wird die Ortsplanung teilweise revidiert.

Revidierung der Ortsplanung und Wangen an der Aare.
Revidierung der Ortsplanung und Wangen an der Aare.
Franziska Rothenbühler

Über 40 Seiten umfasst der Erläuterungsbericht zur Teilrevision Ortsplanung Wangen an der Aare. Der Präsident der Baukommission und Vizegemeindepräsident von Wangen, Andreas Fankhauser, fasst zusammen: «Eigentlich geht es um zwei Sachen: Die Messweisen im Bauwesen und die Festlegung der Gewässerräume.»

Die Gemeinde sei gehalten, ihre Ortsplanung respektive ihr Baureglement den gesetzlichen Vorgaben von Bund und Kanton anzupassen. Bis Ende 2020 müssen in den entsprechenden Regelwerken die harmonisierten Begriffe und Messweisen im Bauwesen (BMBV) übernommen werden.

Vom Regen in die Traufe

Die Gemeinde wurde bei der Teilrevision der Ortsplanung von der Berner Firma Ecoptima unterstützt. Der Bericht enthält einige Begriffe, die für Laien einer Erklärung bedürfen. Etwa «traufseitig». Fankhauser klärt mit einem leisen Lachen auf: «Es handelt es sich um den Ort, wo die Dachrinne angebracht wird, wo das Wasser vom Regen in die Traufe kommt.» Konkrete Veränderungen, dass nach der neuen Messweise in einer Zone etwa weniger gebaut werden dürfte, hat die Übernahme der BMBV keine zur Folge.

Hingegen hat die Anpassung an die Gewässerschutz- und Wasserbaugesetzgebung grössere Auswirkungen. Sie betrifft den Gewässerraum, konkret die Uferbereiche der Aare, der Ösch und des Chräbsbaches, die durch das Städtli fliessen. Diese wurden deutlich vergrössert, die heute geltenden Gewässerabstände wurden durch Gewässerräume abgelöst. Bisher galt entlang der Aare ein zehn Meter breiter Streifen ab der Uferlinie, der nicht bebaut oder zur Landwirtschaft genutzt werden durfte. Künftig sind es fünfzehn Meter.

Laut Fankhauser betrifft diese zusätzliche Einschränkung kein freies Bauland. Landwirte dürfen neu auch auf diesen zusätzlichen Flächen jedoch weder Dünger noch Pflanzenschutzmittel einsetzen. Falls sie das Land als Ökofläche nutzen, erhalten sie vom Bund Ökobeiträge. Tiere dürfen weiterhin dort weiden.

Keine Renaturierung Die Änderungen seien für die betroffenen Landwirte keine grosse Überraschung. «Das wird seit langem angekündigt. Es ist natürlich schon eine Einschränkung, die Folgen haben wird», sagt der Vizegemeindepräsident. Aber das betreffe ja nicht nur Wangen. Bis zum Montag dauert das Mitwirkungsverfahren noch. Bisher hat lediglich Pro Natura eine Anregung gemacht. Laut Andreas Fankhauser handelt es sich dabei um Vorschläge zur Nutzung der Ufergebiete respektive um Renaturierungen. «Da drängt sich gegenwärtig aber nichts auf», sagt er.

Voraussichtlich im kommenden Herbst stimmt die Gemeindeversammlung über die Teilrevision ab. Falls Wangen die Änderungen annimmt, wird das neue Werk dem Kanton zur Schlussprüfung vorgelegt und sollte 2020 in Kraft treten.

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